Klaus Rappenegger zieht als Nikolaus oder Knecht Ruprecht verkleidet seit 60 Jahren durch Villingen und beglückt mit seinem Besuch zahlreiche Kinder. Foto: Martin Disch

Der Nikolaus kommt. Und das zum 70. Mal organisiert von der Kolpingfamilie Villingen.

Wie ein Bischof gewandet, treten die Nikolauspaare in Villingen auf. Das war schon 1955 die Grundidee, als der 2016 in Malsch verstorbene und damalige Vikar und Präses der Kolpingfamilie am Münster, Erich Egner-Walter, zusammen mit dem Senior der Kolpingsfamilie, Kurt Hog, die Nikolausgilde ins Leben riefen.

 

Von Anfang an war der Friseurmeister Alfons Rank in der Aktion eingespannt. Er besorgte Perücken und Bärte. Und unter seinen Meisterhänden verwandelte sich innerhalb weniger Minuten in einer Schminkaktion ein Familienvater zu einem Bischof. Später übernahm diese Arbeit seine Tochter Edith Baum, die dies bis heute noch tut.

Seit einigen Jahren ist die „Himmelswerkstatt“ im Gemeindehaus der Heilig Kreuz Gemeinde. Dort finden alle Vorkehrungen im Vorfeld und während der Aktion statt. Die mittlerweile zehn bis zwölf Paare werden dort geschminkt und ziehen sich um. Auch kann man dort die Gewänder ausleihen. Das nehmen gerne Vereine, Schulen und Kindergärten in Anspruch.

Zu den ersten Männern, die als Nikolausgespann durch die Straßen zogen, gehörten Reinhard Karger, Lothar Hummel, Vikar Erich Egner-Walter, Kurt Hog, Manfred Ganter, Kurt Ott, Adolf Otmar, Kurt Kunle, Werner Hirt, Berthold Laufer,Roland Hagel und Josef Blaser. Frauen des katholischen Mütterverein erklärten sich unter Hildegard Mauch, Hildegard Fischer und Hildegard Hummel bereit, Alben, Stolen und Rauchmäntel zu nähen. Die Männer schmiedeten Bischofsstäbe und bastelten aus Pappe Mitren, die die Frauen mit Stoff überzogen.

Über 50 Jahre dabei

Jahrelang war Kurt Hog der Hauptverantwortliche. Harry Messmer erbte ihn und übernahm die Organisation. Später entschloss man sich in einem Orgateam zu arbeiten. Es gab auch Männer, die weit über 50 Jahre die Tradition aufrechterhalten haben. Dazu gehören Hermann Bachert, Hermann Fischer, Thomas Hog, Berthold Disch und Klaus Rappenegger. Letzterer wird in diesem Jahr zum 60. Mal an der Aktion teilnehmen.

1965 begann Klaus Rappenegger als 14-jähriger Bub als Knecht Ruprecht an der Seite von Bischof Alois Disch. Die beiden waren zehn Jahre ein eingespieltes Team. Danach trug Klaus Rappenegger das Bischofsgewand, welches schon sein Vater Otto trug. Sein Sohn Niki trat in die Fußspuren seines Vaters und mittlerweile sind auch zwei Enkel vom Bazillus infiziert worden. Einer von ihnen wird ihm auch in diesem Jahr die Nikolaussäcke tragen helfen.

„Die leuchtenden Kinderaugen, die Freude, welche die Kinder haben, wenn sie beschenkt werden, das frohe Musizieren am Adventskranz ist es, was mich alle Jahre bewegt hat, ein Teil der Aktion zu sein“, so Rappenegger.