Zu einem tödlichen Unfall ist es Mitte Februar auf der K5502 zwischen Bergfelden und Renfrizhausen gekommen. Das Auto fing nach dem Aufprall Feuer. Foto: Heidepriem

Wenn Retter zu Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten – womöglich auch Toten, wie kürzlich bei Sulz-Bergfelden – gerufen werden, kann das Spuren hinterlassen. Wer hilft ihnen?

Den Unfall am Fasnetsmontag bei Bergfelden werden viele Einsatzkräfte nicht vergessen. Ein Fahrer kam in einer lang gezogenen Rechtskurve von Bergfelden nach Renfrizhausen mit seinem Fahrzeug von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum.

 

Das Auto fing Feuer. Der Fahrer erlitt tödliche Verletzungen und verbrannte im Wrack, so die Polizei. Ein Nutzer teilt in den Sozialen Medien seine Eindrücke: „Habe den Einsatzverlauf während des Verkehrsdienstes mitbekommen, da hat selbst erfahrenen Kameraden die Luft gestockt“, schreibt er.

Notfallseelsorge Baden-Württemberg

Und: „Ich wünsche allen beteiligten Einsatzkräften ein schnelle und vollständige Verarbeitung eines solchen Einsatzes.“ Doch wie verarbeitet man solche Erlebnisse? Ein Ansprechpartner ist die Notfallseelsorge Baden-Württemberg, die seelsorgliche Akuthilfe für die ersten Stunden nach einem belastenden Ereignis ermöglicht.

Dabei richte sich das seelsorgliche Angebot an die von der Krise direkt Betroffenen und ihre Angehörigen, gelte aber auch den Mitarbeitern der beteiligten Rettungs- und Hilfsdienste, der Feuerwehren und der Polizei, schreibt die Organisation auf ihrer Webseite.

Überall unterschiedlich

Dabei hat jeder Landkreis seine eigene Notfallseelsorge. Auch die jeweilige Ausbildung der Seelsorger, Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und interne Funktionsabläufe können von Landkreis zu Landkreis variieren.

So werden Betroffene im Landkreis Rottweil etwa vom Deutschen Roten Kreuz und der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) in Zusammenarbeit mit der evangelischen und katholischen Kirche betreut.

Einsatz bei Großbrand

Ein weiteres Angebot der Notfallseelsorge ist die Feuerwehrseelsorge. Denn besonders die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sind mit emotional belastenden Ereignissen konfrontiert, die über das normale Maß an beruflichen Stressreaktionen hinaus emotionale Belastungsreaktionen hervorrufen können. Deshalb wurden Methoden entwickelt, die Stressbelastung von Einsatzkräften zu mindern und chronische Folgeschäden zu vermeiden. Im Rahmen der Primärprävention können Einsatzkräfte auf mögliche emotionale Reaktionen vorbereitet werden.

Die Nachsorgedienste sind dann meist nach einem belastenden Einsatz in der Sekundärprävention tätig und bieten unter anderem Einzelgespräche und Gruppeninterventionenangebote an, um mögliche Stressreaktionen zu mindern. Die Fachberater stehen insbesondere nach belastenden Einsatzereignissen wie Großbränden, bei Verkehrsunfällen und Großschadenslagen den Feuerwehren zur Verfügung.

Weitere Unfälle

Und kurze Zeit nach dem tödlichen Unfall kam es in der Region erneut zu Zusammenstößen. Denn eine Woche später kollidierte ein Autofahrer auf der gleichen Strecke mit einem Baum.

Und drei Tage danach wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehren Dornhan, Marschalkenzimmern und Weiden zu einem Verkehrsunfall auf der L 412 gerufen, bei dem drei Personen verletzt wurden – zwei davon schwer.