Die neue Variante soll ansteckender sein als andere und sich schneller ausbreiten. (Symbolfoto) Foto: Daniel Ernst - stock.adobe.com / Montage: Ganter

Die neue Corona-Variante Nimbus breitet sich laut WHO schneller als andere aus. Droht nun im Kreis Rottweil eine Sommer-Welle?

Corona scheint seit geraumer Zeit im öffentlichen Leben kaum mehr eine Rolle zu spielen. Könnte sich das nun ändern? Weltweit berichten Medien über die neue Corona-Variante Nimbus, die sich von Asien aus rasant ausbreitet und Ende März auch in Deutschland nachgewiesen wurde. Könnte nun eine Sommerwelle auf den Kreis Rottweil zurollen?

 

Bei der Nimbus-Variante, die seit Ende Mai von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „Variante unter Beobachtung“ eingestuft wird, handelt es sich um eine Abwandlung von Omikron, die sich schneller zu verbreiten scheint als andere Varianten. Laut WHO machte Nimbus bereits rund 21,2 Prozent aller die vergangenen 28 Tage untersuchten Corona-Fälle weltweit aus.

Keine Fälle im Kreis bekannt

In Deutschland ist die Variante bisher offenbar nur sporadisch aufgetreten, wie verschiedene Medien berichten. Das könnte aber auch daran liegen, dass nur noch wenig getestet wird.

Wir wollen vom Rottweiler Gesundheitsamt wissen, ob die neue Variante auch schon im Landkreis nachgewiesen wurde. „Dies ist dem Gesundheitsamt nicht bekannt“, teilt Olga Bär vom Landratsamt mit. Und erklärt: „In der Regel erfolgt in den Laboren keine Typisierung der SARS-CoV-2-Proben, weshalb konkrete Nachweise einzelner Varianten wie Nimbus nicht vorliegen.“

„Kein Anlass zur Besorgnis“

Eine Sommerwelle sei aus aktueller Sicht nicht absehbar, heißt es außerdem auf Nachfrage. „Viren verändern sich kontinuierlich – das ist auch von Influenzaviren bekannt. Neue Varianten sind daher grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Aufgrund der in Deutschland weit verbreiteten Immunität – sei es durch Impfungen oder durchgemachte Infektionen – besteht derzeit kein Anlass zur Besorgnis“, so die Einschätzung des Rottweiler Gesundheitsamtes.

Zumal die Gefahr, die von der Nimbus-Variante ausgeht, nach aktuellen Erkenntnissen nicht größer ist als bei anderen Omikron-Varianten. Auch die Symptome sind ähnlich: von Husten, Schnupfen, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen über den Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns bis zu Müdigkeit und „rasierklingenartigen Halsschmerzen“.

Wie bei allen Atemwegserkrankungen gelte jedoch, so das Landratsamt: „Besonders ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sind grundsätzlich anfälliger für schwerere Verläufe.“

Teil des allgemeinen Infektionsgeschehens

Spielt Corona in den Erhebungen des Gesundheitsamtes denn überhaupt noch eine Rolle? Das Landratsamt erklärt dazu, Corona sei inzwischen Teil des allgemeinen Infektionsgeschehens.

Es werde vom Gesundheitsamt wie andere respiratorische Erkrankungen beobachtet und erfasst – analog zu Influenza, Magen-Darm-Erkrankungen oder Windpocken. SARS-CoV-2-Fälle würden dem Gesundheitsamt also nach wie vor gemeldet.

Seit Jahresbeginn wurden im Kreis Rottweil bislang 68 Corona-Fälle registriert. Todesfälle in Zusammenhang mit Corona seien in diesem Zeitraum keine gemeldet worden. Im Vergleichszeitraum 2024 waren es 159 Fälle und fünf Todesfälle, teilt Olga Bär mit.

Vermehrt Windpocken

In Bezug auf Corona nicht mehr systematisch erhoben würden die Impfzahlen, erfahren wir außerdem. Deshalb gebe es hierzu keine aktuellen Daten.

Unabhängig von der aktuellen Corona-Lage beobachte das Gesundheitsamt kontinuierlich das regionale Infektionsgeschehen mit verschiedenen Erregern. Deshalb werde auch der Grippeimpfstoff jährlich angepasst.

„Auffällig im aktuellen Geschehen sind derzeit vermehrte Windpockenerkrankungen mit einzelnen Ausbrüchen“, teilt Olga Bär mit. Windpocken seien sehr ansteckend und stellten eine ernstzunehmende Erkrankung dar.