Der Vorgeschmack auf den Winter war kurz, aber erfolgreich. Nach der knappen Woche Sommer-Grand-Prix beginnt für die Fans der nordischen Kombination das lange Warten auf Action im Schnee. Ein Sturz sorgt für Aufregung.
Und während die Männer wieder Ende November im finnischen Ruka loslegen dürfen, müssen sich die Frauen eine Woche länger gedulden und sind ab dem 6. Dezember im norwegischen Lillehammer gefordert.
Die WM in Trondheim lockt
Wenn die deutschen Frauen da so weitermachen, wie bei den Sommer-Stationen in Tschagguns, Oberstdorf und zuletzt Chaux-Neuve, dann können sich die Fans auf eine packende WM in Trondheim freuen. Denn die Titelkämpfe in Norwegen vom 26. Februar bis zum 9. März sind das absolute Saison-Highlight der nordischen Wintersport-Saison.
Großartige Stimmung versprechen auch die Wettkämpfe um den Schwarzwaldpokal in Schonach, die 2025 vom 17. bis 19. Januar geplant sind. Im Mittelpunkt wird dann auch wieder die Freudenstädterin Nathalie Armbruster (SV/SZ Kniebis) stehen.
Sieg in Chaux-Neuve
Die 18-jährige Schülerin hat beim Sommer-Grand-Prix-Finale in Chaux-Neuve das Compact-Format genutzt, um mit ihrer überragenden Laufform ganz nach vorn zu stoßen und nach den Plätzen 3 und 4 in Tschagguns, Rang 2 in Oberstdorf und Platz 5 im ersten Chaux-Neuve-Wettkampf den Sieg davonzutragen. „Aus deutscher Sicht können wir sehr zufrieden sein mit den Ergebnissen“, lautet das Sommer-Grand-Prix-Fazit von Horst Hüttel, dem Sportdirektor Weltcup Skisprung und nordische Kombination beim Deutschen Ski-Verband (DSV).
Den größten Leistungssprung attestiert Hüttel zwar Jenny Nowak, die ihre außergewöhnlichen Leistungen mit dem Gesamtsieg krönte, „aber auch Nathalie Armbruster und Svenja Würth sind näher dran als teilweise in den letzten Jahren.“ Er sieht die Frauen in der Spur: „ Der Weg stimmt.“ Glück im Unglück hatte in Chaux-Neuve übrigens die Baiersbronnerin Svenja Würth: Bei strömendem Regen stürzte sie schwer, hat aber außer schmerzhaften Prellungen keine Verletzungen erlitten.
Augenmerk auf der Sprung-Form
Nun soll in den nächsten Wochen die gute Form stabilisiert und ausgebaut werden. „Wir haben ein klares Ziel ausgegeben: Wir wollen springerisch versuchen weiterzukommen, weil das einfach das Maß der Dinge ist – und das, was uns im letzten Jahr auch gehindert hat, mehr Podiumsplätze zu erzielen“, hat Hüttel klare Vorstellungen von der Vorbereitung auf die ersten Schnee-Wettkämpfe bei den Männern.
Bange ist ihm jedoch nicht: „Ich sehe das Team mit Johannes Rydzek, David Mach, Terence Weber, aber auch Manuel Faißt eng zusammengerückt“, hat Hüttel beobachtet. Hinter Sieger Rydzek hatte der Baiersbronner Faißt in Chaux-Neuve Platz 2 belegt – „und es waren ja doch gute Leute am Start, die schon ein Maßstab sind“, meint Hüttel.
Deutsche Meisterschaft mit allen Stars
Ehe es im Weltcup auf Schnee geht, wartet auf die deutschen Kombiniererinnen und Kombinierer noch ein großes Highlight: die deutschen Meisterschaften am 12./13. Oktober in Oberhof und Zella-Mehlis, wo alle deutsche Top-Athleten starten werden. Denn: Danach werden die Weltcup-Teams fixiert. Nathalie Armbruster, Svenja Würth und Manuel Faißt dürften ihre Startplätze jedoch nach diesem Sommer schon sicher haben.