Ein solches Malheur ist unangenehm. Eine Person ging im Bahnhofsgebäude in Bad Liebenzell auf die Toilette. Danach kam sie nicht mehr heraus. Das beschäftigte die Feuerwehr Bad Liebenzell – und die Bundespolizei. Warum das?
Daniela Busse, Pressesprecherin der Bundespolizeiinspektion Karlsruhe, bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion, dass eine Streife der Bundespolizei an jenem 2. Mai, dem vergangenen Freitag, vor Ort war.
Verriegelte Türe lässt sich nicht mehr öffnen
Es war um 13.57 Uhr, als die Feuerwehr in Bad Liebenzell alarmiert wurde.
Ein Fahrgast konnte im Bahnhofsgebäude die elektrisch verriegelte Türe nicht mehr öffnen.
Die Feuerwehr eilte zu Hilfe und öffnete die WC-Türe mit einem Spezialwerkzeug.
„Die befreite Person war wohlauf und konnte die Reise fortsetzen“, heißt es auf der Facebookseite der Feuerwehr Bad Liebenzell.
Haltepunkte, Strecken und Züge im Blick
Und dass die Bundespolizei auch vor Ort war, hängt mit den Zuständigkeiten zusammen. Die Bundespolizei kümmert sich grundsätzlich um die Bahnanlagen, macht Pressesprecherin Busse deutlich. Das gilt für die Haltepunkte, die Strecke und die Züge.
Die Bundespolizeiinspektion Karlsruhe kümmert sich um die Bahnstrecken bis Hochdorf und Mannheim.
Der Zuständigkeitsbereich erstreckt sich über die vier Landkreise Calw, Karlsruhe sowie den Enzkreis und den Rhein-Neckar-Kreis.
Hinzu kommen die vier Stadtkreise Pforzheim, Karlsruhe, Heidelberg und Mannheim, zählt Busse auf.
Allerdings ist die Bundespolizei nur für die von der Deutschen Bahn AG genutzten Strecken und Anlagen verantwortlich.
Wenn die Deutsche Bahn AG dagegen Strecken andere Verkehrsunternehmen verpachtet, ist nicht mehr die Bundes-, sondern die jeweilige Landespolizei zuständig, macht Busse deutlich.
Das gilt zum Beispiel für die von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mit Sitz in Karlsruhe betriebenen Strecken, Züge und Anlagen. Darüber hinaus ist die Bundespolizei für den Schutz der Grenzen der Bundesrepublik Deutschland verantwortlich.
Dabei geht es zum Beispiel um Kontrollen und Fahndungen, teilt Busse mit.
Schutz der Grenzen
Hierbei ist die Bundespolizei nicht nur direkt an der Grenze aktiv.
Ihr Einsatzgebiet geht bis ungefähr 30 Kilometer hinter die Grenze.
Hier reicht die Zuständigkeit der Bundespolizeiinspektion Karlsruhe von der Landesgrenze aus gesehen von Bruchsal im Norden bis Enzklösterle im Süden.