Stephanie Uhrig übernimmt die Leitung der Wache in Wildberg. Foto: Geisel

Die Johanniter haben ihre neue Rettungswache in der Nagolder Straße in Wildberg bezogen. Der Standort bringt viele Verbesserungen für die Hilfsorganisation.

Wildberg - Im Kreis Calw reichen die derzeitigen Kapazitäten – mit Blick auf alle Hilfsorganisationen – nicht aus. Das ergab ein Gutachten, wie Matthias Mast, Sachgebietsleiter Rettungsdienst bei den Johannitern, erklärt. Also wurde eine Vorhalteerweiterung beschlossen. Das bedeutet: mehr Fahrzeuge und mehr Fachkräfte für den Kreis, teilweise neu aufgeteilt auf die Standorte und Gebiete. Diese Überprüfung ergab auch, dass ein Rettungswachen-Standort in Wildberg sinnvoll wäre. Bislang wurde die Schäferlaufstadt von Einsatzkräfte aus Nagold, Martinsmoos und Calw betreut. "Die Johanniter wollten Wildberg haben", sagt Matthias Mast, der mehr als glücklich mit dem neuen, durch ein Gutachten als günstig ermittelten Standort ist. Für die Johanniter bringt der nämlich gleich mehrere Vorteile.

Zum einen haben sich die Johanniter nun aus Altensteig zurückgezogen, wo sie sich das Einsatzgebiet mit dem DRK teilten – ebenso wie die Rettungswache, die wochenweise durch je eine der Hilfsorganisationen besetzt war. Ein Ziel der Neustrukturierung ist es, gemischte Wachen zu vermeiden. Das ist damit erreicht. Für die Bürger ändert sich nichts, versichert Mast, nur dass in der Flößerstadt nun eben dauerhaft das DRK ausrückt.

In Altensteig und Nagold übernimmt das DRK

Zum anderen waren die Johanniter mit ihrem Rettungswagen in Nagold seit 2019 in einer Übergangslösung untergebracht, ebenfalls in einer Wache des DRK. Auch diese suboptimale Lösung ist damit passé. Im November soll der Rettungswagen nach Wildberg umziehen. In Nagold war dieser zwölf Stunden täglich in Bereitschaft – was künftig das DRK vom Klinikum aus abdecken wird –, in Wildberg wird der Rettungswagen 24 Stunden täglich in Bereitschaft sein. Das bereits jetzt dort stationierte Notarzteinsatzfahrzeug ist montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr besetzt. Laut Gutachten ist in diesem Zeitraum das Einsatzaufkommen am höchsten.

Stephanie Uhrig leitet den Standort

Die neue Wache ist den Anforderungen entsprechend ausgestattet und bietet den Notärzten, die vom Klinikverbund Südwest gestellt werden, die Möglichkeit, sich zwischen den Einsätzen auszuruhen oder Arbeiten am Computer nachzugehen. Annette Renz, selbst auch als Notärztin in vielen Einsätzen unterwegs, übernimmt die Koordination als standortverantwortliche Notärztin für den Klinikverbund Südwest. Die Leitung der Wildberger Wache liegt in den Händen von Stephanie Uhrig.

Optimale Lage

Die Lage an der Nagolder Straße ist für die Rettungswache optimal, denn sie ermöglicht ein schnelles Ausrücken. Das gilt nicht nur für Einsätze in Wildberg. Über die Hauptverkehrsachse gelangen die Einsatzkräfte auch zügig Richtung Nagold, Calw und Deckenpfronn. Aufgrund der neu eingeführten Geo-Referenzierung werden die Fahrzeuge nämlich auf Basis ihres aktuellen Standorts zum Einsatzort gerufen. Und da ist die Wache in Wildberg günstig für die gesamte Umgebung gelegen. Durch all das hat der Umzug die Belastung für die Johanniter deutlich reduziert, fasst Matthias Mast zusammen.

Der nächste Umzug ist bereits geplant

Obwohl das Team – um die 15 hauptamtliche Kräfte werden in Wildberg stationiert sein – mit seiner neuen Wache sehr zufrieden ist, handelt es sich nur um eine Übergangslösung. Mehrere mögliche zentrale Standorte für einen Neubau in Wildberg werden derzeit untersucht. In zwei bis drei Jahren ist der nächste Umzug geplant.

Alle ziehen an einem Strang

Auf dem gesamten Weg habe man von allen Seiten "überwältigende Unterstützung" erfahren, betonen Matthias Mast und Stephanie Uhrig. Das gelte für die Stadtverwaltung, die neuen Vermieter und die Mitmieter im Gebäude. Bürgermeister Ulrich Bünger schlug bei seinem Begrüßungsbesuch auch gleich einen gemeinsamen Termin vor, so dass auch in Zukunft gut und konstruktiv weiter zusammengearbeitet werden könne. Er sei sehr froh, "dass im Stadtgebiet diese wichtige und wertvolle Einrichtung für die Bevölkerung stationiert werden konnte". Alle hätten dafür an einem Strang gezogen: "Dafür ganz herzlichen Dank an die Johanniter, den Klinikverbund Südwest und den Vermieter."