In Zwerenberg wird in den kommenden Wochen ein neues Baugebiet erschlossen. Foto: Stocker

Gemeinderat vergibt Erschließung. Verteuerung durch Kanal. Qualität leidet nicht darunter.

Neuweiler - Im Ortsteil Zwerenberg soll ein neues Baugebiet entstehen. Die dafür notwendigen Erschließungsmaßnahmen vergab der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Der Haushalt der Gemeinde profitiert dabei von einem Pauschalangebot in Höhe von 140.420 Euro.

"Da es bei diesem Angebot keine Abstriche in der technischen Ausführung gibt, sehe ich aus baurechtlicher Sicht keinen Nachteil, auf das Pauschalangebot einzugehen", plädierte Heiko Burkhardt, beruflich selbst aus der Branche, für dessen Annahme.

Im Vorfeld hatte Bautechniker Dieter Hermann vom Büro Gauss + Lörcher eine andere Empfehlung abgegeben, zumal es sich um ein Nebenangebot zur Ausschreibung handelte. "Die Luft für Unvorhergesehenes relativiert sich auf 4000 Euro brutto", kommentierte er den Unterschied, der sich mit bis zu 14.000 Euro bemerkbar machte.

GPA gegen Pauschalen

Außerdem verwies das planende und ausschreibende Ingenieurbüro bereits in der Beratungsvorlage auf die Haltung der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA). Sie spricht sich demzufolge prinzipiell gegen Pauschalen bei Tiefbauarbeiten aus. Vielmehr verweist sie auf das große Risiko von erschwerenden, nicht auszuschließender, geschweige denn vorhersehbarer, geologischer Verhältnisse.

Qualität leidet nicht

Doch selbst das Ingenieurbüro rechnet nicht mit solchen Gegebenheiten im Untergrund, wenngleich es sich um eine Erschließung auf freiem Feld am südlichen Rand von Zwerenberg handelt. Zudem bekräftigte Hermann auf Anfrage aus dem Gremium, dass die Qualität durch das Pauschalangebot nicht leide.

Indes erkundigte sich Werner Stockinger nach den Gründen der Abweichung vom ursprünglichen Kostenvoranschlag aus dem Jahr 2014 von 103 000 Euro. "Ein Regenwasserkanal ist jetzt zwingend erforderlich", erläuterte Hermann die geänderten gesetzlichen Vorgaben, während der Kanal damals nicht in den Planungen war. Für die Durchführung der Erschließung benannte er einen Zeitraum von rund sechs Wochen sowie einen baldigen Start, sofern die Wetterbedingungen es zulassen.

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