„Einfach nur unglaublich happy“ mit Platz 3: Nathalie Armbruster lässt sich von Siegerin Ida Marie Hagen im Ziel umarmen. Foto: Matthias Schrader/AP/dpa

Nathalie Armbruster kontert beim Weltcup der Nordischen Kombination in Ramsau ihren Zusammenbruch vom Freitag mit einem starken Auftritt und dem Sturm aufs Siegerpodest.

Am Ende eines denkwürdigen Weltcup-Wochenendes in Ramsau ging der Blick der Beteiligten nach der Aufarbeitung der dramatischen Ereignisse wehmütig in Richtung Schwarzwald.

 

„Das tut natürlich schon extrem weh“, sagte Frauen-Bundestrainer Florian Aichinger zu der Tatsache, dass es zu Beginn des neuen Jahres keinen Schwarzwaldpokal geben wird, weil die Wetterbedingungen dafür gesorgt hatten, dass die Schonacher Verantwortlichen gemeinsam mit dem Weltverband FIS die Reißleine ziehen und das traditionsreiche Kombinierer-Event absagen mussten.

„Ich finde das schon extrem schade, dass wir nicht nach Schonach gehen können“, pflichtete Johannes Rydzek bei, Fünfter bei Vinzenz Geigers Sieg am Samstag. „Das ist immer ein besonderer Weltcup“, weinte auch Jenny Nowak dem Schwarzwaldpokal ein paar Tränen nach.

Der Zusammenbruch

Aber ansonsten stand natürlich der Zusammenbruch Nathalie Armbrusters und ihr darauf folgender starker Auftritt am Tag danach im Mittelpunkt. „Das war ein verrückter Tag“, sagte die Freudenstädterin vom SV/SZ Kniebis am Freitag noch leicht verwirrt nach den dramatischen Szenen in der Loipe, „es ging einfach nichts mehr.“

Beim Versuch, an Dauersiegerin Ida Marie Hagen dranzubleiben, koste es, was es wolle, waren der Gesamtweltcupsiegerin die Beine weggebrochen, und sie blieb erst einmal liegen. Lange, bange Sekunden lang. Ehe sie sich wieder berappelte und den Wettkampf am Ende als Zwölfte abschloss: „Ich war selber, ehrlich gesagt, ein bisschen geschockt.“

Teamarzt Lukas Pecher checkt alles durch

Das wirkte nach. Denn nach vielen Checks durch Teamarzt Lukas Pecher („Gesundheit ist nicht verhandelbar“) gab es grünes Licht für den Wettkampf tags darauf. „Ich war schon ein bisschen verunsichert“, erklärte die 19-jährige Sommer-Grand-Prix-Siegerin nach dem starken Auftritt, der auf Platz 3 und damit auf dem Podium endete, „weil mir die Signale von meinem Körper schon auch ein bisschen Angst gemacht haben.“

Lektion gelernt

Davon war aber wenig zu sehen. Nach einem wieder einmal starken Auftritt auf der Schanze – nur die Norwegerin Ingrid Laate sprang weit vorneweg – zeigte sie im Rennen über die fünf Kilometer am Samstag, dass sie ihre Lektion vom Tag zuvor gelernt hatte.

Sie muss ihren Rhythmus laufen und darf sich von der wieder heran- und vorbeistürmenden späteren Siegerin Ida Marie Hagen nicht dazu verleiten lassen zu überpacen und die letzten Reserven zu früh zu verbrauchen.

Taktisch sehr cleverer Lauf

„Nathalie hat einen super Lauf gemacht, taktisch ganz clever“, lobte Bundestrainer Aichinger. Und die deutsche Meisterin Nathalie Armbruster war „einfach nur unglaublich happy mit dem dritten Platz“ und „tatsächlich ganz schön stolz auf meine Leistung“. Wie man böse Erinnerungen an unglückliche Wettkämpfe besiegt, hatte sie ja schon in Trondheim gezeigt.

„Gesundheit ist das höchste Gut“

Auf jeden Fall haben sie und das Team im wieder einmal aufregenden Ramsau wieder erfahren: „Es gibt immer was Neues. Das war schon höchst kurios, was da medial auf uns eingeprasselt ist“, fasste Aichinger das „kuriose Wochenende“ zusammen. Und Nathalie Armbruster versprach: „Ich werde gut auf meinen Körper aufpassen. Gesundheit ist einfach das höchste Gut, was man hat.“