In den Kindergärten in Bad Herrenalb herrscht Notbetreuung. Foto: Gegenheimer

Auch in Bad Herrenalber Einrichtungen gibt es nur Notbetreuung. Eltern schaffen Alternativen.

Kindergarten 2021 - das gibt es bisher im Corona-Lockdown nur als Notbetreuung. Das gilt auch für die Bad Herrenalber Einrichtungen in Bernbach, Neusatz, Rotensol sowie im Kinderhaus Regenbogen in der Kernstadt.

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Bad Herrenalb - Einmal wöchentlich gibt es einen Austausch des Leitungspersonals aller Einrichtungen, um sich über weitere Vorgehensweisen abzusprechen, berichtet Michaela Härter, die Leiterin des Kinderhauses im Dobeltal. Das besuchen in normalen Zeiten 162 Kinder. Momentan sind es 48, darunter vor allem Ganztageskinder, deren Eltern eine Unabkömmlichkeitsbescheinigung ihres Arbeitgebers vorlegen sowie solche Kinder, die präsenzpflichtig sind, zum Beispiel auf Weisung des Jugendamtes.

Leiterin Härter berichtet: "Nur wer tatsächlich keine andere Möglichkeit hat, bringt sein Kind derzeit zu uns. Und das ist gut so, denn nur so kann die Kontaktminimierung gelingen." Als im Frühjahrslockdown in der zweiten Stufe erweiterte Notbetreuung angeboten worden war, seien wesentlich mehr Kinder gekommen.

Mittlerweile hätten sich Eltern Alternativmöglichkeiten geschaffen, würden Kinder zu Hause bleiben, wenn es irgendwie gehe. "Wir sind froh über das große Verständnis", betont Härter, "die Familien sind auch selbst vorsichtiger mit Kontakten geworden. Mittlerweile kennt jeder jemanden, der Corona hatte."

Unter den 27 pädagogischen Fachkräften im Dobeltal ist das Risiko einer Ansteckung stets präsent. "Sie stecken das unterschiedlich weg", so Härter. "Solche mit Vorerkrankungen setzen wir so wenig wie möglich in der direkten Kinderbetreuung ein."

Die Kleinen brauchen Körperkontakt und Zuwendung

Zweimal waren je zwei Krippengruppen wegen Coronafällen geschlossen. Die Erzieherinnen und Erzieher dürften ihre Ängste offen aussprechen, das sei wichtig. Auch gibt es die Berechtigung, sich in bestimmten Abständen auf das Virus testen zu lassen. "Als Team möchten wir so viel Normalität wie möglich leben". Das ist Härter wichtig.

In den einzelnen Gruppen, die nun zum Glück deutlich kleiner sind, tragen weder Kinder noch Erzieher Masken. "Wir Erwachsenen tragen sie, wenn wir aus dem Gruppenraum gehen", erklärt Härter. "In der Gruppe ist enger Kontakt unerlässlich. Kinder brauchen direkte Zuwendung und auch mal Körperkontakt."

Gruppen und zugeordnete pädagogische Kräfte würden mit so wenig Wechsel wie möglich geführt. Spaziergänge und überhaupt Bewegung draußen gibt es dagegen umso mehr: Die Fütterung am Hirschgehege mit dem Förster gehört zu den Lieblingsaktivitäten.

"Die Kinder kommen mit den ganzen Veränderungen relativ gut klar", berichtet Härter weiter, "die intensivere Zuwendung und größere Ruhe kleinerer Gruppen kommt ihnen entgegen. Verunsicherung gibt es mehr bei den Eltern." Ein großes Plakat informiere zum Beispiel über die Abläufe beim Bringen und Abholen in der Coronazeit. "Hereinkommen dürfen die Erwachsenen – aber nur eine festgelegte Person je Familie."

Vom Mitarbeiterstamm sind derzeit zehn vormittags und acht nachmittags in der Kinderbetreuung eingesetzt. Die übrigen Mitarbeiter planen kommende Abläufe – zum Beispiel, wie Fasching trotz Abstand ein Mehrwert für die Kinder werden kann – oder sie packen Aktionspakete für jene Kinder, die zu Hause sind. Um den Kontakt zu halten, Eltern und Kindern zu zeigen, "dass wir noch da sind". Die Pakete beinhalten Vorlesegeschichten, Bewegungs- und Bastelangebote und kommen jede Woche einmal nach Hause. "Die Eltern kontaktieren wir auch mal telefonisch, geben per ­E-Mail wichtige Neuigkeiten weiter", führt Härter weiter aus.

Die Neuregelungen sind einer jener Punkte, die die Kinderhausleiterin als am herausforderndsten bewertet: "Die ständig neuen Vorschriften machen den täglichen Ablauf anstrengend. Sie verunsichern auch uns. Wir haben nie Planungssicherheit für einen längeren Zeitraum, müssen oft zweigleisig vorplanen." Gespannt sind alle in den Kindereinrichtungen auf das, was diese Woche bundes- und/oder landesweit beschlossen wird.

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