Seit gut einem Jahr gehört St. Georgen der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) an. Doch wie war dieses Jahr unter Corona-Bedingungen? Und wie blickt die Ferienregion in die Zukunft? HTG-Geschäftsführer Thorsten Rudolph schwankt zwischen Corona-Blues und Optimismus.
St. Georgen/Hinterzarten - Ganz neu ist St. Georgen bei der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) nicht mehr. Immerhin ist es mittlerweile etwas mehr als ein Jahr her, dass die Bergstadt zusammen mit den weiteren früheren Ferienland-Kommunen Furtwangen, Schonach und Schönwald offiziell ihre neue Tourismus-Heimat eingegliedert wurde.
Ganz ist dieser Prozess, der bereits im Jahr 2020 anlief, auch zu Beginn des laufenden Jahres nicht abgeschlossen – aber immerhin größtenteils, wie Herbert Kreuz, Pressesprecher der HTG im Gespräch mit unserer Redaktion bilanziert. Auch wenn einzelne Details noch angepasst werden – ein Prozess, der wie zuletzt in St. Georgen bei der Einführung der Drei-Welten-Card auch immer wieder Konfliktpotenzial hat –, so sieht Kreuz die Integration und deren Ablauf insgesamt als "gute Sache".
Branche "gebeutelt wie sonst fast keine andere"
Integrationsprozess hin oder her – 2021 war für Hoteliers und Co. ein schwieriges Jahr. Daraus macht auch HTG-Geschäftsführer Thorsten Rudolph keinen Hehl. Erst Mitte Mai konnte das Tourismus-Jahr wegen des Lockdowns überhaupt beginnen. Und auch danach bestimmte die Pandemie das Geschäft – etwa, indem die Zahl derjenigen, die kurzfristig buchten, in der Corona-Zeit laut HTG-Pressesprecher Kreuz zunahm. Abgesehen vielleicht von Kulturschaffenden sei die Tourismus-Branche durch Corona "gebeutelt wie sonst fast keine andere", resümiert Rudolph.
Umso größer dürfte die Sehnsucht nach Normalität sein. Doch wann ist es soweit? "Jetzt in die Glaskugel zu schauen ist schwer", meint Rudolph – und verweist darauf, dass Experten zu Beginn der Pandemie angenommen hatten, dass sich die Lage bis 2021, spätestens aber bis 2022 wieder normalisieren werde. "Jetzt ist 2022 und Corona ist immer noch da." Mittlerweile hält Rudolph die Prognose, dass erst 2024 wieder Normalität einkehre, für realistisch.
Zwei Zauberworte: digital und nachhaltig
Für die Branche heißt es also noch durchhalten. Die gute Nachricht: Für die Zeit danach ist Rudolph optimistisch. "Die Menschen wollen wieder in den Urlaub gehen", ist er sich sicher. Allerdings werde bei der Entscheidung wo es hingehen soll, genau darauf geschaut, welche Regeln vor Ort gelten, wie hoch die Inzidenz ist und wie einfach es ist, ein- und wieder auszureisen. "Wir müssen dem Gast das Gefühl geben, dass wir mit unseren Regeln und Maßnahmen alles tun, um durch die Krise zu kommen", appelliert Rudolph.
Doch nicht nur das Überwinden der Corona-Krise sieht der HTG-Geschäftsführer als zentral an. Ihm zufolge werden in Zukunft vor allem zwei Worte über den Tourismuserfolg des Hochschwarzwalds entscheiden: Digitalität und Nachhaltigkeit. Wer bei den Trends hin zu digitaler Vermarktung, die es erlaube, mit dem Kunden in Kontakt zu treten und ihn besser zu steuern, und umweltverträglichem Tourismus vorne mit dabei sei, "wird in drei, vier, fünf Jahren zu den Gewinnern gehören". Obwohl Rudolph die HTG auf einem guten Weg sieht, werden in den kommenden Jahren Anpassungen und Änderungen notwendig sein. "Wir müssen nicht nur mithalten, sondern einen Schritt voraus sein", lautet seine Zielvorstellung.