Die Schließung der Notfallpraxis in Oberndorf stößt auf Kritik. Foto: Eich

Die Schließung der Notfallpraxis in Oberndorf ist für unseren Leser Holger Klein eine Bankrotterklärung. Er plädiert für ein medizinisches Versorgungszentrum.

Die Verlagerung der Notfallpraxis nach Rottweil ist keine Lösung für den Raum Oberndorf-Sulz-Dornhan.

 

Denn nach der Informationsveranstaltung der KVBW zur Schließung der Notfallpraxis wird klar, dass diese Maßnahme keiner Konsequenz einer Reform des Gesundheitswesens entspringt, sondern eine Bankrotterklärung der dafür zuständigen Organisation für ambulante ärztliche Versorgung im Land entspricht.

Zwei Kanus mit einem Loch

Zudem verspricht die von der KVBW entschiedene Schließung der Notfallpraxis in Oberndorf zu Gunsten einer Erweiterung der Notfallpraxis in Rottweil (zwei Stunden mehr in Rottweil) für mich keine Lösung des Problemes.

Um es zu verdeutlichen: Es klingt für mich so, als würde man zwei Kanus mit einem Loch und je einem Kanufahrer zum Leerschöpfen durch ein Kanu mit einem doppelt so großen Loch und nur noch einem Kanufahrer ersetzen.

Geografisch schlechte Lage

Dabei hofft man, dass er das Kanu vor dem Sinken rettet, indem er etwas mehr Zeit zum Schöpfen bekommt.

Des Weiteren ist für mich nicht nachvollziehbar, warum die KVBW, wenn sie sich schon für eine Schließung einer der Notfallpraxen entscheiden musste, für den Erhalt der Praxis in Rottweil aussprach. Dies ist auf Grund der Lage von Rottweil (am Rande des Landkreise) für mich nicht nachvollziehbar. Die geografisch schlechtere Lage Rottweils war auf der von der KVBW gezeigten Übersichtskarte für jeden Anwesenden ersichtlich.

Gemeinsam Lösungen finden

Die Worte des anwesenden Landtagsabgeordneten Stefan Teufel (CDU) mit der Bitte, diese Situation nicht der Landespolitik anzulasten, sondern das Problem als gesamtgesellschaftliche Aufgabe anzusehen, waren da wenig tröstlich. Aber vielleicht lässt sich die Entscheidung der KVBW ja aus Sicht eines Politikers, der für seine Kreisstadt eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung erreichen konnte, auch leichter tragen.

Als Konsequenz bleibt in meinen Augen, dass die Gemeinden Oberndorf, Sulz und Dornhan mit ihren Teilorten nun selbst gemeinsam nach einer Lösung suchen müssen, um für diesen Raum wenigstens die Versorgung mit Hausärzten zu verbessern und zu sichern.

Medizinisches Versorgungszentrum vor Ort

Hier sehe ich die Lösung in unserem Raum in einem zentralen medizinischen Versorgungszentrum (MVZ).

Dabei wünsche ich mir, dass die hier Verantwortlichen nicht vorrangig nach Argumenten sucht, warum das bei uns nicht gehen wird.

Vielmehr sollen sie sich die Kommunen nach Möglichkeiten erkundigen, wie eine solche Einrichtung sich mit Unterstützung der Bürger im Raum Oberndorf-Sulz-Dornhan realisieren lässt.

Holger Klein, Oberndorf

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