Auf der Turnhallestraße wird laut Fortschreibung der Lärmaktionsplanung ebenfalls die zulässige Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer reduziert. Foto: Schwark

Für die weitere Reduzierung von Verkehrslärm leitet die Stadt neue Maßnahmen in die Wege.

Freudenstadt - Der Gemeinderat Freudenstadt hat in seiner jüngsten Sitzung den Maßnahmenkatalog zur Fortschreibung des Lärmaktionsplans für die Stadt beschlossen. Wesentlicher Inhalt ist wie bereits beim ersten Lärmaktionsplan vom Oktober 2017 die weitere Ausweisung von Tempo 30. Die Lücken, die seit der Umsetzung der ersten Maßnahmen bestehen, sollen dabei geschlossen werden.

Ein Beispiel ist der Abschnitt der Bundesstraße 462 vom Ortseingang bis zur Gärtnerstraße, wo Tempo 30 bisher nur nachts gilt. Auch auf der Ulanenstraße zwischen Murgtal- und Hirschkopfstraße sowie auf der Moosstraße zwischen Ring- und Hirschkopfstraße und auf der Hirschkopfstraße zwischen Ringstraße und Martin-Luther-Straße soll künftig die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde beschränkt werden.

Turnhallestraße neu im Programm

Nach der Auslegung der Fortschreibung des Lärmaktionsplans hatten sich einige Bürger und Träger öffentlicher Belange geäußert. Ihre Bedenken und Anregungen wurden in die Planung eingearbeitet. Jetzt lag deshalb dem Gemeinderat erneut das Maßnahmenpaket des Ingenieurbüros Koehler & Leutwein mit zahlreichen Berechnungen, Analysen und Kartierungen zur Beschlussfassung vor.

Neben der Ausweitung der Tempo-30-Bereiche auf innerstädtischen Straßen ist die Turnhallestraße neu im Programm, die zwischen dem Promenadeplatz und der Einmündung in die Bahnhofstraße ebenfalls auf Tempo 30 abgestuft werden soll.

Stadtteile bleiben außen vor

Nach der Umsetzung dieser Fortschreibung gelte Tempo 30 im gesamten Bereich der Marktpatzes, einschließlich Ring- und Turnhallestraße, sagte Oberbürgermeister Julian Osswald. In der Diskussion im Gemeinderat bemängelte Stadtrat Karl Müller (SPD), dass – wie schon 2017 – die Stadtteile wieder außen vor gelassen wurden. Er stellte den Antrag, die Geschwindigkeit auf allen Landes- und Kreisstraßen in den Stadtteilen ebenfalls auf 30 Stundenkilometer zu reduzieren.

Dazu erklärte Bürgermeisterin Stephanie Hentschel, dass auf allen Straßen, auf denen weniger als 8000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs sind, Tempo 30 keine Auswirkung auf die Lärmbelastung habe. Dies bekräftigte Christoph Gerber vom Baurechts- und Ordnungsamt. Der Antrag sei schon bei der Einleitung der Lärmaktionsplanung abgelehnt worden.

Autos stehen lassen

Auch Stadtrat Bernd Leix (Bürgeraktion) machte sich für Tempo 30 in den Stadtteilen stark. Michael Kaltenbach (Freie Wähler) fragte, ob es auch eine Erhebung der Verkehrsdichte auf der Talstraße in Christophstal gibt. Denn sie werde – obwohl sie eine Anliegerstraße sei – oft als Umfahrung der Innenstadt genutzt. 8000 Fahrzeuge gebe es auf der Talstraße nicht mal dann, wenn alle anderen Straßen durch die Stadt gesperrt sind, antwortete der OB. Stadträtin Elisabeth Gebele (Bürgeraktion) richtete einen Appell an die Bürger. Jedes Auto, das nicht bewegt werde, reduziere den Lärm.

Karl Müller blieb hartnäckig. Der Bedarf für eine Lärmreduzierung auf den Straßen in den Stadtteilen sei da. 8000 Fahrzeuge müssten nicht die Grundlage sein, betonte er und führte dafür Aussagen aus einem Gutachten an.

Über Antrag nicht abgestimmt

Christoph Gerber wies darauf hin, dass der Gemeinderat für Bereiche, für die er nicht zuständig ist, nichts beschließen könne. Die Diskussion sich um die Ausweisung von Tempo 30 auf Landes- und Kreisstraßen drehte sich zwischen Karl Müller und der Verwaltung eine ganze Weile im Kreis, bis Oberbürgermeister Osswald verkündete, über Müllers Antrag nicht abstimmen zu lassen. Bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde die Fortschreibung des Lärmaktionsplans beschlossen.