Nach der Enttäuschung von Otepää setzt Nathalie Armbruster beim Weltcup in Oberhof gleich ein starkes Ausrufezeichen.
Das war ein gelungener Auftakt für Nathalie Armbruster aus Freudenstadt in den – leider – ersten Heimweltcup der Saison in Oberhof (den Bericht von Wettkampf 1 finden Sie hier: Nathalie Armbruster kämpft mit den Tränen). Leider, weil ja im Januar der Schwarzwaldpokal von Schonach dem Wetter zum Opfer gefallen war, was immer noch viele Kombiniererinnen und Kombinierer bedauern.
Die Negativerlebnisse von Otepää – trotz Platz 3 am ersten Tag – hat Gesamtweltcupsiegerin, Sommer-Grand-Prix-Siegerin und deutsche Meisterin Nathalie Armbruster jedenfalls komplett aus dem Sprunganzug geschüttelt. War der erste Trainingssprung noch nicht ganz optimal (92,5 Meter), lief es spätestens mit dem zweiten (94,0) rund.
Und beim provisorischen Wettkampfsprung (PCR), der zum Einsatz kommt, wenn am Samstag im Individual Compact Rennen (09.00 Uhr Sprung/11.45 Uhr Langlauf) oder am Sonntag beim Gundersen-Wettkampf (08.30/14.35 Uhr) nicht gesprungen werden kann, landete die erfolgreichste nordische Kombiniererin 2025, als sie unter anderem „Königin von Seefeld“ wurde, bei 95,0 Meter.
Nur knapp hinter Ingrid Laate
Das sind nur 5,5 Punkte hinter der mit Abstand besten Springerin im Feld, Ingrid Laate aus Norwegen, aber 7,8 Punkte vor Dauer-Rivalin Ida Marie Hagen. Ihre schlimmen Wochen scheinen keine großen Spuren hinterlassen zu haben. Ähnlich wie nach dem Zusammenbruch in Ramsau. Auch der Anzug passt wieder.
„Voll auf Angriff“
Es scheint sich also zu bewahrheiten, was Bundestrainer Florian Aichinger angekündigt hat: „Jetzt in Oberhof wollen wir wieder voll angreifen.“ Allerdings stecken seinem Team die drei Wettkämpfe bei eiskalten Bedingungen in Otepää schwer in den Knochen – und auch die Reisestrapazen.
„Nach einer doch ziemlich langen Heimreise von Otepää sind wir am Montag im Schneechaos, aber letztlich doch gut zu Hause angekommen“, berichtete er. „Es war ein sehr anstrengender Trip – es war sehr kalt, was die Athletinnen unglaublich Energie gekostet hat. Aber es sind alle gesund geblieben.“
Riesen-Event in Oberhof
Aber alle haben sich gut erholt – und daher „freuen wir uns auf ein richtig cooles Wochenende, zusammen mit den Langläufern und Rodlern und einer tollen Eröffnungsfeier, bei der wir alle gemeinsam dabei sein werden“.
Letzte Kombi in Oberhof lange her
Aichinger selbst kann sich kaum erinnern, wann die Kombinierer zuletzt in Oberhof Station gemacht haben: „Das ist lange her – ich glaube, da war ich selbst noch aktiver Sportler.“
Weiter kämpfen muss Manuel Faißt (Baiersbronn) bei seinem Comeback nach dem Achillessehnenriss um jeden kleinen Fortschritt auf der Schanze. 89,5 Meter bedeuteten beim PCR Platz 26. Zum Vergleich: PCR-„Sieger“ Thomas Rettenegger (Österreich) landete bei 103,5 Metern. Es wartet noch viel Arbeit auf Manuel Faißt.