"Im Ruhestand", "in Rangendingen" oder "in Rufweite" – bei Pfarrer Norbert Dilger kann der Zusatz i.R. viel bedeuten. Beim Nachmittagstreff in Hechingen erzählte er aus seinem Priesterleben. Foto: Steger

Religion: Der Geistliche Norbert Dilger aus Rangendingen erzählt beim Nachmittagstreff aus seinem Leben

Pfarrer i.R. Norbert Dilger aus Rangendingen war zu Gast beim ökumenischen Nachmittagstreff in Hechingen. Dort erzählte er "aus seinem Leben" – gewürzt mit dem ihm ganz eigenen Humor.

Hechingen/Rangendingen. Gleich zu Beginn erklärte der Geistliche, was die Abkürzung i.R. überhaupt bedeutet, beziehungsweise, wofür es bei ihm auch stehen könnte: Außer "im Ruhestand" auch "in Rangendingen" oder "in Rente" oder aber "in Rufweite". Alles, besonders aber auch das letztgenannte scheint auf den Ruhestandspfarrer wirklich zuzutreffen, wenn man seine ganzen Aktivitäten betrachtet, die er heute noch ausfüllt.

Geboren wurde Norbert Dilger in Furtwangen, in dessen Nähe er aufwuchs - in einer sehr katholischen Umgebung. 1974 wurde er zum Priester geweiht. Sein Primizspruch "Nicht Herren eures Glaubens, sondern Helfer zu eurer Freude" hatte er sich, damals noch, mit allen 13 Priesterkandidaten, die mit ihm geweiht wurden, geteilt – und nicht nur mit ihnen. Dies sei auch der Primizspruch von Joseph Ratzinger, dem einzigen Papst i.R., gewesen, so Dilger.

Nach einigen Stationen kam der Pfarrer 1979 nach Rangendingen und blieb bis 2014 Leiter der Seelsorgeeinheit. Für sein berufliches Wirken eien ihm vier Säulen des Glaubens wichtig gewesen: Gottesdienst, Verkündigung, Bruderdienst und Gemeinschaft.

Bei Predigten liebe er es bis heute, die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer beispielsweise mit einem Rätsel am Anfang zu bekommen. Gerne flechte er auch einen Witz in die Predigt ein, von denen er einige Beispiele erzählte– zur Erheiterung der Zuhörer.

Der Pfarrer i.R. baut gern auch Mal einen Witz in seine Predigt ein

Die Verkündigung habe er gerne im Religionsunterricht, den er von Klasse 1 bis 13 erteilte, gelebt. Einmal hätte er seine Gitarre zur Seite gelegt und sich beklagt, dass sie ein Loch hätte. Streng habe er daraufhin die Schüler befragt, wer das Loch hinterlassen habe. "Dauw", hieß die prompte Antwort in breitestem Schwäbisch.

Mit seiner angenehmen Art berichtete der Pfarrer von Besuchen, Taufen und Beerdigungen. Wichtig war und sei ihm die Gemeinschaft, sagte er. Zahlreiche Opernfahrten, Orgelkonzerte und Wallfahrten habe er organisiert. Auch in der Fasnacht war er stets aktiv mit dabei. Wichtig sei ihm auch die Renovierung der Rangendinger St. GallusKirche gewesen. Und obwohl er vorher keine Ahnung vom Bauen und von Finanzen hatte, hätte er die Maßnahme einschließlich dem Bau einer neuen Orgel erfolgreich abgeschlossen, so sein Resümee.

Nach dem Kaffeetrinken schloss der Pfarrer seine Ausführungen mit der Vorführung eines Films, den ihm "seine Rangendinger" zum Jubiläum geschenkt hätten. Den Dank für seine Ausführungen sprachen ihm Brigitte und Manfred Steger aus. Doch das schönste Kompliment machte ihm wohl eine Zuhörerin: "Ihm hätte ich noch eine Stunde zuhören können."