In Deutschland sterben jedes Jahr 127 000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Foto: dpa

Eine Genfer Konferenz berät über die Gefahren neuer Tabakprodukte. Deutschland kann auf Erfahrungen bei der Bekämpfung von Alcopops zurückgreifen, meint unser Autor Norbert Wallet.

In Genf berät derzeit eine Konferenz mit Delegationen aus mehr als 180 Ländern über Wege, weltweit den Tabakkonsum zu reduzieren. Sie hat besonders die Gefahren für Kinder und Jugendliche, etwa durch neuartige Nikotinprodukte wie E-Zigaretten mit Aromastoffen, im Blick. Die Themen der Konferenz sollten auch hierzulande die Drogenpolitik vom Kopf auf die Füße stellen. In Deutschland sterben pro Jahr rund 127 000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Die Folgekosten belaufen sich nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen auf 97 Milliarden Euro. Darauf muss sich die Politik konzentrieren, statt sich in Nebendebatten um den Konsum von Cannabis zu verstricken. In Genf werden nun diverse Maßnahmen debattiert. Darunter drastische wie das Verbot von Filterzigaretten. Die Erfahrung zeigt aber, dass vor allem ein Mittel den Konsum nachweislich reduziert: eine rigorose Steuerpolitik.

 

Drogenpolitik vom Kopf auf die Füße stellen

Vapes mit Aromastoffen wie Gummibärchen oder Zuckerwatte ziehen Jugendliche an. Foto: picture alliance/dpa

Sie träfe jene E-Zigaretten, denen Aromastoffen beigemischt werden, die etwa nach Gummibärchen oder Zuckerwatte schmecken. Es hatte in Deutschland eine parallele Situation bei Alcopops gegeben – süßen Alkoholprodukten. Das ist nun kein Thema mehr. Warum? Weil die eingeführte Alcopop-Steuer die Produkte massiv verteuerte und den Absatz umgehend reduzierte. Auch in Deutschland steigt die Tabaksteuer kontinuierlich, aber sehr langsam. Zu langsam. Mehr Mut führte zu weniger Konsum.