Der Tagesablauf der Notbetreuung gleicht dem regulären. Foto: Stadt Wildberg

Wildberger Tagesstätten bieten Bastelpakete für zu Hause an. Die Belastung der Familien nimmt zu.

Die Kiindertagesstätten und Schulen im Wildberger Stadtgebiet sind grundsätzlich geschlossen. Eltern, die berufstätig sind und keine andere Möglichkeit haben, ihr Kind zu betreuen, können diese zur Notbetreuung anmelden. Die Notbetreuung ist kostenpflichtig.

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Wildberg - Kinder können angemeldet werden, wenn die Erziehungsberechtigten berufstätig sind, keine andere Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung steht, sie gilt während der Berufsausübung und bei möglicher Kindeswohlgefährdung.

Aktionen erhalten Kontakt der Kinder zum Kindergarten

Die Kinder werden, auch wenn es deutlich weniger sind als sonst, nur innerhalb ihrer Gruppen betreut, damit es zu keiner Durchmischung kommt. Der Tagesablauf ist aber ähnlich dem normalen, erklären Gaby Wohlleber, Leiterin der Kindertagesstätte in Sulz am Eck, und Iris Braun vom Kindertarten in Gültlingen erzählen. Der strukturierte Tagesablauf sei wichtig für die Jungen und Mädchen. "Das gibt den Kindern Halt und Verlässlichkeit in diesen Zeiten", sagt Gaby Wohlleber. Die schneereichen Tage seien "ganz prima und hilfreich" gewesen, denn so konnten die Kinder Schlitten fahren, Schneemänner bauen und sich ablenken. Regelmäßig informiere die Sulzer Tagesstätte die Eltern über die aktuelle Situation, sende per Mail auch Geschichten, Gedichte, Malbilder, Experimente und vieles mehr für die Kinder. Auch eine "Kindergarten-to-go-Tüte" konnten die Familien in Sulz am Eck abholen. "Solche Aktionen", erklärt Wohlleber, "sollen den Kontakt der Kinder zum Kindergarten erhalten."

Ähnlich handhabt das die Tagesstätte im Gemeindezentrum, wie Annette Schwab berichtet. Zweimal pro Woche werden Angebote über eine eigene App verschickt. Diese sei "ganz toll und hilfreich". Jederzeit können Eltern darüber auch Fragen an die Einrichtung schicken, was rege genutzt werde. Zudem halte man telefonisch Kontakt, "worüber die Freude oft rührend ist". Außerdem können auch dort Bastelkisten abgeholt werden. Material für zuhause und auf der Homepage stellt auch der Kindergarten Effringen zur Verfügung, so Leiterin Vanessa Döring. Man telefoniere, und unter dem Gesichtspunkt des Kindeswohlseins seien auch schon Kinder in die Notbetreuung eingeladen worden: "Wir merken bei manchen Kindern Verhaltensveränderung und Probleme, die wir auf den Lockdown und die Zeit zu Hause zurückführen."

Belastung in den Familien "nimmt zu"

Die Familien kommen unterschiedlich gut mit der derzeitigen Situation klar. Besonders, wenn mehrere Kinder verschiedener Altersgruppen in einer Familie leben, werde es schwierig, berichten Gaby Wohlleber und Vanessa Döring. Dazu kämmen technische Probleme, so Wohlleber weiter, und das Akzeptieren der Eltern als Lehrer. "Die Zeiten sind für alle Familien sehr herausfordernd und anstrengend", betont Gaby Wohlleber. "Wir merken, dass die Belastung in den Familien zunimmt", erzählt auch Vanessa Döring. Die Eltern beklagen wenig Planbarkeit. Niemand wisse genau, wann und wie es weitergeht.

Den meisten Familien gehe es "den Umständen entsprechend gut", schätzt Annette Schwab. Allerdings erscheine das Homeschooling der Grundschüler für Familien mit Migrationshintergrund "herausfordernd". "Manche Eltern sind sehr belastet durch die ganze Situation und kommen an ihre Grenzen", weiß man im Kindergarten in Schönbronn. Andere hingegen würden die freie Zeit mit der Familie genießen.

In Anspruch genommen wird die Notbetreuung aus ganz unterschiedlichen Gründen. Auch ist die Inanspruchnahme verteilt auf die einzelnen Einrichtungen sehr unterschiedlich – eben je nach Bedarf und anderen Möglichkeiten der Eltern.

"Für viele Familien wird es mit zunehmender Schließungsdauer schwierig mit dem Fernunterricht, obwohl wir die Pläne nach Stundenplan aufgebaut haben, um den Vormittag vorzustrukturieren", berichtet Heike Müller, Rektorin der Grundschule Sulz am Eck/Gültlingen. Man merke ein Nachlassen der Motivation, und es werde länger geschlafen. "Trotz Videounterricht und Zeitfenstern für Fragen zu den Aufgaben, sind die Eltern teilweise sehr gefordert." Die Kinder der Notbetreuung kämen gerne vorbei, so Müller weiter, und freuen sich über den Kontakt zu anderen Kindern.

Am Bildungszentrum deckt die Notbetreuung den Stundenplan der Klasse ab, erzählt der stellvertretende Schulleiter Jochen Fouquet. Die (Not-)Betreuungszeiten dauern daher von 7.40 bis 12.50 Uhr. Die Betreuung übernehmen Lehrkräfte, deren Deputat aufgrund der aktuellen Situation gekürzt wurde, also beispielsweise Lehrer im Fach Sport. Fouquet schätzt: "Die Eltern sind froh, dass sie Entlastung haben."

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