Nach Personengruppen aufgeschlüsselt, entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich. (Archivfoto) Foto: Huber

Die Arbeitslosigkeit in der Region Nordschwarzwald ist im März leicht zurückgegangen. Die Quote liegt jetzt bei 4,5 Prozent.

Region - Dies teilte die Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim am Mittwoch mit. Demzufolge ist die Zahl der Arbeitslosen im Nordschwarzwald von Februar auf März um 505 oder 3,2 Prozentpunkte gefallen. 15 497 Frauen und Männer waren zum Stichtag offiziell arbeitslos gemeldet. Der Vergleich zum Vorjahr falle dagegen schlechter aus: Im März 2020 waren 3423 oder 28,4 Prozent weniger Menschen ohne Job. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – ging im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,5 Prozent.

Zeit für Weiterbildung

Trotz der anhaltenden Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie sei der Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald sehr widerstandsfähig. "Wir sind bisher verhältnismäßig gut durch diese historische Krise gekommen", so Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur. Das Kurzarbeitergeld habe es den Unternehmen ermöglicht, ihre Beschäftigten zu halten.

Lehmann appelliert an die Betriebe, die Möglichkeiten zur Förderung der betrieblichen Qualifizierung – gerade während der Kurzarbeit – noch stärker zu nutzen. "Der Arbeitsmarkt vor Corona war geprägt durch den Strukturwandel in der Automobilindustrie und die fortschreitende Digitalisierung. Und dieser Prozess wird durch die Corona-Krise nicht unterbrochen, sondern eher beschleunigt." Kurzarbeit heiße, dass Zeit für Weiterbildung vorhanden sei.

Die Pandemie erschwert es den Unternehmen, längerfristig zu planen. Sie sind mit Neueinstellungen deshalb eher zurückhaltend. Betriebe und Verwaltungen meldeten in den zurückliegenden vier Wochen 1071 zu besetzende Arbeitsplätze, 109 oder 9,2 Prozent weniger als im Februar und 33 oder 3,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim leicht zurückgegangen. Am regionalen Ausbildungsmarkt suchten derzeit noch 1177 Jugendliche oder junge Erwachsene einen Ausbildungsplatz. Ihnen gegenüber stehen 2240 offene Lehrstellen.

2240 offene Lehrstellen

Nach Personengruppen aufgeschlüsselt, entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich. Die Spanne der Veränderungen reiche im März von plus 20,6 Prozent bei 15- bis unter 25-Jährigen und bis plus 32,5 Prozent bei Frauen. Im März seien 326 Anzeigen auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld für 3760 Beschäftigte eingegangen. Zum Vergleich: Im März vorigen Jahren hatten etwa 800 Unternehmen Kurzarbeit für fast 21 000 Beschäftigte angezeigt. Angezeigte Kurzarbeit müsse von den Unternehmen jedoch nicht realisiert werden. Für November liege nun eine erste Hochrechnung vor. Demnach waren seinerzeit im Nordschwarzwald 22 885 Beschäftigte in 2428 Unternehmen in Kurzarbeit.

Während im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Vergleich zum Vormonat ein Rückgang um 675 oder 7,0 Prozent auf 8983 Arbeitslose zu verzeichnen gewesen sei, sei die Zahl der Arbeitslosen mit Bezug von Hartz IV um 170 oder 2,7 Prozent auf 6514 gestiegen. Unter den sieben Geschäftsstellen in der Region habe Calw mit 3,5 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Es folgten Horb, Mühlacker und Nagold mit jeweils 3,8 Prozent, Freudenstadt mit 3,9 Prozent, Bad Wildbad mit 4,9 Prozent und Pforzheim mit 5,4 Prozent. Umgerechnet auf die Landkreise, pendelt die Arbeitslosenquote zwischen 3,6 Prozent im Enzkreis und 7,5 Prozent im Stadtkreis Pforzheim. Im Kreis Freudenstadt betrug sie 3,9 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 3,1 Prozent gelegen. Insgesamt seien im Kreis Freudenstadt 2730 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, davon 1592 (58,3 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung. Im März seien 310 Stellenangebote gemeldet worden. Aktuell seien 1316 offene Stellen im Bestand.

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