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Nordschwarzwald Umweltminister sieht sich Ruhestein-Baustelle an

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Mit Bauhelm auf die Baustelle mitten im Wald: Umweltminister Untersteller (links) ließ sich von Charly Ebel vom Nationalpark und Holger Probst (rechts) die Fortschritte des künftigen Nationalparkzentrums zeigen. Foto: Rieger

Nordschwarzwald - Umweltminister Franz Untersteller (Bündnis90/Die Grünen) nutzte am Montag seinen Besuch auf dem Ruhestein zu einer Erstbegehung des Nationalparkzentrums. In einem Jahr soll die Eröffnung sein.

"Ab Herbst 2020 werden hier vom Nationalpark an die 100.000 Besucher pro Jahr erwartet. Touristiker rechnen mit mehr als doppelt so vielen", sagt Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl. Doch das sei letztlich "Glaskugel-Guckerei". Fest steht momentan: "Wir sind im Kosten- und Zeitplan."

1500 Kubikmeter Holz und vier Millionen Nägel

Holger Probst, Leiter der Abteilung Hochbau beim Landesbetrieb Vermögen und Bau, äußerte sich zufrieden mit dem Fortgang des Projekts, für das mittlerweile insgesamt rund 50 Millionen Euro veranschlagt sind. "Bauherrin ist das Finanzministerium", stellte Umweltminister Untersteller klar und ließ zugleich keinen Zweifel an seiner Begeisterung für die Architektur des Großprojekts.

Reinkommen und gleich wieder im Wald stehen: Dieser Eindruck im Eingangsbereich, in dem man an einer Holztreppe vorbei direkt auf eine große Glasfront zusteuert, sei genauso gewollt. Zum Greifen nahe reicht der Wald bis unmittelbar vor die Fensterfront. Das geschindelte Gebäude selbst erinnert von der Grundform her an einen Sturmwurf: Fünf Riegel liegen wie umgestürzte Bäume übereinander.

Erklärtes Ziel der Baubeteiligten: Alle Bäume rings um das Besucherzentrum sollen weiterwachsen, kein einziger gefällt werden. Selbst inmitten des Bauwerks ragt eine Bauminsel – mit Fichten, Lärche und Birke – empor, die sorgsam erhalten blieb. Es seien diese achtsamen Details, mit denen Charly Ebel, Fachbereichsleiter Besucherinformation, die Besucher ins Staunen versetzen und für einen achtsamen Umgang mit Natur sensibilisieren möchte.

Obendrein sollen zehn Pädagogen die Nationalpark-Ziele in eigens eingerichteten Schulungsräumen vermitteln. Insgesamt sind 20 bis 25 Mitarbeiter im neuen Besucherzentrum vorgesehen. Eine Cafeteria mit Sonnenterrasse und der Kinosaal komplettieren das Konzept der "zentralen Lenkungseinrichtung für den Nationalpark, die zugleich Naturschutzprojekt ist und Bildungsarbeit leistet", wie Ebel sagte. Außerdem wird in einem der Riegel die Verwaltung des Nationalparks untergebracht, die bislang auf mehrere Standorte verteilt ist.

Video hinter den Kulissen: Das Besucherzentrum

Im April, Mai soll mit dem Einbau der vier Millionen Euro teuren Dauerausstellung in den schrägliegenden Riegeln begonnen werden. Die zentrale Rolle komme dabei einer 600 Jahre alten Tanne zu. Anhand ihres Lebenslauf vom kleinen Sprössling zum Waldriesen soll sich dem Besucher die zeitliche Dimension eröffnen, in der sich Wälder entwickeln. Dabei, so Ebel, ergebe sich wie von selbst eine Perspektive auf das Werden und Vergehen in der Natur. Denn: "Wildverbiss oder eine gekappte Spitze im Sturm sind für solche Tannen einfach Ereignisse, mit denen sie umgehen." Wechselausstellungen sollen die Attraktivität des Besucherzentrums laufend erneuern.

Bis dahin ist Bauleiter Monir Elmir der gefragteste Mann auf der Baustelle. Alle fünf Riegel sind mittlerweile begehbar, eine erste Fläche ist geschindelt. An die 1500 Kubikmeter überwiegend einheimischen Holzes –­mehr als 80 Prozent davon Weißtanne – wurden verbaut, mit vier Millionen Nägel festgehämmert. Mag auch der "Skywalk" genannte Steg durch die Bäume samt 18 Meter hohem Turm auf viele Besucher ganz besonders spektakulär wirken, so hat Umweltminister Franz Untersteller jetzt schon in den Verstrebungen aus geleimtem Buchenholz seine absoluten Lieblingsstellen im Nationalparkzentrum entdeckt: "So eine Alternative zu Stahlträgern gibt es sonst bisher nirgends." Und die öffentliche Kritik an den Schindeln aus kanadischen Alaska-Zedern am Aussichtsturm? Deren Anteil mache nicht mehr als 0,45 Prozent der gesamten Holzmenge aus – und sei mit deren ausgesprochenen Langlebigkeit überzeugend begründet.

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