Gab in der Loipe fünf Kilometer lang Vollgas: Nathalie Armbruster. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Nathalie Armbruster wird mit der Großschanze in Lahti nicht recht warm. Doch in der Loipe startet die 20-Jährige eine grandiose Aufholjagd. Minja Korhonen schreibt Geschichte.

„Der Tisch ist halt einfach so elend lang. Da muss man sich schon sehr zwingen, da sitzen zu bleiben.“ Das erklärte die Freudenstädterin Nathalie Armbruster vor ihrem Start beim Weltcup in Lahti.

 

Doch dann war der Wettkampfsprung, der folgte, „tatsächlich so lala“, wie sie im ZDF einräumte. Das ganze beginnende Wochenende hatte sie nach den Erfolgen in Falun Timingprobleme – mit einer Ausnahme.

„Ich bin jetzt so froh, dass ich heute im PCR endlich mal einen guten Sprung auf der Schanze zeigen konnte“, meinte sie tags zuvor nach dem provisorischen Wettkampfsprung.

Platz 11 nach dem Springen

Doch der fand keinen Eingang in den Wettkampf, da gesprungen werden konnte. Und da landete die 20-Jährige auf Platz 11, weit weg von der Spitze. „Ja, das Podium ist schon fix mit denen, die im Weltcup vorne sind“, wusste die Freudenstädterin vor dem Rennen.

Am Ende holte sich Minja Korhonen vor der heranbrausenden Ida Marie Hagen in einem dramatischen Finish den ersten Weltcupsieg für Finnland, und hinter Hagen musste sich die nach dem Springen führende Amerikanerin Alexa Brabec mit Platz 3 begnügen.

Kampf um jede Sekunde

Und Nathalie Armbruster? Die gab auf der fünf Kilometer langen Runde mächtig Gas, schob sich von Platz 11 auf Platz 6 vor und kämpfte auf der Zielgerade immer noch um jede Sekunde. „Ich hoffe schon, dass ich die eine oder andere noch einholen kann“, hatte sie angekündigt und hielt Wort.

Suche nach „ein paar Metern“

Mehr war nach dem Springen nicht mehr drin. „Insgesamt haben wir auf der Schanze zu viel liegen gelassen“, wusste auch Bundestrainer Florian Aichinger und hoffte für das Mixed-Team am Samstag (10.00 Uhr Springen/15.00 Uhr Langlauf), „dass wir an der Schanze ein paar Meter finden“.

Kampf kostet viel Kraft

Auch wenn Nathalie Armbruster in der Loipe auf die Spitze 30 Sekunden gutgemacht hat – ganz wohl fühlt sie sich im Moment nicht. „Die Olympiapause hat einfach auch wahnsinnig gezehrt“, sagte die Gesamtweltcupsiegerin. Statt Regeneration hetzte sie von Termin zu Termin. „Man hat versucht, an allen Fronten für den Sport zu kämpfen, und es hat sehr viel Energie gekostet“, gab sie zu, „und jetzt bin ich einfach ein bisschen müde.“

Erschwerend kamen in Lahti die Schanzenprobleme hinzu. „Ich hatte im Training enorme Probleme mit der Pünktlichkeit und bin dann auch einmal fast auf die Nase gefallen“, berichtete die deutsche Meisterin und Sommer-Grand-Prix-Siegerin. Das passierte zum Glück im Wettkampf nicht, ganz glücklich machte sie das Rennen aber auch nicht.

Der Körper schreit nach einer Pause

Nach Lahti „noch Oslo – und dann ist es, glaube ich, für meinen Körper auch gut, wenn die Saison vorbei ist“, gibt sie zu. Ein schwieriger Winter geht dann nach dem berauschenden Jahr 2025 zu Ende. Davor steht aber noch das Mixed am Samstag unter dem Motto: „Spaß haben!“