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Nordschwarzwald Kritik an Architektur des Anbaus

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Mit der Architektur des neu geplanten Anbaus ist nicht jeder Kreisrat zufrieden. (Zeichnung) Foto: Landratsamt

Kreis Calw - Der Landkreis Calw will sein aus allen Nähten platzendes Landratsamt für 6,9 Millionen Euro ausbauen. Diese Investition versteht man auch als "Bekenntnis zum Standort Calw". Zuletzt war die Kreisverwaltung vor elf Jahren erweitert worden – und ist heute schon wieder zu klein. Aufgrund von staatlicher Seite übertragenen Aufgaben ist der Raumbedarf enorm gestiegen. Schon im Jahr 2019 soll der Umbau eingeweiht werden. Nur mit der Architektur hat noch mancher Kreisrat ein Problem.

FWV-Kreisrat Dieter Kömpf   stört sich insbesondere  am neuen  Eingangsbereich, der   das Landratsamt   zentral  und  auch  behindertengerecht erschließen soll: »Da geht eine  Straße durch.«   Sein Fraktionskollege   Clemens Götz monierte in der Kreistagssitzung, dass man den Eingangsbereich  ausgerechnet   »an die dunkelste Ecke« platziert hatte.   Kritik,   so  Volker Schuler von den Freien Wählern, die »die Meinung  unserer Fraktion deckt«. Dabei   sucht man schon seit Monaten    nach einer  Lösung,   um dem  durch das erweiterte Aufgabenspektrum   gestiegenen Raumbedarf  Rechnung zu tragen.  Auch ein Ideenwettbewerb  brachte   nicht  die  erwünschte  Erkenntnis, wie  man  die  wie  an einer Perlenschnur aneinandergereihten    Gebäude  der Kreisverwaltung intelligent und gleichzeitig möglichst kostengünstig  verknüpfen könnte.

Laut André Dieringer, für die Gebäude   zuständiger Abteilungsleiter,  hatte man schließlich »zwei Hände voll  Varianten«  zur  Auswahl.  Türmlösungen wurden ersonnen und wieder verworfen. Auch eine Verlängerung des     Hauptgebäudes    mit  dem großen Sitzungssaal  in Richtung Nord-Osten schied  aus,   weil    dies  für  Kunden viel zu lange  Wege bedeutet  hätte.

2019 ist schon die  Fertigstellung geplant

Und eines  wollte man  im Zuge des  Umbaus  unbedingt verbessern:   die   Eingangssituation  in der  Vogteistraße,   die   »nicht   immer  als  Haupteingang erkannt wird«, konstatiert  Andreas  Knörle,    Dezernent  für  Innere  Organisation. Bei ihm laufen die Planungen für  dieses Millionenprojekt zusammen. Auch  die Zulassungsstelle, die unterhalb des  Sitzungssaales angeordnet ist, entspricht  nicht mehr   den  heutigen Erfordernissen.</p><p>  Die nun dem Kreistag   vorgelegte  Planung   erfüllt  die  wichtigsten Forderungen:   Sie  schafft     Platz für  95  Arbeitsplätze auf 1000  Quadratmeter großer, neuer   Bürofläche, verbindet alle    Häuser miteinander   und   erschließt  den    ganzen Komplex  über ein neues  überdachtes  Gebäude  an  der Vogteistraße, das wie ein Riegel  über  das bisherige  Hauptgebäude    A gelegt wird und bis  an den gegenüberliegenden Bergrücken reicht.  </p><p>Der Vorteil dieser  Variante   liegt  für  Dezernent Knörle  auf  der Hand: »Wir haben sehr  geringen Flächenverbrauch und    extrem  viel Bürofläche zu sehr, sehr überschaubaren Kosten.«

Veranschlagt  sind  für den    neuerlichen Umbau –  der vorherige   datiert   aus  den  Jahren 2005/2006 – Kosten in Höhe von 6,9 Millionen Euro. Andere Landkreise  geben   im Vergleich   für  ihre  Erweiterungen weit mehr  aus:   So  will der Landkreis Heidenheim für  107  zusätzliche Arbeitsplätze 10,6 Millionen Euro investieren, der Landkreis Biberach für 128 Mitarbeiterplätze gar 11,8 Millionen. Für  Dezernent Knörle  ist indes  nicht nur die Höhe   der Investitionen, sondern auch  der   Ort  entscheidend,   wo investiert wird: »Das ist   ein klares Bekenntnis zum Standort Calw«, betont er im Gespräch mit unserer Zeitung.     Der Landkreis sei mit  nahezu 600  Beschäftigten  der größte  Arbeitgeber in der Hesse-Stadt: »Wir hätten   auch eine große  Außenstelle in Nagold bauen können, aber  wir machen es  wieder in Calw.«

Auch wenn   die  Variante mit dem Riegel  über die Vogteistraße    noch  nicht alle im Kreistag überzeugt hat,  verweist Knörle  auf   dessen Vorteile: Nahe  an  diesem   Eingangsbereich   sollen die publikumsintensiven   Bereiche platziert werden – wie die Zulassungsstelle,   der Sozialbereich   oder auch   die  stark frequentierte landwirtschaftliche Beratung: »Da ist alles relativ kompakt und nah.« Die  Architektur    sei  »optisch ansprechend«, dennoch     handele  es  sich hier um einen »reinen Zweckbau«.  Weil auch  in der Kreisverwaltung zunehmend  projektbezogen und teamorientiert gearbeitet wird,     soll auch die  Gebäudestruktur den  modernen   Erfordernissen an die  Arbeitswelt angepasst werden: Statt kleinen Einzelbüros  wie  früher   entstehen  Großraumbüros. Der Kreistag  gab  dem Millionenprojekt  grünes  Licht.   Wenn    die Baufreigabe  der Stadt Calw  vorliegt,    soll im zweiten Halbjahr 2018   mit  dem   Bau begonnen werden.   Die  Fertigstellung  ist für Mitte  2019   geplant.

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