Ein Notstromaggregat (Symbolbild) bekommen sechs der sieben Meßstetter Feuerwehrhäuser. Foto: Deck/dpa

Sechs ihrer Feuerwehrhäuser will die Stadt Meßstetten für den Katastrophenfall mit Notstromaggregaten ausrüsten. Das wird freilich knapp 90 000 Euro teurer als erwartet. Eine Bitzer Fachfirma hat das mit spitzem Bleistift ausgerechnet.

Nicht erhofft kommt oft. Deshalb will sich die Stadt Meßstetten für Notfälle wappnen und Notstromaggregate für alle Feuerwehrhäuser – außer für den Neubau in Hartheim – anschaffen, was sich freilich als teurer erweist als Verwaltung und Stadträte es erwartet hatten. 135 000 Euro Planungsrate hatten sie im Haushaltsjahr 2022 vorgesehen. Das Bitzer Büro Strehlau Gebäudetechnik hat inzwischen aber eine konkrete Planung aufgestellt, die Preisentwicklung, Nachfrage und die Größenordnung der Anlagen mit einbezieht. Fazit: Es wird deutlich teurer. 222 461 Euro stehen unterm Strich.

Für für eines gibt es Geld vom Land

Zuschüsse erhält die Stadt einzig für das Aggregat in der Kernstadt mit einer Leistung von 60 Kilovoltampere (kVA), und zwar vom Innenministerium – in Höhe von 30 Prozent der Kosten. Ende Juni erwartet Stadtkämmerer Daniel Bayer den Förderbescheid. Die Aggregate für Heinstetten, Hossingen, Oberdigisheim, Tieringen und Unterdigisheim werden mit 18 kVA zu klein sein, um in die Förderrichtlinie zu fallen. Der Vorteil aller Aggregate: Sie werden in Form von Anhängern geliefert, um sie im Notfall zu Einsätzen mitnehmen zu können – und sie nicht ausbauen zu müssen, sollte ein Feuerwehrhaus neu gebaut werden.

Anfang Juni wird der Auftrag zur Lieferung ausgeschrieben, das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen – und noch Anregungen gehabt.

Rentschler: Die Turn- und Festhalle mit ausstatten

Oliver Rentschler, Fraktionschef der Bürgerliste, schlug vor, auch die Turn- und Festhalle mit Einspeisemöglichkeiten für den Strom aus einem Aggregat auszustatten, da sie als Sammelplatz in Katastrophenfällen genutzt werden könne. Jürgen Marienfeld (Freie Wählervereinigung), selbst Feuerwehrmann in Heinstetten, wies hingegen darauf hin, dass die Feuerwehr in solchen Fällen ihr Aggregat schließlich selbst brauche.

Andreas Link (CDU) schlug zur Güte vor, zunächst erst einmal prüfen zu lassen, ob die Leistung des Meßstetter 60 kVA-Aggregats für die Turn- und Festhalle überhaupt ausreiche.

Wie viel Diesel die Aggregate brauchen

Das größte Aggregat
 im Feuerwehrhaus Meßstetten mit 60 Kilovoltampere wird bei Volllast 13,6 Liter Diesel pro Stunde verbrauchen, über 72 Stunden also 979,2 Liter. Der Tank wird 260 Liter fassen. Bevorratet werden müssen laut dem Büro Strehlau Gebäudetechnik aus Bitz 719 Liter.

Die Aggregate
 für die Feuerwehrhäuser Heinstetten, Hossingen, Oberdigisheim, Tieringen und Unterdigisheim werden 18 kVA haben und bei Volllast 5,16 Liter Diesel pro Stunde verbrauchen, in 72 Stunden also 371,5 Liter. Die Tanks fassen je 80 Liter. Bevorratet werden müssen 291,5 Liter.