Bei dem Einsatz in Niedereschach kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen der Polizei und den sogenannten Reichsbürgern. (Symbolfoto) Foto: dpa

Polizei nimmt bei Zwangsräumung mehrere Personen in Gewahrsam. "Reichsbürger" mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Niedereschach - Zu Auseinandersetzungen zwischen sogenannten Reichsbürgern und Polizeibeamten ist es am Freitagmorgen im Rahmen einer Zwangsräumung in Niedereschach gekommen. Mehrere Personen wurden in Gewahrsam genommen.

Sie bestreiten die Existenz der Bundesrepublik Deutschland, weigern sich, Steuern zu zahlen oder Gerichtsbeschlüsse zu befolgen und scheuen sich auch nicht vor Auseinandersetzungen mit der Polizei: "Reichsbürger" haben in Niedereschach einen großen Polizeieinsatz ausgelöst.

Wie die Polizei auf Anfrage des Schwarzwälder Boten bestätigt, stand in einem Neubaugebiet der Gemeinde eine Zwangsräumung an, die gegen 8 Uhr gemeinsam mit der Polizei und einem Gerichtsvollzieher durchgeführt werden sollte. "Beim Eintreffen an der betroffenen Adresse hatten sich mehr als zehn weitere gleichgesinnte Personen im und rund um das Haus positioniert", berichtet Polizeisprecher Dieter Popp.

Die Polizei habe daraufhin weitere Kräfte hinzugezogen, um bei einer möglichen Eskalation gewappnet zu sein. "Im Vordergrund stand für uns aber natürlich, die Situation deeskalierend zu klären", betont der Sprecher. Auch der Villinger Revierführer Thomas Barth wurde an die Einsatzstelle beordert – der erfahrene Beamte wurde bei der Verhandlung mit den Betroffenen als Gesprächsführer eingesetzt. Popp: "Es gab endlose Diskussionen mit dem betroffenen Bewohner, der einen Räumungsbescheid erhalten hatte."

Trotz der deeskalierenden Vorgehensweise, kam es im Zuge der Räumung schließlich zu einer Auseinandersetzung – denn von den Personen mussten, weil sie die Räumung verhindern wollten, die Personalien aufgenommen werden. "Es ging hierbei darum, dass wir aufgrund des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte strafrechtlich gegen die Personen vorgehen müssen", erklärt der Sprecher.

Doch, wie Popp erklärt, wollten  mehrere "Gesinnungsgenossen" durch die Hintertüre des Hauses fliehen. Dabei kam es zu einer Auseinandersetzung und Handgreiflichkeiten zwischen der Polizei und den Reichsbürgern. Popp: "Die Polizei musste zum Teil Pfefferspray einsetzen." Bei der Auseinandersetzung wurden drei Polizeibeamte und einer der "Reichsbürger" leicht verletzt.

In Folge wurden mehrere Personen vorläufig in Gewahrsam genommen, die Personen sind mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß. Die Ermittlungen der Polizei zu der Auseinandersetzung und dem Widerstand dauern an. Die Zwangsräumung konnte letztendlich – trotz der Eskalation seitens der Reichsbürger – durchgesetzt werden. 

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