Wie in Ramsau machte Platz 3 Nathalie Armbruster auch in Otepää glücklich. Foto: Barbara Gindl/APA/dpa

Nathalie Armbruster hat in Otepää das Podest geentert. Einen Wermutstropfen gab es aber doch. Manuel Faißt feiert ein gelungenes Comeback.

Ein Ziel hat Nathalie Armbruster aus Freudenstadt im Wettkampf 1 in Estland bei eiskalten Bedingungen erreicht, ein anderes hat sie für die restlichen zwei Starts an einem ihrer Lieblingsorte am Samstag und Sonntag noch vor sich.

 

Erreicht hat sie, erneut unter die ersten drei zu laufen. „Erster Wettkampf im neuen Jahr – und gleich wieder ein Podium für mich, das ist natürlich supercool“, meinte die Athletin des SV/SZ Kniebis, die im letzten Jahr so erfolgreich war.

Denn nicht nur Platz 3 (wie im Vorjahr) hinter Ida Marie Hagen (Norwegen) und der sprungstarken Minja Korhonen (Finnland) machte die deutsche Meisterin glücklich – auch dass sie den Wettkampf „in meinem ungeliebten Format, dem Massenstart“ erfolgreich bestritten – und damit fürs Wochenende abgehakt – hat, machte sie „mega happy“.

Taktisch cleveres Rennen

In der Loipe hatte die amtierende Gesamtweltcupsiegerin ein taktisch cleveres Rennen gezeigt. Auf der ersten Zwei-Kilometer-Runde ließ sie die in Otepää auch nicht immer glückliche Ida Marie Hagen nicht entwischen, hinter den beiden Führenden bildete sich eine deutliche Lücke zu den Verfolgerinnen.

An der ersten harten Steigung der zweiten Runde zog Hagen dann das Tempo an, und Nathalie Armbruster hatte ihre Lehren aus dem Zusammenbruch von Ramsau gezogen, blieb nicht auf Teufel komm raus an Hagens Hacken, sondern suchte ihre eigene Grenzbelastung. Mit Erfolg: Am Ende hatte sie nur 16,8 Sekunden Rückstand – umgerechnet 5,6 Punkte für die Schanze. Nicht unmöglich, das aufzuholen.

Lob vom Bundestrainer

„Ich denke, ich habe heute echt ein richtig gutes Rennen gemacht, also nur 16,8 Sekunden auf die Ida verloren. Ja, das nenn ich mal Good!“, bilanzierte die „Königin von Seefeld“. „Sie hat einen super Lauf gemacht, ist fast die ganze Zeit an der Ida drangeblieben“, bescheinigte Frauen-Bundestrainer Florian Aichinger. Doch ihr großes Ziel, „Ida zu knacken“, konnte sie nicht in die Tat umsetzen, da zu viel Seitenwind ein Springen verhinderte.

Zu viel Wind – PCR entscheidet

Also musste der zweite provisorische Wettkampfsprung (PCR) vom Donnerstag herangezogen werden. Und der war „ganz ordentlich“, wie Nathalie Armbruster wertete, auch wenn sie einschränkte: „Ich weiß, dass ich eigentlich noch ein bisschen mehr kann.“ Wie im Sommer, wo sie nicht nur in Oberstdorf, sondern auch in der Gesamtwertung brilliert hatte.

Das kleine Bisschen fehlt

In Otepää fehlte dieses Bisschen dann in der Endabrechnung, denn zwar verkürzte sie den Rückstand auf die schlechter gesprungene Norwegerin auf 3,1 Punkte, aber „geknackt“ hat sie die Rivalin damit noch nicht.

Zwei Chancen zum Ida-Knacken

Diese Aufgabe bleibt also noch für den Samstag (Gundersen/10.30/13.40 Uhr) und Sonntag (Individual Compact/12.30/16.00 Uhr). Allerdings bleibt es wohl windig, und der PCR für den Gundersen-Wettkampf weist 2:16 Minuten Rückstand auf Platz 1 (Ingrid Laate) und 1:04 auf Hagen aus.

„Macken“ auf der Schanze

„Ich hoffe, dass wir morgen springen können und dass ich da dann auch zeigen kann, was ich eigentlich im Moment auf der Schanze draufhabe, dass ich da dann mal die Kante treffe und nicht so zu früh bin“, hofft die 19-Jährige. „Aber ich hab hier immer so ein paar kleine Macken auf der Schanze, da hilft es eigentlich meistens, immer eine Nacht drüber zu schlafen, und dann am nächsten Tag geht es schon besser mit dem Springen.“

Manuel Faißt vom SV Baiersbronn feierte nach seinem Achillessehnenriss im Sommer „ein bisschen früher als gedacht“ (Faißt) ein furioses Comeback in der Loipe, bis eine Runde vor Schluss war er in der Spitzengruppe mit dabei, erst dann musste er abreißen lassen. Julian Schmid durfte dank PCR über den Sieg vor Johannes Lamparter (Österreich) und Einar Luraas Oftebro (Norwegen) jubeln.

Manuel Faißt in der Loipe furios

Doch Manuel Faißts Vorhersage „Läuferisch müsste eigentlich soweit alles ganz gut passen“ bewahrheitete sich ebenso wie seine Einschätzung: „Ganz vorne werde ich natürlich nicht mitspringen. Ich muss das einfach Schritt für Schritt angehen und kucken, dass jetzt die Kraft und die Schnellkraft zurückkommen. Ich versuche einfach, mich von Sprung zu Sprung zu steigern.“ Wahrscheinlich hat er im windigen Otepää nicht mehr viele Möglichkeiten dazu. Am Freitag landete er auf Platz 25.