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Nordschwarzwald Unfallstatistik: Fast 500 Prozent mehr Verkehrstote

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Die Zahl der Menschen, die im Straßenverkehr im Kreis Calw gestorben sind, ist im Jahr 2019 stark gestiegen. Foto: Gollnow

Nordschwarzwald/Pforzheim - Auf den Straßen im Nordschwarzwald sind im Jahr 2019 so viele Menschen ums Leben gekommen wie seit 2008 nicht mehr. 42 Menschen verloren ihr Leben auf den Straßen der Region. Diese traurige Bilanz hat das Polizeipräsidium Pforzheim gezogen. Allein im Kreis Calw schoss die Zahl der Verkehrstoten von drei im Jahr 2018 auf 17 im Jahr 2019 nach oben.

Es war eine traurige Premiere für das neu ins Leben gerufene Polizeipräsidium Pforzheim. Bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik mussten die Ordnungshüter von 42 Menschen berichten, die im Straßenverkehr des Nordschwarzwalds im Laufe des Jahres 2019 ihr Leben verloren haben – und das bei einer rückläufigen Zahl an Unfällen. Die lag mit 17 702 und 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch die Zahl der bei diesen Unfällen schwer verletzten Menschen sank – und zwar deutlich um 13,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der leicht Verletzten war rückläufig.

Bleibt also die massiv gestiegene Zahl bei den getöteten Verkehrsteilnehmern. Ein echter roter Faden ist nur schwer erkennbar. Bei 39 Verkehrsunfällen wurden 42 Menschen getötet, 36 dieser Unfälle geschahen auf außerörtlichen Strecken. Gut die Hälfte der Unfalltoten gehörte zu Personengruppen, die die Polizei als "Risikogruppen" definiert: Unter den Getöteten waren elf Senioren und neun junge Erwachsene. 55 Prozent waren Autofahrer (19) oder -mitfahrer (4). Neun der Getöteten – das entspricht einem Anteil von 21 Prozent – waren Motorradfahrer. In Lastkraftwagen starben drei Menschen.

Unter den Verkehrstoten waren zwei Radfahrer, darunter ein älterer Mensch, der mit einem Pedelec und ohne Helm einen Unfall verursachte. Dazu kommen fünf tödlich verunglückte Fußgänger – unter ihnen zwei Kinder unter fünf Jahren.

Die Hälfte aller Alkoholfahrten mit mehr als 1,1 Promille

Auffällig ist das Bild, das sich in dieser Hinsicht für den Kreis Calw ergibt. Nicht nur, dass die Zahl der Getöteten von drei auf 17 heraufschnellte – mit diesen 17 liegt der Kreis Calw im Polizeipräsidium auch an der Spitze bei den Verkehrstoten 2019. Im Kreis Freudenstadt waren es 15, im Enzkreis acht und in Pforzheim einer. Einen Toten gab es auf der Autobahn im Bereich des Präsidiums.

Im Kreis Calw waren unter den Verkehrstoten acht Autofahrer, drei Mitfahrer im Auto, drei Motorradfahrer, zwei Fußgänger und ein Lastwagenfahrer. Was das Alter angeht, waren es vier junge Erwachsene und fünf Senioren. Ein echter Schwerpunkt – ob nun örtlich gesehen als auch mit Blick auf die Verkehrssituation – sei nicht zu erkennen, heißt es im Bericht des Präsidiums Pforzheim.

Das letzte Mal, dass es so viele Tote auf den Straßen des Kreises gab, war im Jahr 2012. Mehr Verkehrstote gab es zuletzt im Jahr 2004 mit 18.

Bei den Unfallursachen mit Personenschaden gab es den größten Sprung bei der Ursache "Überholen". Da sank der Wert von 36 auf 21 – um mehr als 41 Prozent. Spitzenreiterin bei den Unfallursachen ist die Vorfahrtsverletzung (61 Unfälle), dicht gefolgt von der Geschwindigkeit (60 Unfälle). Einen deutlichen Anstieg von 17,1 Prozent gab es bei den Unfällen mit Fußgängern. Insgesamt verunglückten im Kreis Calw 47 Fußgänger, 20,5 Prozent mehr als 2018. Um 18,4 Prozent stieg die Zahl der Unfälle mit Radfahrern. An diesen waren auch elf Pedelecs beteiligt.

Einen deutlichen Rückgang gab es bei den Unfällen mit Motorradfahrern. In dieser Kategorie gab es im Kreis Calw einen Rückgang von 27,4 Prozent auf 82 Unfälle.

Besorgniserregende Ergebnisse ergaben die Alkoholkontrollen im vergangenen Jahr in der Region. Nicht nur dass die Polizei 686 Fahrten unter Alkoholeinwirkung registrierte – ein Plus von 19,5 Prozent. Die Zahl der Fälle, in denen die Polizei den Fahrern "absolute Fahruntüchtigkeit" attestieren musste – das geschieht ab einem Wert von 1,1 Promille – lag bei 335. Das bedeutet einen Anteil an allen Alkoholfahrten von fast 50 Prozent. "Erschreckend", so der Kommentar der Verantwortlichen im Präsidium Pforzheim, sei die Tatsache, dass bei einem Viertel der folgenlosen Trunkenheitsfahrten, der gemessene Blutalkoholwert bei 1,6 Promille oder mehr lag.

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