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Nordschwarzwald Erlegte FVA-Hirschkühe: Strafanzeige gestellt

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Die Schüsse auf zwei von der FVA mit GPS-Sendern ausgestattete Hirschkühe könnten für die betreffenden Jäger juristische Konsequenzen haben. (Symbolbild) Foto: dpa

Nordschwarzwald - Die Schüsse auf zwei von der FVA (Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt) mit Senderhalsbändern ausgestattete Hirschkühe könnten für die betreffenden Jäger juristische Konsequenzen haben. Der Verein Wildes Bayern, der sich für eine tierschutzgerechte Jagd einsetzt, hat bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe Anzeige erstattet.

Der Verein geht davon aus, dass die Hirschkühe Kälber bei sich hatten. Bei Tieren im Alter der getöteten Hirschkühe sei dies zu dieser Jahreszeit die Regel, erklärt Vorsitzende Christine Miller. "Erlegt worden sind aber nur die Hirschkühe, keine Kälber. Das wissen wir." Und genau da, führt Miller aus, liege das Problem. "Das Jungtier hilflos zurückzulassen ist eine Straftat. Als Jäger bin ich dazu verpflichtet, sorgfältig zu prüfen, ob eine Hirschkuh ein Kalb mit sich führt." Sei dies der Fall, müssten wenn, dann beide Tiere erlegt werden.

Biologin kritisiert "schlampiges" Vorgehen

Für das Vorgehen ihrer Kollegen - die promovierte Biologin ist selbst seit 40 Jahren Jägerin - findet Miller klare Worte. "Die Tiere sind schlichtweg schlampig geschossen worden. Wenn ich nicht einmal ein riesengroßes Senderhalsband und zwei Ohrmarken sehe, sehe ich auch kein Jungtier, das sich womöglich noch irgendwo im Unterholz versteckt."

Zumal, gibt Miller zu bedenken, Jäger zur sogenannten Lebendbeschau verpflichtet seien. Im Klartext heißt das: Vor dem Schuss muss der Jäger das Wild zunächst einige Zeit beobachten, feststellen, ob es sich normal verhält oder Auffälligkeiten zeigt. Damit solle sichergestellt werden, dass kein Fleisch von kranken Tieren auf dem Teller der Verbraucher lande, sagt Miller. Wer - obwohl er von der FVA über das Forschungsprojekt informiert gewesen sei - quietschbunte Senderhalsbänder übersehe, könne auch in Sachen Lebendbeschau nicht die notwendige Sorgfalt an den Tag gelegt haben, schlussfolgert die Biologin.

Nachtjagd "hat in modernem Jagdgesetz nichts verloren"

Das eigentliche Problem, meint Miller, sei das Jagdgesetz. Dieses erlaube die Nachtjagd auf Rot- und Schwarzwild. Bis 22 Uhr dürften die Tiere geschossen werden. Auch die FVA-Hirschkühe seien nachts erlegt worden. Christine Miller bezeichnet die Regelung als "Freibrief für Tierschutzvergehen". Denn der Druck, der auf den Jägern laste, sei immens. Schließlich seien diese gezwungen, die Abschussquoten zu erfüllen.

Für die Biologin ist die Nachtjagd ein rotes Tuch: "So etwas hat in einem modernen Jagdgesetz nichts verloren". Eingeführt worden sei diese überhaupt nur, da sich das Wild aufgrund des großen Jagddrucks tagsüber nicht mehr zeige. "Das ist doch ein Armutszeugnis, wenn ich so doof jage, dass sich das Rotwild nicht mehr zeigt. Die Konsequenz daraus darf nicht sein, dass ich auch noch lässig mit den Tierschutzrichtlinien umgehe."

Tierschutzgerecht wäre laut Miller eine konzertierte Jagd mit kleinen Gruppen erfahrener Jäger. 15 bis 20 Jäger reichten da schon, sagt Miller. Da brauche es gar keine großen Treibjagden. Dazwischen sollten dem Wild deutlich längere Jagdpausen gegönnt werden, als es derzeit der Fall sei. Dann, ist sich Miller, brauche es auch keine Nachtjagd mehr.

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