Wer hat den Weihnachtsbaum vor dem dritten Advent bereits aufgestellt? Unsere Redaktion hat sich am Samstag in Lahr und auf der grünen Wiese umgehört.
Ludwig Kopf vom Schönberg hat seinen Stand seit 25 Jahren an einem der Kreisverkehre am Mietersheimer Fachmarktzentrum. Der Samstag vor dem dritten Advent sei der beste Verkaufstag, sagt er am frühen Nachmittag. Maria und Peter Panitz sind gerade mit der Enkeltochter Maliha da und überlegen noch. Wie fast überall ist die erste Wahl die Nordmanntanne, die Kopf im eigenen Wald frisch schlägt. Die Bäume, die eine Höhe von etwa zwei Metern haben, wachsen im Schnitt zwölf Jahre, bis sie als Weihnachtsbäume auf den Markt kommen. An diesem Samstag ist Tochter Laura hier dabei. An anderen Standorten bieten die anderen drei erwachsenen Kinder ebenfalls die Weihnachtsbäume vom Schönberg an.
Bei Gartencenter Sauter hat eine Lahrerin ebenfalls eine Nordmanntanne in der Hand und überlegt noch. Sie sagt, dass sie auch Wert darauf legt, dass die Bäume aus der Region kommen. Im Fall des Gartencenters Sauter an der Dr.-Georg-Schaeffler-Straße kommen die Bäume aus der Ortenau oder aus dem eigenen Anbau in Gundelfingen, wo die Familie Sauter ein weiteres Gartencenter betreibt.
Hier haben die Bäume eine Höhe von einem bis zu vier Metern, sagt Inhaberin Astrid Sauter. Diese Bäume in Übergröße wären unter anderem für Firmen interessant. Hier beginnt der Verkauf sechs Wochen vor dem Fest. Sauter ist zufrieden. Auf dem Hof des Gartencenters überlegen Ekaterina, Vitali und Tochter Viktoria Stefanschi noch, wobei auch hier nur noch zwei Nordmanntannen in der letzten Auswahl sind. Verkäufer Bernd Schneider weist bei der Gelegenheit auf die Unterschiede zwischen der beliebten Nordmanntanne und der teureren Nobilistanne hin.
Bernd Schmieder hat einen Hofladen auf dem Langenhard. Bei ihm sind – ebenfalls am Samstag – Wolfgang Krämer und sein Sohn Felix. Der Baum, den sie kaufen, kommt in das Zimmer von Felix. Der weiß auch genau, was ihm am Weihnachtsbaum besonders gefällt: „Die riechen so gut.“ Schmieder erklärt auch, dass heute fast alle Kunden eine Nordmanntanne wünschen. Die Nadeln sind dicht und voll, und der geschlagene Baum wirft die Nadeln, einen richtigen Standort vorausgesetzt, nicht so schnell ab. Wichtig ist, dass die Weihnachtsbäume einen kühlen Platz haben und der Schnitt am Stamm Wasser bekommt.
Blaufichten als Alternative für kommendes Jahr
Bei OBI im Gartencenter lautete die Auskunft am Freitag, dass es bisher „eine bescheidene Nachfrage“ gegeben habe. Am Samstag bei unserer Visite sieht es aber schon anders aus. Womöglich passt die Aussage von Ludwig Kopf mit dem Run vor dem dritten Advent ja hier. Allerdings wären die Kunden auch sehr wählerisch. In der Tat: Eine Einkäuferin ist noch unentschlossen und fragt gezielt nach. Auch hier ist die Nordmanntanne die erste Wahl.
Allerdings bietet OBI auch Blaufichten, allerdings mit Wurzelballen, an. Im Topf, mit der passenden Wässerung und einem richtigen Standort, bleibt der Baum lange erhalten. Aber: „Der Baum wächst im Topf.“ Also wäre ein eigener Garten nach den Feiertagen hier von Vorteil.
Was machen Weihnachtsbäume im Sommer?
Wenn die Nordmanntanne bei den Weihnachtsbäumen die erste Wahl ist, bedeutet das nicht, dass es nicht auch andere Nadelbäume für besondere Zwecke gibt. Ludwig Kopf weiß, dass Fichten oder Blautannen, die früher ebenfalls beliebte Weihnachtsbäume gewesen sind, zum Beispiel gerne noch für Richtfeste genutzt werden.