Wenn der Strom einmal für längere Zeit ausfallen sollte, kann man in den örtlichen Feuerwehrhäusern sein Handy aufladen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Laut OB Stephan Neher ist Rottenburg gut gerüstet für flächendeckende Katastrophen. Lautsprecherwagen sollen durch die Wohnviertel fahren. Bei der Feuerwehr kann man Handys aufladen.

Welche Notfallpläne hat die Stadt Rottenburg für größere Katastrophen? Das fragte FaiR-Stadtrat Volkmar Raidt neulich im Gemeinderat, anknüpfend an den großflächigen Stromausfall im Südwesten Berlins vor einigen Wochen. Oberbürgermeister Stephan Neher reagierte schmallippig: „Es ist alles geklärt. Aber es ist vielleicht nicht so geschickt, wenn man die Notfallpläne alle öffentlich ausbreitet.“ Weil die Pläne sonst auch für etwaige Saboteure einsehbar wären.

 

Doch CDU-Stadtrat Reinhold Baur hakte nach. Er hatte gelesen, dass Rottenburg die örtlichen Feuerwehrhäuser in den Rottenburger Ortschaften als Notfall-Treffpunkte vorgesehen habe. Das halte er für „unsinnig“, sagte der frühere Ergenzinger Ortsvorsteher. Denn die Feuerwehr werde möglicherweise beim Ausrücken behindert, wenn sich die Hilfesuchenden gerade dort versammeln. In anderen Städten seien dagegen „große Hallen“ als Anlaufstelle vorgesehen.

Die Feuerwehr hat Strom-Generatoren

Die Feuerwehrhäuser seien auch nicht dazu gedacht, sich dort aufzuhalten, aufzuwärmen oder gar zu übernachten, stellte Neher klar. Sondern: „Bei der Feuerwehr gibt es Strom.“ Dort könne man sein Handy aufladen, „und dann wieder heimgehen“. Die Feuerwehren verfügen über eigene Notstrom-Aggregate.

Im Katastrophenfall sei die Kommunikation besonders wichtig. Die Feuerwehr und andere Rettungskräfte sollen dann mit Lautsprecherwagen durch die Wohnviertel fahren und die Einwohner informieren, sagte Neher. Das sei in einer Großstadt wie Berlin vielleicht nicht praktikabel, aber in „Ortschaften mit 4000 Einwohnern“ seien Lautsprecher-Durchsagen das beste Mittel.

Im Notfall auf die Fachleute verlassen

Neher setzt auf pragmatische Absprachen, so wie in der Corona-Zeit. „Es macht keinen Sinn, überall Notfall-Ordner mit 500 Seiten hinzustellen. Damals haben wir die Ortsvorsteher angerufen und die Feuerwehr.“ Alles sei so vorbereitet, dass die Verwaltungsspitze „innerhalb von 15 Minuten“ alle entscheidenden Leute in der Kernstadt und in den Ortschaften erreichen könne.

Ordnungsamtsleiterin Nehle Betz ergänzte, dass „alle neuen Hallen“ im Stadtgebiet als Notunterkünfte vorgesehen seien. Für die notwendige Ausrüstung habe die Stadtverwaltung schon „viele Förderanträge“ gestellt. Rottenburg könne sich auf seinen hauptamtlichen Stadtbrandmeister ebenso verlassen wie auf den Tübinger Kreisbrandmeister (der früher Stadtbrandmeister in Rottenburg war). Das seien erfahrene Leute. Im Katastrophenfall, sagte Betz, „machen wir es natürlich so, wie die uns vorschlagen“.