Nathalie Armbruster durfte an Tag 3 nur einen Teil der Kombination in Otepää absolvieren. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Endlich lief es einmal super von der Schanze bei Nathalie Armbruster aus Freudenstadt – da bricht für sie im dritten Wettkampf von Otepää das Desaster herein.

Das Springen zum dritten Wettkampf in Otepää war schon beendet, Nathalie Armbruster aus Freudenstadt hatte mit sich mit einem gelungenen Sprung als Vierte sechs Sekunden hinter Dauer-Rivalin Ida Marie Hagen platziert, da passierte es.

 

Ausgerechnet in ihrem Lieblingsformat Individual Compact, bei dem es nach dem Springen feste Zeitabstände gibt, durfte die 19-Jährige erst gar nicht an den Start des 4-Kilometer-Langlaufs.

Denn nach dem Springen, das wieder einmal Ingrid Laate (Norwegen) vor Minja Korhonen und Hagen gewonnen hatte, wurde Nathalie Armbruster zum Opfer der neuen Anzugsregeln – und disqualifiziert! Wie in Seefeld Ida Marie Hagen. Der nächste Nackenschlag nach dem Zusammenbruch von Ramsau.

Plan war: Angriff!

Dabei hatte sie sich extrem viel vorgenommen, nachdem es bisher nicht nach ganz Wunsch gelaufen war, auch wenn sie am Freitag das Podest geentert hatte. „Jetzt hoffe ich einfach, dass wir morgen springen können, dass wir dann auch einen Wettkampf zustande kriegen“, sagte sie nach Tag 2, der wegen ihres misslungenen provisorischen Wettkampfsprungs im Rennen ein aussichtsloses Unterfangen gesehen hatte. „Und dass mir dann morgen noch mal ein gutes Rennen gelingt“, war der Plan.

Zur Hälfte erfüllte die „Königin von Seefeld“ dieses Ziel. Doch am Ende musste sie zuschauen, wie wieder einmal Ida Marie Hagen, bei der es besser viel lief als im letzten Jahr, souverän den Sieg davontrug – 26,1 Sekunden vor der Finnin Minja Korhonen und Alexa Brabec (USA). Jenny Nowak wurde als beste Deutsche Neunte.

Rätsel über Rennen in der Loipe

Tags zuvor hatten Bundestrainer Florian Aichinger und seine Athletinnen gerätselt, warum sie nur auf den ersten zwei von sechs Kilometer gut unterwegs waren.

Material nicht optimal

Nathalie Armbruster, für die es 2025 super lief, hatte dafür eine Erklärung – das Material. „Ich denke, heute hatten auch ein paar Nationen wirklich brutal gute Ski. Das macht dann einfach auch noch mal mega viel aus“, berichtete die deutsche Meisterin und Gesamtweltcupsiegerin.

Denn „ich hab mich eigentlich während des ganzen Rennens richtig, richtig gut gefühlt“, erzählte die Sommer-Grand-Prix-Siegerin. „Ich habe die Gruppe auch tatsächlich vor meinen Augen gesehen und hab auch ’n kleines bisschen damit geliebäugelt, da vielleicht noch ranzulaufen, aber es war einfach auch wahnsinnig zäh“, meinte sie.

Schwere Bürde ohne Windschatten

Und macht nicht nur das Material, sondern auch die Situation mit über zwei Minuten Rückstand dafür verantwortlich. „Alles alleine zu laufen, ist schwer, da die Strecke doch sehr Wind ausgesetzt ist. Und wenn man da nicht den Windschatten hat, dann ist man eigentlich echt chancenlos.“

Gnadenlose Kontrolleure

Das gleiche galt dann auch für den Sonntag, denn die Materialkontrolleure kennen in dieser Saison kein Pardon. Und so blieb ihr das gleiche Fazit am Sonntag wie am Samstag: „Also ich denke, es hätte natürlich heute ein bisschen besser laufen können.“