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Neuweiler "Wir gehen einen Schritt zurück"

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Das Gewerbegebiet "Platten" in Neuweiler wackelt. Denn die Verwaltung will noch mal in sich und im Verfahren einen Schritt zurück gehen. Das Ziel: Alle Gebiete abermals genau betrachten, um ja keinen Fehler zu machen. Das dauert freilich seine Zeit.

Neuweiler. Es ist ein langer Weg bis zu einem neuen Gewerbegebiet. Zig Anträge, Verfahren, Stellungnahmen und Vorabprüfungen müssen erbracht werden. Auf diesem steinigen Weg muss die Gemeinde Neuweiler jetzt quasi zurück auf Los. Ganz so sei es dann aber doch nicht, insistiert Bürgermeister Martin Buchwald: "Wir sind zwei Schritte vor gegangen und gehen jetzt einen zurück." Zur Vorgeschichte: Man hatte sich Anfang Oktober 2019 mit einer Standortalternativenprüfung herumgeschlagen, was mögliche neue Gewerbeflächen in Neuweiler angeht. Damals waren ein paar ins engere Blickfeld genommen und genauestens analysiert worden. Der Gemeinderat legte sich dann auf das Gebiet "Platten" fest.

Jetzt ist man davon wohl nicht mehr so ganz überzeugt und müsse überlegen, ob der Standort wirklich so gut geeignet sei wie ursprünglich angenommen. Das ist durchaus normal im "Scooping-Verfahren", wie Buchwald erläutert.

Ganz ad acta gelegt wird das Gebiet "Platten" jetzt aber nicht. Lediglich genauer anschauen wolle man sich die Flächen noch mal, denn viele Hürden gilt es zu nehmen. "Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Breitbandausbau", zählt Buchwald eine ganze Palette an Dingen auf, die mit in Betracht gezogen werden müssen. "Was auch immer unterschätzt wird ist das Thema Löschwasser", ergänzt der Rathauschef. Denn das muss freilich in ausreichender Menge vorhanden sein, damit im Zweifel nicht das halbe Gewerbegebiet auf Grund von Wassermangel in Rauch aufgeht.

Doch das Hauptproblem am Gebiet "Platten", das im Anschluss an das bereits bestehende Gewerbegebiet an der Hermann-Löns-Straße in Neuweiler angedacht ist, ist der unebene Boden im hinteren Teil. Dort müsste man kräftig Erde anfüllen, um eine ebene Fläche herzustellen, was wiederum viel Geld kosten würde.

Zwei Arten sind wichtig

Doch egal, wie man es dreht und wendet: Neuweiler braucht neue Gewerbeflächen. Zwei Arten seien da wichtig, erläutert Buchwald: "Zum einen geht es um die schon ortsansässigen Firmen, die erweitern wollen, zum anderen braucht es Platz für alle anderen Firmen."

Und dafür schaut man sich jetzt eben alle vier damals diskutierten Flächen erneut an. Genauer sind dies das Gebiet "Alter Hau" auf der Gemarkung Breitenberg, eben das besagte Gebiet "Platten", das Gebiet "K 4369" auf der Gemarkung Gaugenwald, das an die Gewerbeflächen Aischbach anschließen könnte und als viertes das Gebiet "Allmend" parallel zur Kreisstraße 4376.

"Es sind auch noch welche dazugekommen", sagt Buchwald. Da müssten aber die zuständigen Fachbehörden noch die Umsetzbarkeit genauer prüfen – mehr ließ sich der Schultes zu den möglichen neuen Standorten nicht entlocken. Ein Problem hat man allerdings: Im Oktober 2019 rang der Gemeindeverwaltungsverbands Teinachtal in seiner Sitzung um die Pläne von Neuweiler. Die Abordnung aus dem Oberen Wald hatte gleich zwei Gebiete – "Platten" und "Alter Hau" – mit dabei und wollte beide in den Flächennutzungsplan eintragen lassen. Doch daraus wurde nichts und man einigte sich darauf, nur das Gebiet "Platten" einzutragen. "Dann gehen wir eben nur mit einer Fläche ins Rennen", meinte Buchwald damals.

Doch der Gaul, auf dem die Verwaltung nun das Gewerbegebiets-Rennen bestreitet, lahmt augenscheinlich gehörig. Wenn es blöd läuft, hat man rückblickend die falsche Fläche eintragen lassen, müsste das ganze Verfahren erneut durchexerzieren. Trotz allen Widrigkeiten und Unklarheiten: Die ganze Prüferei verläuft ergebnisoffen, wie Buchwald verdeutlicht. Man müsse jetzt eben erneut alles destillieren, um genauere Aussagen treffen zu können: "Es kann auch sein, dass sich herausstellt, dass die anderen Gebiete nicht so gut sind wie ›Platten‹." Bis zu dieser Entscheidung vergeht aber noch etwas Zeit. Buchwald spricht vom Snickers-Prinzip: "Wenn’s mal wieder länger dauert." Doch das sei heutzutage eben so mit den ganzen Auflagen und komplexen Prüfungen, die im Vorhinein anstünden. Das ganze Thema werde mit großer Sicherheit auch noch öfters im Gemeinderat auftauchen in den nächsten Monaten.

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