Landwirt Thomas Frenk aus Nonnenweier ist erschüttert. Auf einem seiner Felder hat sein Sohn beim Einfahren des Vieh-Futters Rattengift entdeckt. Damit konnte das Schlimmste verhindert werden – der emotionale Schaden ist, so Frenk, dennoch immens.
Während zahlreiche Menschen das sommerlich-warme Wetter zum 1. Mai für einen Ausflug genutzt haben, war Landwirt Thomas Frenk aus Nonnenweier auf einem seiner Felder, um dort den ersten Schnitt Futter für seine 100 Kühe einzufahren. „Das Futter sollte für ein Dreivierteljahr reichen“, so Frenk. In einem öffentlichen Beitrag über das Instagram-Profil zu seinem Lindenhof macht er jedoch gleich klar, dass das „Idyll des schönen Tages trügt“.
Seine Helfer und er hätten schon viel auf den Feldern gefunden: Etwa unzähliger Müll wie Aludosen und Plastikflaschen. Das sei bereits schon ärgerlich. „Das sind Menschen, die aus Unachtsamkeit ihr Zeug zum Fenster rausschmeißen“, erklärt es sich Frenk. Auch diese unüberlegte Handlung könne aber, so der Landwirt weiter, letztlich zum Tod der Tiere führen. Denn die Maschinen würden die Dosen nicht erkennen. So könnten spitzkantige Teile im Futter landen, die die Tiere dann innerlich massiv verletzen und für einen qualvollen Tod sorgen könnten.
Eine völlig andere Dimension habe aber der Fund am Donnerstag gehabt: „Und das lassen wir so definitiv nicht stehen – denn das ist ein Anschlag auf unsere Tiere und auf unseren Bauernhof“, so Frenk. Sein Sohn Tim habe bei der Arbeit festgestellt, dass irgendetwas nicht stimme und seinen Vater verständigt. Schnell stellte sich heraus: Auf dem Feld, etwa zehn Meter von der Straße entfernt, hatte jemand ein gelbes Päckchen – „Rattenköder Pad“ – entsorgt. Durch das Mähwerk und die weiteren Arbeitsmaschinen ist der Inhalt verteilt worden. „Damit ist all das Futter hier mit den blauen Giftpäckchen auf einer Fläche von sieben bis acht Meter Breite und zehn bis fünfzehn Meter Länge kontaminiert“, ärgert sich Frenk, spricht aber auch gleichzeitig von Glück.
Zum ersten Mal mit solch einem Anschlag konfrontiert
„Das Rattengift wirkt auch bei Kühen tödlich.“ Wäre es nicht gefunden worden, hätte man sich zunächst die große Frage gestellt, was mit den Kühen los sei – „und dann wäre es teuer und auch richtig traurig geworden“, so Frenk. Während der finanzielle Schaden mit rund 200 Euro noch zu verkraften sei, sie der emotionale Schaden immens. „Man verliert den Glauben an die Menschheit“, sagt Frenk. Man frage sich, welche Intension hinter dieser Aktion stecke. Ein solcher Anschlag habe der Lindenhof noch nie erlebt, es sei dennoch ein Schlag ins Gesicht. „Wir sind stets hinterher, uns so gut es geht in unserer Arbeit transparent zu zeigen und sind auch kein anonymer Hof, irgendwo abgeschottet“, so Frenk. Jetzt mache man sich seine Gedanken. „Wer sowas macht, ist für mich Tierquäler erster Kategorie. Sowas ist einfach nur unverantwortlich“, betont Frenk im Gespräch mit unserer Redaktion. Man lasse dies keinesfalls so stehen. „Das wird eine Anzeige nach sich ziehen“, so der Landwirt. Die Beweismittel seien gesichert worden und werden der Polizei übergeben.
Menschen, die auffällige Beobachtungen gemacht haben, bittet er, sich bei der Polizei oder bei ihm zu melden. Sollte sich derjenige melden, dem die Packung einst gehörte und sich entschuldigen, würde das Familie Frenk nicht nur diskret behandeln und die Anzeige zurückziehen, sondern dies auch entsprechend honorieren. „Es würde einiges an verlorenem Vertrauen wieder gut machen“, so Frenk.
Produkte
Der Milchvieh- und Ackerbaubetrieb „Frenks Lindenhof“ stellt unter anderem Rind- und Schweinefleisch aus eigener Aufzucht, Wurstwaren, Käse, Milch, Butter, Joghurt und Brot her. Weitere Infos zum Betrieb gibt es unter www.frenks-lindenhof.de