Thomas Harms engagiert sich. Foto: Regine Ounas-Kräusel

Der Weiler Thomas Harms, der sich seit mehr als 30 Jahren für die Ukraine engagiert, unterstützt seit 2024 auch die Weihnachtsaktion „Karton mit Herz“.

Alle, die Menschen in der Ukraine eine Freude machen wollen, sind eingeladen einen Geschenkkarton mit Nützlichem und Schönem zu packen.

 

Initiator der Aktion ist „S‘Einlädele“ in Freiburg, eine Initiative engagierter Christen, die seit vielen Jahren Nothilfe in der Ukraine leisten. Wer ein Weihnachtspäckchen packen will, bekommt die Geschenkkartons mit aufgedruckten Tannenzweig in Thomas Harms Apotheke am Rathaus. Dort können die gefüllten Kartons auch abgegeben werden.

Alles wird gebraucht

Gebraucht wird praktisch alles: Hygieneartikel, Lebensmittel wie Konserven, Nudeln und Vitaminbrausetabletten, für Kinder ein Kleidungsstück wie T-Shirt oder Schal, Alltagsgegenstände wie Taschenlampen, da immer wieder der Strom ausfällt. Und natürlich schöne Dinge wie Süßigkeiten, für Kinder ein Spielzeug, für Erwachsene vielleicht löslicher Kaffee.

Thomas Harms unterstützt aber auch größere Hilfstransporte in die Ukraine. Seit 1992 versorgt er mit seinem Verein „Kinderhilfe Kiew“ das Poliklinikum der ukrainischen Hauptstadt mit medizinischem Gerät und Medikamenten. Er begann sein Engagement, um Kindern zu helfen, die seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl an Strahlenschäden leiden.

Viele Hilfstransporte

Über dieses Engagement lernte Thomas Harms Nikolai Prokopchuk kennen, die treibende Kraft bei „S‘ Einlädele“. Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine unterstützt er nun Hilfstransporte von „S’ Einlädele“. Gebraucht werde praktisch alles, sagt Harms: Warme Kleidung, Kochtöpfe, Möbel, Brennholz, Stahlkappenschuhe für Helfer, die verschüttete Personen in Trümmern suchen oder Windeln für erwachsene Menschen, die in zerstörten Häusern ohne Toilette leben und bei Luftangriffen stundenlang im Keller sitzen. Allerdings würden viele Menschen gar nicht mehr in den Keller gehen, sagt Harms: „Die Leute sind müde.“ Auch Medikamente und Verbandsmaterial für Soldaten werden benötigt.

Ausgabe von Weihnachtspäckchen in der Ukraine Foto: Harms

Thomas Harms spricht von flächendeckender Zerstörung in der Ukraine, vor allem auch an der Energieversorgung. Immer wieder falle der Strom und als Folge die Heizung aus. Das Poliklinikum in Kiew verfüge allerdings über Notstromaggregate für die medizinische Versorgung, erzählte er auf Nachfrage. Mit leiser Stimme spricht er kurz darauf über „unfassbare“ Zerstörungen an Wohnhäusern.

Unfassbare Zerstörungen

Seit Kriegsbeginn telefoniert Thomas Harms jeden Morgen um Viertel vor Acht mit Professor Anatolii Chumak am Kiewer Poliklinikum. So erfährt er direkt, was die Menschen vor Ort brauchen. Nikolai Prokopchuk bekommt Informationen aus der ganzen Ukraine, weil er Kontakte zu Familienangehörigen und sozialen Einrichtungen hat - sogar im von Russland besetzten Osten, wie Harms erzählt.

Hilfsgüter werden verladen, ukrainische Spediteure nehmen sie mit. Foto: Harms

Da dem „S‘ Einlädele“ kürzlich Lagerräume gekündigt wurden, hat der engagierte Weiler Apotheker im Märkter Gewerbegebiet „Im Wörth“ selbst ein Lager angemietet. Dort werden die Hilfsgüter gesammelt.

Ukrainische Spediteure, die nach einem Warentransport in ihr Land zurück fahren, nehmen sie mit. Auch die gefüllten „Kartons mit Herz“ werden dort gelagert.

Wer helfen möchte

Wer Thomas Harms‘ Hilfe für die Ukraine unterstützen will, kann dies mit Geld- oder Sachspenden tun, wobei größere Gegenstände auch abgeholt werden. Oder man packt ein schönes Weihnachtspäckchen: einen „Karton mit Herz“.

Spendenkonten: Ukrainehilfe „‘Einlädele“ IBAN DE60 6805 0101 0002 0413 97, Stichwort Weihnachtspäckchenaktion

Kinderhilfe Kiew IBAN DE22 6835 1865 0008 1311 12

Kontakt: Apotheke am Rathaus, Rathausplatz 3 in Weil während der Öffnungszeiten; Kinderhilfe Kiew, Im Wörth 1 in Märkt, Montag - Samstag 15 19 Uhr.