Romy Durochers junger Vierbeiner kämpft in der Klinik mit den Folgen einer Vergiftung. Über einen Facebook-Post kommt heraus: „Sally“ ist nicht das einzige Opfer in Nonnenweier.
„Hunde hassen ist das eine – aber bewusst Gift auslegen, das muss doch einfach nicht sein“, ärgert sich Désirée Henninger im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Friesenheimerin setzt sich seit Jahren über ihre Initiative „Für alle Felle“ für Tiere ein.
Henninger hat ein großes Netzwerk und ist in der gesamten Region unterwegs. So erreichte sie am Mittwoch eine erschreckende Nachricht aus Nonnenweier: Dort soll ein gerade einmal 14 Monate alter Schweizer Sennenhund vergiftet worden sein. Für die Friesenheimerin stand außer Frage, den Vorfall umgehend auf ihren Kanälen bei Facebook und Instagram zu veröffentlichen, damit möglichst viele weitere Tierbesitzer gewarnt werden. Beigefügt hatte sie ein Foto, den möglichen betroffenen Bereich rot markiert: Vom Penny-Markt Nonnenweier bis zum Schutter-Entlastungskanal. Dazu appelliert Henninger an alle: „Bitte passt in diesem Bereich besonders gut auf eure Hunde auf! Lasst sie möglichst nicht von der Leine und achtet darauf, dass sie nichts vom Boden aufnehmen.“
Hündin hatte Muskelzucken und konnte nicht mehr gehen und sitzen
„Zum Glück war ich im Homeoffice und konnte schnell reagieren“, sagt Romy Durocher gegenüber unserer Redaktion. Die Besitzerin der vergifteten Hündin „Sally“ steckt seither im Gefühlschaos: „zwischen tiefer Trauer und Wut.“
Reagiert habe sie schnell, nachdem ihre Hündin typische Anzeichen für eine Vergiftung gezeigt hat: „Zuhause hatte Sally Muskelzucken, weiße Lefzen und Ohren, sie konnte nicht mehr gehen oder sitzen.“ Sofort sei Durocher zum Tierarzt gefahren. Die Blutprobe sei dementsprechend auffällig gewesen, sodass die Hündin sofort nach Freiburg in die Tierklinik geschickt wurde. „Dort wurde der Verdacht noch mal geäußert und auch bestätigt“, sagt Durocher.
Die Symptome bei einer Vergiftung müssen nicht sofort auftreten, es könne bis zu drei Tage nach der Aufnahme dauern, weiß die Hundebesitzerin. „Sally“ müsste es demnach im Zeitfenster von Sonntag bis Dienstagabend im Bereich „Penny“, Wörtelweg, Brunnenweg oder Rheingarten am Grünstreifen aufgenommen haben.
„Es ist wie ein Horrorfilm, den ich noch nicht realisiert habe“, sagt Durocher. Seit Donnerstagnachmittag, so wurde es der Besitzerin durchgegeben, gehe es ihrer Hündin besser – „die Überlebenschance ist wieder höher“.
Tierarztkosten werden hoch ausfallen
Die Tierarztkosten werden sicher hoch ausfallen, da ist sich Durocher sicher – „für mich eine Selbstverständlichkeit, diese zu tragen, aber sie hätten nicht sein müssen“.
„Sally hat so sehr gelitten. Ihr Zustand war sehr kritisch und ich wusste am Mittwoch nicht, ob ich sie an diesem Tag das letzte Mal sehen werde.“ Das mache etwas mit einem. Für andere Menschen sei es nur ein Hund, für Durocher ist ihre Hündin ihr Ausgleich, eine treue Begleitung – „sie ist ein festes Familienmitglied“. Die Vergiftung ihrer Hündin fühle sich an, wie ein Einbruch in das Privatleben. „Dafür gibt es keine Entschuldigung oder Entschädigung.“
Igelkind hat in Nonnenweier Rattengift aufgenommen
Durocher könne weiterhin nur hoffen, dass „Sally“ bald wieder gesund auf allen vier Pfoten steht und ist froh darüber, dass die Vergiftung so schnell erkannt wurde.
Unter den Kommentaren des öffentlichen Posts zu „Sally“ von Henninger finden sich nicht nur zahlreiche mitfühlende und entsetzte Beiträge – es wurde aufgrund eines weiteren Vorfalls bekräftigt, dass in diesem angeführten Bereich äußerste Vorsicht geboten ist: „Ein Igel wurde im Rheingraben auf dem kurzen Stück zwischen Wörtelweg und Mühlenstraße gefunden. Der Finder wohnt im Brunnenweg. Wir nahmen vor ein paar Tagen ein Igelkind auf – es hatte Rattengift gefressen. Der Fundort liegt genau in dem Bereich!“, schreibt die Igelrettung Ortenau.
Anzeige
Hundebesitzerin Romy Durocher hat am Donnerstag Anzeige erstattet. „Wenn jemand in diesem Gebiet verdächtige Beobachtungen macht oder ebenfalls Vorfälle bemerkt, meldet euch bitte umgehend bei der Polizei oder dem Ordnungsamt Schwanau“, appelliert die Friesenheimerin Désirée Henninger. „Wer Köder oder mit Gift, Scherben, Haken oder anderen scharfen Gegenständen präpariert und auslegt, handelt nicht nur verantwortungslos, sondern auch kriminell. Deshalb: Verständigen Sie auch die Polizei und erstatten Sie Anzeige“, bekräftigt auch Volker Olbrisch vom Polizeipräsidium Offenburg.