Marina Schreiner ist seit 20 Jahren in der 3D-Druck-Branche tätig. 2021 gründete sie zusammen mit Gerhard Duda das 3D-Werk. Foto: Raphael Sickinger

So verändert 3D-Druck die Industrie: Die Next3D-Messe in St. Georgen zeigt neue Entwicklungen von der Medizintechnik bis zur Luft- und Raumfahrt.

„Es gibt kaum noch Branchen, die keinen 3D-Druck nutzen“, sagt Marina Schreiner, Leiterin der Next3D-Messe. Die Branche befinde sich im Aufschwung und biete eine vielversprechende sowie transformative Zukunft. Nun steht die Next3D-Messe bereits zum zwölften Mal bevor.

 

Die Technologie des 3D-Drucks wurde 1984 erfunden. Seitdem hat sich die Branche rasant weiterentwickelt und zahlreiche Bereiche erobert. Ob Medizin, Luft- und Raumfahrt oder Automobilindustrie – der 3D-Druck kann heute nahezu jede Form realisieren.

Ein großer Vorteil liegt in der flexiblen Produktion, der sogenannten Fertigung auf Abruf. Produkte können direkt vor Ort hergestellt werden, wodurch aufwendige Lagerhaltung und lange Importwege entfallen. Das verkürzt Lieferketten und verringert die Abhängigkeit von globalen Zulieferern.

Trends der Branche

Aktuelle Entwicklungen zeigen sich insbesondere in der Rüstungs- und Verteidigungsindustrie. Vor allem der Metall-3D-Druck gewinnt laut Schreiner zunehmend an Bedeutung. Mit dieser Technologie lassen sich hochbelastbare Komponenten für Fahrzeuge, Flugzeuge und andere technische Anwendungen herstellen. Auch die Produktion von Drohnen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Revolution in der Medizintechnik

In der Medizintechnik ist der 3D-Druck heute schon unverzichtbar. Er ermöglicht die passgenaue Herstellung von Zahnimplantaten, Prothesen und Hörgeräten.

Auf der Next3D-Messe wird zudem live die Orthese für einen Patienten gefertigt. Dafür wird zunächst das betroffene Körperteil mithilfe eines 3D-Scanners vermessen. Anschließend wird das Hilfsmittel aus einem robusten und hautverträglichen Kunststoff gedruckt.

Ein weiteres Schwerpunktthema der Messe ist die Serienfertigung. Sie ermöglicht eine werkzeuglose Produktion größerer Stückzahlen. Bauteile können in Leichtbauweise gefertigt und Designanpassungen jederzeit umgesetzt werden, ohne dass neue Formen hergestellt werden müssen.

Programm der Next3D

Auf der Ausstellerfläche werden zahlreiche 3D-Drucker im laufenden Produktionsbetrieb präsentiert. Besucher können so die additive Fertigung live miterleben, erklärt Schreiner.

Darüber hinaus werden verschiedene Post-Processing-Technologien praxisnah vorgestellt – vom chemischen Glätten über die Oberflächenverdichtung bis hin zum industriellen Färben additiv gefertigter Bauteile.

Außerdem wird auf einer Haitian-Spritzgussanlage live demonstriert, wie mit 3D-gedruckten Kunststoff-Werkzeugeinsätzen produziert wird. Dabei wird der direkte Einsatz additiv gefertigter Komponenten in der Serienfertigung veranschaulicht.

200 Besucher pro Tag erwartet

„Die Besucher können sich auf die Vielfalt der Maschinen und Anwendungsfelder freuen“, sagt Schreiner. Gemeinsam mit Gerhard Duda leitet sie die Next3D-Messe. Es werden 200 Fachbesucher pro Tag erwartet. Da es sich nicht um eine öffentliche Messe handelt, ist eine vorherige Registrierung erforderlich.

Die Next3D-Messe findet am Dienstag, 9. Juni, von 8 bis 19 Uhr und am Mittwoch, 10. Juni, von 8 bis 16.30 Uhr statt.