Ausgelassen jubeln möchte die Freudenstädterin Nathalie Armbruster in Tschagguns und Oberstdorf. Foto: Matthias Schrader/AP/dpa

Nach zwei begeisternden Weltcup-Wintern wird es für Nathalie Armbruster aus Freudenstadt sowie Manuel Faißt und Svenja Würth aus Baiersbronn wieder ernst.

Es geht wieder los! Die nordischen Kombiniererinnen um die Freudenstädterin Nathalie Armbruster (SV/SZ Kniebis) und die nordischen Kombinierer um den Baiersbronner Manuel Faißt starten am Wochenende in den diesjährigen Sommer Grand Prix. Im österreichischen Tschagguns und am Mittwoch beim Night Race in Oberstdorf erleben die Athletinnen und Athleten eine erste Standortbestimmung.

 

Los geht’s in Österreich

In Tschagguns steht zunächst ein Mixed-Team-Wettbewerb auf dem Programm (15.15/19.00 Uhr Springen HS 109/Laufen 5/2,5/2,5/5 km), am Sonntag folgt ein Einzel (Gunderson/10.00/13.40 Uhr Frauen: Springen HS 109/Laufen 5 km; 10.40/14.05 Uhr Männer: Springen HS 109/5 km).

Beinahe nahtlos weiter geht es am Mittwoch in Oberstdorf, wo es beim Frauen-Einzel im Individual-Compact-Format (18.00 Springen/20.15 Laufen) zu einem Novum kommt: Erstmals dürfen die Frauen dort über die Großschanze gehen. Die Männer, die in Tschagguns noch mit dem B-Kader an den Start gehen, werden in Oberstdorf in Bestbesetzung an den Start gehen.

Nathalie Armbruster im Blickpunkt

Besonders im Blickpunkt stehen wird natürlich Nathalie Armbruster, die alles tut, um ihrer Sportart eine Zukunft zu verschaffen. Nach der grandiosen ersten Saison folgte im letzten Winter eine Weltcup-Serie, die neben viel Licht auch ein paarmal ein wenig Schatten brachte – also eine Normalisierung der Situation. In der Loipe wird wohl wie in der letzten Saison alles glattlaufen, weil die Vorbereitung „ganz gut lief“ – mit der üblichen Erschwernis: „Ich hatte in der Schule auch Stress und richtig viel zu tun.“

Knackpunkt Schanze

Bleibt das Springen, das sich in der vergangenen Saison zum entscheidenden Zünglein pro Konkurrenz entwickelt hatte – und das für Nathalie Armbruster für das Training einen immens hohen Aufwand bedeutet. Entsprechend unsicher ist die 18-Jährige, wie ihre Leistungen auf der Schanze einzuordnen sind. „Im Springen läuft es noch nicht so, wie ich mir das vorstelle“, meint sie selbstkritisch.

Doch gespannt ist sie nach vielen Trainingslehrgängen („da hatten wir richtig viel Spaß“) und zuletzt zwei Wochen Urlaub „wo man im internationalen Vergleich steht. Darauf bin ich schon auch gespannt.“ Wie übrigens auch darauf, „wie es im Laufen geht“.

Svenja Würth sieht „Luft nach oben“

Tschagguns auslassen wird noch Routinier Svenja Würth (SV Baiersbronn), obwohl ihre Vorbereitung diesmal „ohne Verletzungen und Krankheiten verlief. Soweit bin ich zufrieden, es gibt aber auch noch Luft nach oben“, meint die frisch 31 Jahre alt gewordenen Schwarzwälderin, die im Springen immer die Grundlage für ihre Top-Ten-Plätze legt – wie im letzten Sommer bei ihrem ersten Podestplatz. Während sie berichtet, dass sie sich nach Umstellungen im Training im Laufen weiter verbessert hat, ist ihr „das Springen noch etwas zu unkonstant. Neben sehr guten Sprüngen sind noch zu viele weniger gute dabei“, berichtet sie.

Daher geht sie in Österreich nicht an den Start und nimmt sich „noch eine Sprungtrainingswoche mehr“. In Oberstdorf – und danach beim Finale in Chaux Neuve – ist sie aber dabei.

Manuel Faißt greift in Oberstdorf ein

Auch für den Baiersbronner Manuel Faißt beginnt die kurze Sommersaison erst in Oberstdorf. Für ihn wie für die restlichen Kombinierer wird es darauf ankommen, die Leistungen auf der Schanze zu verbessern und zu stabilisieren. „Natürlich haben wir noch Baustellen, an denen wir zu diesem Zeitpunkt im Jahr noch weiter arbeiten müssen. Das ist aber auch gut so, um die Spannung hochzuhalten“, ist Bundestrainer Eric Frenzel optimistisch für den Winter-Saisonstart.