Der Kirchturm der katholischen Kirche in Mönchfeld. Er stemmt sich weiter gen Himmel – die dazugehörige Kirche ist abgerissen worden und wird in kleinerer Form neu gebaut. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die beiden großen christlichen Konfessionen im Land schrumpfen. Immer mehr Gotteshäuser sind zu groß oder überflüssig. Doch zum Abbruch kommt es selten. Wo immer möglich, soll dieser besonders schmerzhafte Schritt durch andere Modelle vermieden werden.

Stuttgart - Ein einsamer Kirchturm ragt in die Höhe. Daneben klafft eine Baugrube. Zwei gewaltige Baukräne sind in Bewegung, Arbeiter wuseln über die Baustelle. Der Turm ohne Kirche in Stuttgart-Mönchfeld, hoch oben direkt über dem Neckar, wirkt auf den ersten Blick befremdlich, gerade in der Woche vor Ostern. „Er steht felsenfest“, sagt Martina Siegl und lächelt. Was die Frau vom Kirchengemeinderat der katholischen Gemeinde St. Johannes Maria Vianney da sagt, ist nicht nur in Bezug auf die Statik gemeint. Der Turm dient als Symbol dafür, dass Gläubige sich nicht unterkriegen lassen, auch wenn die Zeiten schwierig sind.

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