Der Musikverein Oberweier wurde vor 100 Jahren gegründet. Um das zu feiern, stellten die Mitglieder eine große Sammlung an Gegenständen zusammen.
Kunst, Kultur und Kameradschaft sowie Glück, Freude und die Verbindung von Generationen – all das trägt einen Namen: Musikverein Oberweier. Die Sonderausstellung „100 Jahre Musikverein Oberweier“ spannt einen starken Bogen von der Gründung im Jahr 1925 bis in die Gegenwart. Zu sehen gibt es Dokumente und Bilder aus den frühen Jahren des Vereins, in dem das Fundament gelegt wurde für die heutige Zeit. Zu sehen gibt es aber auch eine Schöpfkelle und ein Messer im Schaukasten, der auch den vielen ehrenamtlichen Helfern gewidmet ist. Niemand wird vergessen. Dabei ehrt der Musikverein nicht nur sich und seine 100-jährige Geschichte. Im Verein gibt es über das vergangene Jahrhundert viele Menschen, auf die immer Verlass gewesen ist. Rainer Moser vom Vorstand im Musikverein führte in die bewegende Geschichte ein und streifte die Vergangenheit mit einem starken Bezug zum Hier und Jetzt.
Edelblechquartett eröffnete den Abend musikalisch
Zur Eröffnung des Abends spielte ein Edelblechquartett mit Benno Haas, Adam Kalbfuß, Konstantin Haas und Julius Moldenhauer. 44 Jahre des Musikvereins sind auch geprägt vom Dirigenten Adam Kalbfuß, über den Moser bemerkte: „Die 44 Jahre allein wären eine eigene Ausstellung wert.“
Dank galt für die gelungene Ausstellung allen, die sich in besonderem Maße eingebracht hatten. Allen voran Albrecht Stuber, der Archivar im Förderkreis Oberweirer Heimatgeschichte, der dem Verein mit Ideen, Erfahrung und tatkräftigem Handeln zur Seite gestanden hat. Seiner Gabe sei es zu verdanken, dass kleine Details gekonnt der Ausstellung zur Abrundung verhelfen. Dank galt auch Reinhard Krauß, der ebenfalls über viele Monate dem Verein seine Unterstützung geschenkt habe. Zu den großen Mitstreitern zählten für Moser auch seine Vorstandskollegen Jeanette Reutter und Eduard Stuber. Die Anstrengungen hätten sich gelohnt und die Besucher fühlten sich zur Vernissage pudelwohl und liebten es, an den zahlreichen Bildern Namen und Menschen zu entdecken, die sie ein Stück des Weges begleitet haben.
Wie viele Stunden für die korrekte Beschriftung der Bilder zusammengekommen sind, vermochte Moser nicht zu sagen. Wichtig sei, dass für all jene, die eventuell in 50 Jahren die Sonderausstellung „150 Jahre Musikverein Oberweier“ vorbereiten werden, die Namen nicht vergessen sind.
Schon früh legte der Verein großen Wert auf die Jugend
„Die Bedeutung der Jugend wurde schon früh im Verein erkannt“, betonte er. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte habe es so manchen Ausbilder und Jugendleiter gegeben, der mit sehr viel Herzblut der Jugend die Liebe zur Musik vermitteln wollte. Neben dem Musikern vereinte den Verein auch Ausflüge und „denkwürdige Freizeiten“ oder sonstige Unternehmungen.
Alles fing im Jahr 1925 an
Zur Geschichte des Musikvereins Oberweier: Im Jahr 1925 zählte der Friesenheimer Ortsteil etwa 1000 Einwohner. Zur Gründungsversammlung im Jahr 1925 hatte der Verein bereits insgesamt 87 Mitglieder. Erste gebrauchte Instrumente wurden auf Kredit vom Musikverein Niedereschach bei Villingen gekauft. Lorenz Weis aus Heiligenzell war damals der erste Dirigent. Zum Weißen Sonntag 1925 war der Musikverein erstmals öffentlich zu hören. Der Zweite Weltkrieg brachte das Vereinsleben nahezu zum Erliegen. Bereits im September 1946 fand eine Wiedergründungsversammlung statt. Eine erste Uniform trugen die Musiker im Juli 1956 zur Primiz von Pater Julius Moser. Mit großen Festen feierte der Musikverein seine runden und halbrunden Geburtstage. Ein sehr großes Augenmerk wird im Musikverein seit 100 Jahren auf die Ausbildung der Jugend gelegt.
Info – Öffnungszeiten
Die Ausstellung öffnet immer am ersten Sonntag im Monat, von 14 bis 18 Uhr, bis zum 4. Januar und zusätzlich am zweiten Weihnachtsfeiertag. An den Öffnungstagen wird es immer Live-Musik zu jeder vollen Stunde geben mit einer kleine Gruppe aus dem Verein. Am Sonntag, 5. Oktober, ist das Heimatmuseum in Oberweier von 14 bis 18 Uhr geöffnet.