Beim Weltcup-Auftakt der nordischen Kombiniererinnen liefern sich Nathalie Armbruster und Ida Marie Hagen in Trondheim ein sagenhaft spannendes und hochklassiges Duell.
Was für ein Start in die Saison für Nathalie Armbruster aus Freudenstadt – und die Nordischen Kombiniererinnen, die nach wie vor darum kämpfen, in viereinhalb Jahren ihre Olympia-Premiere feiern zu dürfen.
Großen Sport lieferten die beiden Kombinations-Größen, Nathalie Armbruster und Ida Marie Hagen, – und neue Konkurrenz scheint ihnen zu erwachsen in der US-Amerikanerin Alexa Brabec.
Nachdem die drei dem Fünf-Kilometer-Rennen in der Loipe ihren Stempel aufgedrückt hatten, wurde es am Ende in dem Ort, an den Nathalie Armbruster keine besonders guten Erinnerungen hatte, eine Herzschlagentscheidung.
0,1 Sekunden entscheiden
Die Winzigkeit von 0,1 Sekunden entschied das Rennen – eine Schuhspitze. Und die hatte die Norwegerin Ida Marie Hagen vor der amtierenden Gesamtweltcupsiegerin Nathalie Armbruster. „Natürlich wäre es noch cooler gewesen, wenn es der erste Platz gewesen wäre“, gab die Freudenstädterin vom SV/SZ Kniebis zwar zu, „aber ich hätte niemals damit gerechnet, mich so unheimlich gut zu fühlen während des gesamten Rennens.“
Virus bremst Nathalie Armbruster
Hintergrund ist, dass bei der 19-Jährigen vor drei Wochen wie auch bei Jenny Nowak, die Zwölfte wurde, ein Virus diagnostiziert wurde. „Das war für die Nathalie nicht einfach“, blickte Bundestrainer Florian Aichinger zurück, „das Rennen heute war eigentlich die erste harte Belastung für sie.“
Davon war im Rennen wenig zu spüren. Mit 1:08 Minuten Rückstand auf die mit Abstand beste Springerin, Ingrid Laate (Norwegen), war Nathalie Armbruster ins Rennen gegangen, gemeinsam mit Alexa Brabec und zu Beginn auch Katharina Gruber (Österreich) holte sie den Rückstand im Expresstempo auf und übernahm nach rund drei Kilometern die Führung.
Ida Marie Hagen noch schneller
Allerdings brauste Ida Marie Hagen, die 1:31 Minuten Rückstand nach dem Springen hatte, noch schneller heran. Und so prägten die drei Schnellsten die Schlussrunde. „Am letzten Berg wird’s die Attacke geben“, sagte Aichinger – und behielt Recht. „Da muss sie dran sein“, gab Aichinger Nathalie Armbruster für den taktischen Showdown auf den Weg. Sie blieb auch dran, nur Brabec musste abreißen lassen.
Auf die Zielgerade kam Hagen als Erste und machte für Armbruster den Weg links neben sich zu. So musste die Freudenstädterin auf der anderen Seite vorbei, und wäre die Zielgerade fünf Meter länger gewesen, wäre es der Sieg gewesen, so war es Platz 2, mit dem sie aber auch mehr als zufrieden war.
Selbstvertrauen für den Massenstart
„Ich konnte mir einfach einen Packen Selbstvertrauen abholen“, schaute Armbruster schon einen Tag voraus, denn da steht das von ihr wenig geliebte Massenstartrennen auf dem Programm – also erst laufen, dann springen (10.20 Uhr 5-km-Rennen/14.50 Springen/ZDF und Eurosport).
Viel Selbstvertrauen geholt
Erfahrungsgemäß sind die Zeitabstände dann nicht so groß, das kommt den guten Springerinnen entgegen. Wie gut, dass Nathalie Armbruster am Freitag ihren Frieden mit der bisherigen Problemschanze in Trondheim hatte machen können. 94,5 Meter, Platz 3 – und die beste Performance aller guten Läuferinnen. Der Massenstart kann kommen.