Beim zweiten Wettkampf in Otepää macht das Wetter Nathalie Armbruster aus Freudenstadt wieder einen dicken Strich durch die Rechnung.
Der Wind hat beim zweiten Weltcup der Nordischen Kombination im estnischen Otepää wieder eine Hauptrolle gespielt (den Bericht vom dritten Wettkampf von Otepää finden sie hier: Volle Katastrophe für Nathalie Armbruster).
Während das Springen der Männer gleich ganz abgesagt und damit für Julian Schmid und Johannes Rydzek die optimale Ausgangsbasis gelegt wurde, weil die beiden am Donnerstag einen exzellenten provisorischen Trainingssprung (PCR) in den Schnee gezaubert hatten, wurde das Springen der Frauen zu einer Geduldsprobe bei eisigen Bedingungen.
Maja Loh wurde als Startnummer 1 noch abgewunken – unter „extremst grenzwertigen Bedingungen“, wie Frauen-Bundestrainer Florian Aichinger monierte, dann wurde die Oberstdorfer Nachwuchshoffnung Sofia Eggensberger als Startnummer 2 immer wieder auf den Startbalken gerufen und wieder heruntergeholt, bis „sie es dann einfach eingesehen haben, dass es nicht mehr geht, und abgebrochen haben“, fasste es Aichinger zusammen.
Der Super-GAU
Das war der Super-GAU für die Vortages-Dritte Nathalie Armbruster, denn zwei Tage zuvor, beim PCR für diesen Wettkampf, hatte sie nach ihrem misslungenen Sprung von der Tehvandi-Schanze nur den Kopf im Auslauf geschüttelt.
„Ich hab hier immer so paar kleine Macken auf der Schanze“, meinte die 2025 so erfolgreiche Nathalie Armbruster, die inständig hoffte, „dass wir morgen zum Springen kommen“, denn: „Es hilft da eigentlich meistens immer, ’ne Nacht drüber zu schlafen, und dann am nächsten Tag geht es schon besser mit Springen.“ Nur leider durfte sie ja nicht.
Vergebene Chance
„Die Natalie hat leider den Sprung nicht ganz runtergebracht“, weinte auch Aichinger der vergebenen Chance eine Träne nach, denn – das zweite Déjà-vu zum Jahr davor – der Rückstand zu Dauerrivalin Ida Marie Hagen (über eine Minute) und Sprungsiegerin Ingrid Laate (über zwei Minuten) war einfach zu viel.
Nathalie Armbruster macht Dampf
Auf den ersten zwei Kilometern machte die amtierende Gesamtweltcupsiegerin nach dem Auf und Ab von Ramsau auch Dampf wie im Sommer, hatte nur noch 1:37 Minuten Rückstand zur Spitze. „Eigentlich hat es gut ausgeschaut bis zur Mitte des Rennens, aber irgendwie wissen wir auch nicht, warum wir dann hinten raus doch noch mehr verloren beziehungsweise weniger aufgeholt haben, als wir eigentlich erwartet hätten“, rätselte Aichinger, warum sich das Rennen so zäh gestaltete.
Am Ende wurden es beim Sieg der in Otepää nicht immer glücklichen Ida Marie Hagen Rang 7 für die Sommer-Grand-Prix-Siegerin, Rang 8 für Jenny Nowak und bei den Männern Rang 2 für Johannes Rydzek („Das war ein super Tag für mich“) sowie Rang 5 für Sprung- und Vortagessieger Julian Schmid, der auf dem mörderischen letzten Kilometer zur Gruppe der ersten drei leicht hatte abreißen lassen müssen.
Manuel Faißt in Topform
In sensationeller Form in der Loipe präsentierte sich wieder Rückkehrer Manuel Faißt, der ebenfalls keinen guten PCR erwischt hatte, sich aber mit der achtbesten Laufzeit noch 17 Plätze nach vorne auf Rang 25 schob.
Motto: volle Attacke!
Für die deutsche Meisterin Nathalie Armbruster gilt vor Teil 3 in Otepää, ihrem bevorzugten Individual Compact Race, „die Emotionen mal ein bisschen runterkommen“ zu lassen und dann das umzusetzen, was Bundestrainer Aichinger als Ziel ausgegeben hat: „Wir werden morgen voll Attacke gehen und noch mal das Podest attackieren.“
Das Wetter wird besser
Der Wind scheint dabei offenbar mitzuspielen, denn das Wetter soll sich laut Vorhersage bessern. Einem gelungenen Abschluss der „Königin von Seefeld“ in Estland – mit vielleicht dem ausgerufenen „Knacken von Ida“ Marie Hagen – steht dann nichts mehr entgegen.