Mit Sascha Schröder bekommt der SC Lahr ab Januar einen modernen Analytiker als neuen Cheftrainer. Mit mehr Infos auf jeden Gegner maximal vorbereitete zu sein, ist sein Anspruch. Der Coach will aber nicht eins zu eins so arbeiten wie beim Bahlinger SC.
Nicht viel hat gefehlt und Sascha Schröder wäre schon vor zwei Jahren Trainer beim SC Lahr geworden. „Wir waren schon in Kontakt, als Oliver Dewes bei uns aufgehört hat. Doch zu der Zeit waren wir uns mit Domenico Bologna als Dewes-Nachfolger schon früh einig. Aber Sascha war dann bereits in unserem Blickfeld“, erzählt Petro Müller, Sportlicher Leiter beim SC Lahr, im Gespräch mit unserer Redaktion. Erst folgte also Bologna und nach dessen Rücktritt ist nun Schröder ab Januar der Chef an der Dammenmühle.
Maurizio Moog war schon Spieler unter Schröder
„Sascha passt menschlich und auch vom Alter her zu uns. Gerade sein vorheriger Job als Videoanalyst hat ihn für uns besonders interessant gemacht. Nichts gegen die alten Methoden mancher Trainer, die funktionieren auch. Aber ich meine, man muss in dem Amt auch mit der Zeit gehen und innovative Ideen mitbringen. In dem Bereich ist Sascha hervorragend und kann noch etwas aus unserer Mannschaft herauskitzeln“, lobt Müller. „Zudem ist Sascha super vernetzt, hat schon einige Spiele von uns gesehen und kennt auch einige Spieler persönlich.“ Eine SCL-Vergangenheit hat Schröder auf oder neben dem Platz jedoch nicht. „Das ist Neuland für ihn“, so Müller.
„Sascha war unser absoluter Wunschkandidat“, hatte Müller schon in einer Pressemitteilung zur Vorstellung von Schröder gesagt. „Wir sind davon überzeugt, dass unsere erste Mannschaft, aber auch unsere U 23 und U 19 durch die große Erfahrung von Sascha sehr profitieren werden.“
Schröder hatte nicht nur über Müller schon Kontakt zum SC Lahr, sondern auch über Teammanager Maurizio Moog. „Er war ein Spieler von mir in Herbolzheim. Wir standen also schon länger im Austausch, aber ohne den Hintergedanken, dass ich zu Lahr wechsle“, sagt der 37-Jährige, der in Grafenhausen wohnt. Der FV Herbolzheim war von 2016 bis 2021 bislang Schröders einzige Cheftrainerstation. „Ich bin als junger Trainer mit 29 Jahren eingestiegen und bin dann auch nicht mehr als Spieler auf dem Platz gewesen, obwohl ich fit war. Das Paket in der Landesliga als Trainer und Spieler gleichzeitig ist zu groß.“
Als Videoanalyst und Co-Trainer beim Bahlinger SC folgten dann „spannende und lehrreiche“ Jahre, von denen Schröder auch jetzt profitieren will. „Der Bereich der Videoanalyse war beim BSC maximal professionell aufgebaut. Es wäre aber totaler Quatsch, das jetzt im gleichen Umfang zwei Ligen tiefer beim SC Lahr zu machen. Ich will die Jungs da auch nicht überladen. Es gibt aber Potenzial, um mit mehr Infos auf jeden Gegner maximal vorbereitet zu sein“, hält Schröder fest, der den dominanten Fußball der Vorsaison, die für den SCL fast in der Oberliga endete, gern in der Rückrunde wieder sehen will. „Fußballerisch ist aber gerade Sand im Getriebe. Das habe ich beim letzten Spiel vor der Winterpause gegen Stadelhofen selbst gesehen“, so Schröder
Grundsatzentscheidung schnell gefällt
Als der SC Lahr angefragt hatte, stand der Vertriebsleiter im Sanitärgroßhandel in Freiburg vor einer Grundsatzentscheidung. „Wollte ich weiter Co-Trainer beim Aushängeschild der Region in der Regionalliga bleiben oder etwas Eigenes? Ich habe dann schnell beim SCL zugesagt. Die Mannschaft hat ein brutales Jahr hinter sich. Jetzt steht uns aber eine spannende Rückrunde bevor.“ Ende Januar beginnt das Training wieder. „Vorher gibt es noch viele Gespräche, Hallenturniere und es ist auch mal gut, zwei bis drei Wochen Abstand vom Fußball zu haben.“