Die geplanten Anlagen werden frühestens 2027 in Betrieb genommen. Foto: Thomas Fritsch

Grüner Strom aus Baiersbronn für Baiersbronn: Zwei Windkraftanlagen könnten das möglich machen. Jedoch frühestens 2027.

Eigenen grünen Strom zu erzeugen und diesen dann noch kostengünstig an die Bürger abgeben zu können, diese Wunschvorstellung könnte in Baiersbronn bald Wirklichkeit werden. Doch ob und wann es so weit sein könnte, steht noch nicht fest.

 

Die Firma Green Wind Energy GmbH möchte auf den gemeindeeigenen Flächen am Hilpertsberg zwei Windenergieanlagen errichten und hat dafür bereits die Baukonzession erhalten. In der letzten Sitzung des Gemeinderats stellten Marie-Luise Mörk und Sebastian Olbrich – beide Projektleiter von Green Wind – das Vorhaben vor und gingen auf mögliche Beteiligungsformen für Gemeinde und Bürger ein.

Noch viele Unklarheiten

Mörk erklärte, dass der weitere Prozess sehr dynamisch sei und es derzeit noch viele Unklarheiten gebe. Letztendlich müsse man auch abwarten, was der Gesetzgeber in Sachen Windenergie und Vergütungsmodelle vorgebe. Für die beiden Windkraftanlagen auf Baiersbronner Gemarkung sei der Genehmigungsantrag bereits gestellt. Teilweise müssten Flächen gerodet werden, allerdings nur teilweise dauerhaft.

Mit Visualisierungen demonstrierten die Projektleiter, wie die fertigen Windräder in der Landschaft aussehen werden und gingen auch auf die mögliche Vorteile verschiedener Beteiligungsmodelle ein. Sebastian Olbrich erklärte, dass angefangen bei einer jährlichen Vereinsförderung bis hin zu einer finanzstarken Beteiligung an den Betreiberanlagen alles möglich sei. Wie genau eine Beteiligung aussehen könne, könne auch zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert und entschieden werden. Mit der Inbetriebnahme der Anlagen könne frühestens 2027 gerechnet werden.

Zehn Anlagen sind für Nestle genug

Gemeinderat Gerhard Gaiser (SPD) fragte nach den Risiken für die Gemeinde. Insbesondere in Bezug auf den Abbruch der Anlagen und den Brandschutz. „Alles ist heute durch eine Rückbauversicherung abgedeckt, die Gelder dafür werden zurückgelegt, laut einer rechtlichen Vorgabe muss die Anlage nach Ende der Nutzung vollständig samt Fundamenten zurückgebaut werden“, erklärte Marie-Luise Mörk. Neben einer Selbstlöschanlage für die Rotoren werde auch ein Pendelverkehr für die Löschwasserversorgung eingerichtet, ein Brandschutzkonzept werde erstellt.

Gemeinderat Karlheinz Nestle (FWV) machte deutlich, dass aus seiner Sicht zehn Anlagen genug seien und nicht auch noch die Windkraftfläche vier kommen solle. Es gelte in jedem Fall zu vermeiden, dass man am Ende von Windrädern umzingelt sei. „Wir ziehen da mit Oberbürgermeister Adrian Sonder aus Freudenstadt an einem Strang und haben bereits gute Gespräche mit dem Regionalverband Nordschwarzwald geführt“, erklärte Bürgermeister Michael Ruf.

Yannik Seiferling (CDU) zielte auf die Kapazitäten des Gemeindenetzes ab. Ob diese den Strom überhaupt aufnehmen könnten, wollte er wissen. Ruf erläuterte, dass aktuell am Radweg nach Klosterreichenbach ein Einspeisepunkt für die geplanten Anlagen entstehe. „Eine sogenannte Windsteckdose, das ist unproblematisch. Probleme bereiten uns als Gemeindewerke die großen PV-Anlagen“, so Ruf. Mörk ergänzte, dass man aktuell Gespräche führe, um den Einspeisepunkt in Klosterreichenbach mitnutzen zu können.

Bei einer Enthaltung stimmte das Gremium einem möglichen Bürgerstromtarif zu und regte an, weitere Beteiligungsmodelle zu prüfen.