Mit ihrer eleganten Flügelform sind die Mauersegler bei ihren Flugmanövern mit bis zu 200 Stundenkilometer unterwegs. Foto: Lothar Schwark

Mit bis zu 200 Stundenkilometern düsen die Vögel auf der Suche nach Nahrung im Sommer über die Dächer. Im Freudenstädter Rathaus scheinen sie einen Nistplatz gefunden zu haben.

Der Sommer ist da und mit der warmen Jahreszeit sind auch die Mauersegler nach Freudenstadt zurückgekehrt. Mit wilden Flugmanöver jagen die Vögel über die Dächer und durch die Straßen der Freudenstädter Innenstadt. Unverkennbar ist ihr schriller, mehrmals hintereinander folgender Ruf, der gut von Menschen wahrgenommen werden kann.

 

Als reiner Luftjäger ernährt sich der Mauersegler ausschließlich von Insekten und Spinnen. Meist ist er in Höhen von sechs bis 50 Meter unterwegs. An warmen Sommertagen sind die Tiere auch in Höhen von mehr als 100 Meter unterwegs, wenn ihre Beute von starken Aufwinden nach oben getragen wird. So berichten Musbacher Segelflieger, dass ihnen Mauersegler schon in Aufwinden bis nahezu 3000 Meter begegnet seien.

In Altbauten, Bahnhöfen, Wohnhäusern, Kirchtürmen und Fabrikgebäuden

Noch sind Mauersegler in Mitteleuropa stark verbreiten. Sie brüten überwiegend an mehrgeschossigen Altbauten, Wohnhäusern, Fabrikgebäuden, Kirchtürmen oder auch an Bahnhöfen. Auch scheint die dem Kasernenplatz zugewandte Seite des Rathauses den Vögeln als Nistplatz zu dienen. Das belegen wiederkehrende Anflüge der Tiere. Meist kommen die Vögel im ersten Mai-Drittel im Freudenstädter Brutgebiet an. Je nach Wetterlage variiert der Ankunftstermin um bis zu drei Wochen.

Bereits Mitte Juli machen sich viele Mauersegler nach dem Ausfliegen der Jungvögel in mehreren Wellen auf den Weg ins afrikanische Winterquartier. Das liegt südlich der Sahara. Wie im Brutgebiet selbst, verbringen die Langstreckenzieher dort nicht mehr als drei bis dreieinhalb Monate. Die restlichen Monate benötigen die eleganten Segler für den Weg. Mehrere Tage mit Temperaturen unter zehn bis zwölf Grad sind für Mauersegler ein Problem. So flüchten sie im Brutgebiet vor ausgedehnten Tiefdruckgebieten. Oft kehren die Altvögel erst nach einer 1000 bis zu 2000 Kilometer langen Luftreise nach Schlechtwetterlagen zum Ausgangspunkt zurück.

Mauersegler haben eine hohe Lebenserwartung

Jungvögel überstehen die Abwesenheit ihrer Eltern in einer Art Hungerschlaf. Alle Körperfunktionen werden auf ein Minimum heruntergefahren. Mauersegler haben eine hohe Lebenserwartung. Ein Alter von zehn Jahren und mehr ist keine Seltenheit. Bei beringten Vögeln sei bereits ein Alter von mehr als 20 Jahren nachgewiesen worden. Sensationell ist, dass die Mauersegler außerhalb der Brutzeit sich rund zehn Monate zu 99 Prozent in der Luft befinden. Dabei schlafen die Tiere im Flug. Wissenschaftler vermuten einen Halbhirnschlaf.

Nistplätze können in der Regel nur beim Ein- und Ausflug der Tiere entdeckt werden. Moderne Dächer sind oft hermetisch abgeschlossen. Da gibt es für die Tiere kein Durchkommen. Wer ein Herz für Mauersegler hat, kann am Gebäude Brutkästen anbringen. Im Gegensatz zu Schwalben verschmutzen die rund 40 Gramm schweren Mauersegler laut Experten nicht die Fassaden.