Für Nathalie Armbruster ist nach einer schwierigen Woche die Welt wieder in Ordnung. In Oberhof zeigte sie sich in Topform. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Beim Weltcup der Nordischen Kombination in Oberhof läuft und springt Nathalie Armbruster zweimal aufs Podest. Der Schmerz von Otepää ist überwunden.

„Das war meine Antwort auf das letzte Wochenende“, sagte Nathalie Armbruster – und strahlte endlich wieder. Die dunklen Wolken von Otepää, als erst zweimal der Wind und dann die Materialkontrolleure per Disqualifikation nicht mitspielten, liegen hinter der 19-jährigen Freudenstädterin.

 

Auf den tollen PCR-Sprung vom Freitag und den souverän herausgelaufenen zweiten Rang vom Samstag ließ sie in einem sehr harten Rennen Platz 3 folgen.

An beiden Tagen im sonnenüberfluteten Oberhof, dem ersten Heim-Weltcup nach der schmerzlichen Absage von Schonach, war Ida Marie Hagen nicht zu schlagen, auch die Finnin Minja Korhonen (Platz 3 und 2) und Alexa Brabec aus den USA (zweimal Vierte) werden immer stärker.

Florian Aichinger staunt

„Ich hab mir gedacht, der Sprung von der Nathalie, der ist so viel wert, dass es eigentlich um den Sieg gehen müsste“, gab Bundestrainer Florian Aichinger zu, aber nach ihr sprangen Korhonen, Brabec und Hagen noch an ihr vorbei.

„Es war ein unglaublich hohes Niveau an der Schanze, die besten fünf hinten raus, die haben sich einfach keine Blöße gegeben, die haben das Niveau noch mal so hoch geschraubt“, war Aichinger einerseits begeistert vom Niveau, andererseits ein wenig enttäuscht, dass die amtierende Gesamtweltcupsiegerin dann doch mit 25 Sekunden Rückstand auf Korhonen und knapp hinter Hagen ins Rennen hatte gehen müssen.

Nathalie Armbruster von den Fans gefeiert

Der Laune der von den Fans gefeierten Königin von Seefeld, Nathalie Armbruster, tat das aber keinen Abbruch: „Mit den beiden Podien bin ich natürlich super happy. Platz 2 gestern Platz 3 heute – ich denke auch die Sprungform passt richtig gut, es hat richtig Spaß gemacht.“

Vor allem, dass es auf der Schanze nach der Disqualifikation von Otepää so gut lief, sorgte bei der Sommer-Grand-Prix-Siegerin und deutschen Meisterin für tiefe Zufriedenheit. „Hier richtig ins Fliegen zu kommen, war cool. Ich bin super zufrieden mit dem Wochenende, wir können gerne mal wieder hier einen Weltcup haben in Oberhof“, meinte sie nach nicht leichten Wochen vom Zusammenbruch bis zur Disqualifikation wegen der neuen Anzugsregeln.

Extrem schwere und tiefe Strecke

Für die Frauen war es eine Premiere, und auch die Männer waren seit 16 Jahren nicht mehr auf der „nicht leichten Strecke“ (Armbruster), die überdies wegen der für die Fans tollen Wetterbedingungen „extrem tief gewesen ist“ (Aichinger). „Da hat man schon wirklich extrem clever laufen müssen. Hut ab vor der Nathalie: Sie hat sich wirklich clever gelöst, sich die guten Stellen rausgesucht, hat oft attackiert und ist zum Schluss belohnt worden mit dem dritten Platz.“

Bei den Männern musste sich das deutsche Team mit einem dritten Platz am Sonntag begnügen (Julian Schmid). Jens Luraas Oftebro (Norwegen) war an beiden Tagen nicht zu schlagen.

Manuel Faißt düst durch die Loipe

Manuel Faißt (Baiersbronn) schlägt sich nach wie vor mit Trainingsrückstand auf der Schanze herum. Am Samstag lief er von Platz 48 auf 13 nach vorn, am Sonntag von Rang 49 auf 33.

Oberhof ein Riesen-Fest

Dass in Oberhof gleichzeitig Langläufer und Rodler vor Ort waren, sorgte für Begeisterung. „Eine richtig schöne Erfahrung und ein Haufen Zuschauer – das war hier ein unglaublicher Weltcup für uns“, fasste es die 2025 überragende Nathalie Armbruster zusammen.