Im Zuge der Ansiedlung des Norma-Markts (linker Hand etwa in Höhe des Ortsschildes) ist in Bösingen am Ortsrand Richtung Herrenzimmern eine Querungshilfe geplant. Foto: Weisser

2,5 Millionen Euro will der Lebensmittel-Discounter Norma in den Neubau seiner neuen Filiale in Bösingen investieren. Die Firmenvertreter Frank Baderschneider und Markus Seitz präsentierten das Projekt in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Bösingen - Dabei gingen sie kurz auf die Firmengeschichte ein. Das in Fürth ansässige Unternehmen ist nach eigenen Angaben in Deutschland, Frankreich, Tschechien und Österreich mit insgesamt 1450 Filialen vertreten. Mit 1100 Quadratmetern werde der Bösinger Markt gegenüber den Räumlichkeiten in Bochingen etwas größer, erklärte Baderschneider. Im geplanten Gebäude am Ortsausgang Richtung Herrenzimmern soll eine Bäckerei mit einem kleinen Café Platz finden.

"Wir sprechen mit jedem", erklärten die Norma-Vertreter auf den Hinweis von Bernadette Stritt, dass es in der Gemeinde bereits drei Bäckereien gäbe. Man wünsche sich auf jeden Fall einen leistungsfähigen und zuverlässigen Anbieter, hieß es. Backwaren würden im Markt angeboten, erfuhr Gudrun Müller.

Rainer Hezel erkundigte sich nach den Arbeitsplätzen, die mit zehn bis 15 angegeben wurden. Diese teilten sich in Vollzeit-, Teilzeit- und Aushilfsbeschäftigungen auf. Es würden auch Ausbildungsplätze.

Gemeinderat Gotthard Mei erinnerte daran, dass es bei Norma-Filialen große Unterschiede in Ausstattung und im allgemeinen Erscheinungsbild gäbe. Als Negativbeispiel nannte er das Geschäft in der Innenstadt von Schwenningen. Der neue Markt in Bösingen werde mit der neuesten Einrichtung ausgestattet und sei keineswegs mit älteren Filialen wie in Schwenningen zu vergleichen, entgegnete Seitz. Die Anlieferung – gesprochen wird von durchschnittlich eineinhalb Fuhren pro Tag – erfolge morgens um 6 Uhr.

Blick auf Bebauungsplan

Im Anschluss an diesen Tagesordnungspunkt erläuterte Ingenieur Martin Weisser das erforderliche Bebauungsplanverfahren. Zur Information: Die von Norma erworbenen, bisher landwirtschaftlich genutzten Grundstücke – sie liegen bis zu 2,5 Meter unter dem Straßenniveau – sind im Flächennutzungsplan als Gewerbeflächen vorgesehen. Auf diesem Areal war also schon bisher eine gewerbliche Nutzung geplant.

Für die Realisierung des Vorhabens muss ein Bebauungsplan, "Riedstraße West", aufgestellt werden. Das Planwerk umfasst nur die zwei von "Norma" erworbenen Grundstücke.

Verkehrstechnisch werde der Markt mit zwei Zufahrten erschlossen, hieß es. Eine davon sei für den Anlieferverkehr vorgesehen. Für die Fußgänger ist der Markt über einen Gehweg zu erreichen. Die Fläche stehe im Eigentum der Gemeinde, es gäbe somit keine Probleme, informierte Weisser. Weiterer Hinweis: Eine 2,5 Meter breite Querungshilfe teile die Kreisstraße auf Höhe des Norma-Marktes in zwei Fahrspuren.

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Ein Leitungsrecht – es handle sich um einen Regenwasserkanal Richtung Seltenbach – sei zu beachten. Die Firmenvertreter sprachen von 59 Parkplätzen. Baurechtlich sei diese Anzahl ausreichend. An maximal zwei Stationen könnten Elektroautos aufgeladen werden.

Zwei Ratsmitglieder stimmten gegen den Aufstellungsbeschluss, drei enthielten sich der Stimme. Frühzeitig werden die Behörden und die Bürger am Verfahren beteiligt. Für Weisser ist das der "richtige Weg für den Dialog". Die Bürgerbeteiligung, so wurde von den Gegnern in der Sitzung deutlich zum Ausdruck gebracht, hätten sie allerdings schon vor dem Start des Bebauungsplanverfahrens gewünscht.

Versäumnisse eingeräumt

Ratsmitglied Bernadette Stritt ("Wir müssen die Leute mitnehmen") räumte diesbezüglich Versäumnisse ein. Die mögliche Ansiedlung eines Lebensmittel-Discounters ist seit November 2020 in der Gemeinde bekannt. Im Rahmen der 2021er-Haushaltsberatung hörten die Gemeinderäte davon, dass in der mittelfristigen Finanzplanung in der Rubrik "Straßenbau" für das Jahr 2022 ein Betrag von 100 000 Euro eingestellt werden soll. Bezeichnet war die Position mit "Querungshilfe anlässlich Ansiedlung Einkaufsmarkt".

Von den angesprochenen Oberflächenwasserproblemen in der Herrenzimmerner Straße habe er bisher nicht gewusst, erklärte Ingenieur Weisser.

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