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Neuweiler Wird Zwerenberger Weg zum Nadelöhr?

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Könnte eng werden, wenn die Kräne anrücken: Der Zwerenberger Weg, der als Hauptzufahrt zum geplanten Baugebiet "Steigäcker" dienen soll, ist an der schmalsten Stelle gerade einmal 3,5 Meter breit.Foto: Steinberg Foto: Schwarzwälder Bote

Das neue Baugebiet "Steigäcker" sorgte bei einigen Anwohnern, die zur Gemeinderatssitzung in Neuweiler gekommen waren, für Bedenken. Sie sehen ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, dem man durch die engen Straßen nicht gerecht werden kann, und die Sicherheit ihrer Kinder gefährdet.

Neuweiler. Das neue Baugebiet "Steigäcker" liegt trapezförmig zwischen dem Zwerenberger und dem Aichhalder Weg. Mit 2,9 Hektar und 30 Bauplätzen, könnte es je nach Bebauung Platz für 135 Einwohner schaffen. Die Planungen dafür könnten noch im Laufe dieses Jahres abgeschlossen und im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen werden. Laut dem Bebauungsplan, den Clemens Künster vom gleichnamigen Architektur- und Stadtplanungsbüro in der vergangenen Gemeinderatssitzung vorlegte, soll die Zufahrt über den Zwerenberger Weg erfolgen. "Wir können doch kein Baugebiet bauen, wenn die Zufahrt unzureichend ist. Der Zwerenberger Weg ist an der schmalsten Stelle gerade einmal 3,5 Meter", sagte Gemeinderätin Doris Hammann. Die Durchfahrt sei dadurch ohnehin schon erschwert, mit den steigenden Einwohnerzahlen würde der Verkehr ein unzumutbares Ausmaß annehmen, befürchtete die Rätin.

Diese Angst teilten auch die Anwohner, die am Abend die Sitzung besuchten. "Sehen Sie keinen Spielraum, das Baugebiet woanders anzuschließen?", fragte eine Frau. Planerisch sei das nicht mehr möglich, antwortete Bürgermeister Martin Buchwald. Die Straße zu verbreitern sei ebenfalls nicht so leicht. Es gebe keinen Gehweg, die Grundstücke schlössen direkt an die Straße an. "Wir werden sicherlich keine Garagen oder Häuser abreißen", versuchte Buchwald zu vermitteln. Welche Möglichkeiten es gäbe, müsse der Erschließungsplaner erarbeiten, dann wolle die Gemeinde auch noch mal den Konsens mit den Eigentümern suchen. "Wie soll denn ein 40-Tonner für den Hausbau überhaupt zum Baugebiet gelangen, ohne Schäden an den Häusern anzurichten?", fragte sich ein Bürger. "Wie das auch bei jedem anderen Baugebiet funktioniert. Ich sehe da kein Problem, der kommt ja auch nicht jeden Tag", antwortete Buchwald.

Durch den steigenden Verkehr sehen einige Anwohner auch die Sicherheit ihrer Kinder gefährdet. "Egal ob zum Spielplatz, in den Kindergarten oder die Schule. Wie sollen sich die Kinder an der Straße bewegen, mit noch mehr Verkehr?", fragte eine Anwohnerin. Genau so, wie sie es jetzt auch schon täten, entgegnete Buchwald. "Die Kinder bewegen sich jetzt genau so, das wird sich nicht ändern. Irgendwo ist es auch eine Frage der Vernunft des Autofahrers", meinte der Bürgermeister. Die Zufahrt über den Aichhalder Weg habe man aufgrund des kostspieligen Ausbaus bisher nicht in Betracht gezogen, erklärte Künster. Der Aichhalder Weg sei aber auch ähnlich schmal wie der Zwerenberger Weg. Eine beidseitige Zufahrt könnte den Verkehr entzerren, schlug Stadtrat Rainer Dörich vor.

Parkplatzsituation und Gehwege sorgen für Diskussionsstoff

Weiteren Diskussionsstoff lieferte auch die Parkplatzsituation. Gerade im ländlichen Raum habe so gut wie jeder Erwachsene ein Auto. Laut der Stellplatzverordnung von Neuweiler muss ein Eigentümer zwei Stellplätze auf seinem Grundstück nachweisen. Stadtrat Anton Höschle fand das zu wenig und schlug zusätzliche Parkbuchten vor. "Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Parkbuchten häufig zum Abstellen von Wohnmobilen genutzt werden und weniger für den Besucherverkehr zur Verfügung stehen", erklärte Künster. Die geplante Straßenbreite von 5,5 Metern würde einseitiges Parken erlauben. Zumal solche Parkbuchten auch wegen der Zufahrten zu den Grundstücken schwierig seien. Die Gemeinde wäre außerdem für die Pflege verantwortlich.

"Wir nehmen damit auch Flächen weg, die bebaut werden können", gab Buchwald zu bedenken. Dadurch würden auch die Preise für die Grundstücke teurer werden. "Den Quadratmeterpreis von 135 Euro bei der letzten Berechnung sehe ich jetzt schon als überholt. Ich tendiere eher darüber", sagte Buchwald.

Wenn dann aber Autos am Straßenrand parken würden, komme ein Schneepflug nur noch schwer durch, sagte Künster. Er empfahl, vielleicht doch Gehwege in Betracht zu ziehen. Die seien in der vorherigen Absprache mit der Gemeinde bereits aus Kostengründen rausgeflogen.

In einer weiteren Sitzung sollen die Details abgestimmt werden

Gehwege von etwa eineinhalb Metern Breite würden das Parkplatzproblem aus Künsters Sicht lösen. Stadtrat Jonathan Stockinger sprach sich für Gehwege im gesamten Baugebiet aus. "Wir sind eine familienfreundliche Gemeinde und deshalb sind Gehwege wichtig", fand er. Auch die Grundstücke empfand er als zu groß. "Meine Generation sucht nicht nach Grundstücken mit über 700 Quadratmetern", sagte Stockinger. Dem konnte auch Stadtrat Jochen Lörcher zustimmen. "Bezüglich der Gehwege hätte ich noch den Vorschlag, zumindest den Zwerenberger Weg auszubauen, falls hinter ›Steigäcker‹ irgendwann noch ein weiteres Baugebiet kommt", sagte er.

Zum weiteren Vorgehen schlug der Bürgermeister vor, dem bisherigen Bebauungsplan so zuzustimmen und die besprochenen Themen – Gehwege, Zufahrt und Parken – prüfen zu lassen und in einer weiteren Sitzung darüber zu diskutieren. Dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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