Künstliche Intelligenz, ist in vielen Situationen eine schnelle Hilfe. Auch über die Kinzigtäler Bürgermeister hat sie Informationen zu bieten. Aber nicht alles stimmt.
Wer heute etwas wissen möchte, der fragt eine künstliche Intelligenz. In fast allen Bereichen der Alltags hat sie mittlerweile Einzug gehalten und so wie jeder sich bestimmt schon einmal mal selbst gegoogelt hat, hat so mancher eine KI schon über sich ausgefragt – so auch Hofstettens Bürgermeister Martin Aßmuth. In den sozialen Medien hat er das Ergebnis geteilt und sich darüber gefreut, dass sie ihn als „engagierten und bürgernahen Kommunalpolitiker“ bezeichnet. Unsere Redaktion hat ausprobiert, was Chat-GPT zu allen Bürgermeistern des Kinzigtals ausspuckt.
Martin Aßmuth
Die ersten harten Fakten stimmen schon mal: Wahldatum, Wahlergebnis und -datum stimmen. Bei den beruflichen Stationen hebt Chat-GPT seine Tätigkeit als Personalleiter bei der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden und der Volksbank Stuttgart hervor – die beim Landkreis Lörrach, die für einen Bürgermeister interessanter wären, lässt sie unter den Tisch fallen. Auch auf dem aktuellsten Stand ist sie nicht. So behauptet die KI, dass Aßmuth parteilos wäre, auch wenn er sich bei der FDP engagiere. Tatsächlich ist Aßmuth mittlerweile Mitglied der FDP – sonst könnte er auch nicht stellvertretender Vorsitzender der FDP Südbaden sein.
Philipp Saar
Bei „Was findest du über Philipp Saar?“ behauptet Chat-GPT, dass Saar der Bürgermeister von der Stadt Kinzigtal sei. Erst bei der Spezifizierung, dass man Infos über Haslachs Bürgermeister Philipp Saar sucht, wird die Antwort genauer und korrekter. Auch hier: Auf den ersten Blick stimmt alles und aktuell sind die Details ebenfalls, denn die KI weiß, dass Saar im März abgewählt wurde und wagt sogar eine Analyse der Wahl: „Trotz einer starken Präsenz in den sozialen Medien, insbesondere auf Instagram, konnte Saar seine Wiederwahl nicht sichern. Analysen zufolge spielte die persönliche Verbundenheit des parteilosen Armin Hansmann mit der Haslacher Stadtgesellschaft eine entscheidende Rolle für dessen Wahlsieg“, behauptet die KI. Sie hebt außerdem Saars Einsatz zur B33-Ortsumfahrung als zentrales Projekt hervor.
Thomas Geppert
Die KI schafft es auch hier, die Wahlfakten richtig darzulegen – und erklärt im weiteren Verlauf sogar, wo sie ihre Informationen hernimmt: „In seinem Grußwort auf der städtischen Website betont er die Bedeutung von Handwerk, Gewerbe, Industrie und Tourismus für die Stadt Wolfach.“ Damit fasst die KI einen recht langen Absatz in dem Grußwort recht gut zusammen. Sie betont außerdem Gepperts Einsatz für die Sanierung der Kreisstraße K5361 saniert, das Ringen um die Wolfacher Notfallpraxis lässt sie allerdings unkommentiert. Auch ein Kind lässt sie unter den Tisch fallen: So behauptet Chat-GPT, dass Geppert Vater zweier Töchter ist. Seit Kurzem sind es allerdings drei.
Wolfgang Hermann
Laut KI ist eines von Wolfgang Hermanns Hauptprojekten die Sanierung des Sommerbergtunnels und die Eröffnung des Kinzigtalbads. Das ist nur ein teil der Wahrheit und unvollständig. Denn die Sanierung des Tunnels wurde vom Regierungspräsidium veranlasst; Hermann und die Stadt Hausach sorgten für die Rahmenbedingungen, indem sie die Innenstadt und den Verkehr für den Zeitraum die zehnmonatige Sperrung des Tunnels vorbereiteten. Auch beim Kinzigtalbad begleitete Hermann engagiert den Bau und leitete alles dafür notwendige in die Wege. Die Vorarbeit, insbesondere die Realisierung als interkommunales Projekt, hatte jedoch sein Vorgänger Manfred Wöhrle geleistet.
Thomas Schneider
Die KI behauptet, dass Schneider am 1. Januar 2017 zum Bürgermeister Fischerbachs gewählt wurde. Zwar gab es 2017 viele Bürgermeisterwahlen im Tal, in Fischerbach wurde allerdings nicht gewählt. Schneider wurde bereits im Oktober 2016 Rathauschef. Vor seiner Wahl war er außerdem nicht in der öffentlichen Verwaltung tätig, sondern Forstsachverständiger und Gemeinderat. Immerhin: Die KI ist zumindest so aktuell, dass sie weiß, dass Schneider vor einigen Monaten wieder gewählt wurde.
Siegfried Eckert
Bei Siegfried Eckert stimmen die Informationen alle. So weiß die KI, dass Eckert vor Kurzem seinen 70. Geburtstag feierte, dass er 2003 zum ersten Mal zum Gutacher Bürgermeister gewählt wurde und dass er CDU-Mitglied ist. „Eckert wird für seine engagierte und bürgernahe Amtsführung geschätzt. Er legt großen Wert auf interkommunale Zusammenarbeit,“, erklärt die KI. Eine kleine Ungenauigkeit hat sich aber dennoch eingeschlichen: So meint Chat-GPT, das Eckert sich interkommunal für das Hausacher Hallenbad einsetze. Damit ist wohl das Kinzigtalbad in Hausach gemeint, das ein Ganzjahresbad ist.
Marc Winzer
Gerade was persönliche Informationen betrifft, ist Chat-GPT bei Marc Winzer nicht auf dem aktuellen Stand. So wird erklärt, Winzer sei geschieden und neu verlobt – mittlerweile ist er aber wieder verheiratet. Sonst ist alles korrekt: Winzer sei vor seiner Tätigkeit als Bürgermeister in Hornberg Gemeinderat St. Georgen gewesen und bezeichnete sich als „Quereinsteiger“, der sich an der Hochschule Kehl auf sein Amt vorbereitete. Die KI lobt seinen Einsatz für die Digitalisierung der Schulen und den Breitbandausbau, sein Engagement für die Jugendförderung lässt sie aber außen vor.
Matthias Bauernfeind
Die Informationen zum Bürgermeister von Oberwolfach sind etwas karg – aber zumindest alles korrekt. Die KI gibt die Daten zu seiner ersten und zweiten Wahl richtig wieder, genau wie die Tätigkeiten vor seiner Arbeit als Bürgermeister. Auch recht aktuell weiß die KI, dass Bauernfeind für das Amt als Oberbürgermeister in Bühl kandidiert.
Helga Wössner
Auch bei Mühlenbachs Bürgermeisterin sind die Infos recht mager. Doch je weniger die KI wiedergibt, desto richtiger und aktueller scheinen die Infos. So weiß Chat-GPT, dass Wössner vor Kurzem geheiratet hat und dass sie sich für den Erhalt der Wolfacher Notfallpraxis einsetzt – ein Umstand, den die KI beim Wolfacher Bürgermeister nicht erwähnte, obwohl dieser es genau so tut.
Nicolai Bischler
Wenige Infos, aber alles richtig – so kann man zusammenfassen, was die KI über Nicolai Bischler ausspuckt. Auch dass er für eine zweite Amtszeit nicht mehr kandidiert, wusste sie. Nicht erwähnte sie allerdings Bischlers Einsatz für das Gewerbegebiet Interkom II, das per Bürgerentscheid knapp abgelehnt wurde. Um darüber etwas zu erfahren, muss man Chat-GPT explizit danach fragen.
Fazit
Chat-GPT scheint gerne Floskeln zu vergeben und bleibt bei den Eigenschaften der Bürgermeister unspezifisch. So legen laut ihr durchweg alle Bürgermeister auf Bürgernähe und Transparenz. Generell sind die Informationen sehr oberflächlich und bei vielen Details nicht aktuell oder falsch. Um sich einen groben Überblick zu verschaffen, ist die KI aber durchaus hilfreich.