Der Tisch zum Eintrag in die Kondolenzlisten und Hinweise sowie Hand-Desinfektionsmittel zur Corona-Vorsorge standen am Friedhofseingang, den nur 100 Personen passieren durften, wie an anderer Stelle angeschlagen war.Foto: Schabert Foto: Schwarzwälder Bote

Nachruf: Angesehener Experte für geologische und hydrologische Bohrungen, Heinz Burkhardt, kurz vor 65. Geburtstag gestorben

Neuweiler. Eine große Menschenmenge begleitete Heinz Burkhardt in Neuweiler zur letzten Ruhe, wenngleich Corona-Sicherheitsbedingungen herrschten und eingehalten werden mussten. Viele hatten offenbar erfahren, dass der erfolgreiche Unternehmer nach schwerer Krankheit verstorben war. Am 6. Mai wäre er 65 Jahre alt geworden. In den Friedhof der Waldgemeinde durften aufgrund der Pandemie lediglich 100 Personen.

Dies verkündeten nicht nur Schilder. Nach Erreichen der Zahl wurden die Zugänge verschlossen. Viele Trauergäste standen draußen auf dem Weg und auf den Wiesen um das Friedhofsgelände, um sich von einem beliebten Mitbürger, Freund oder Geschäftspartner zu verabschieden. Im Sonnenschein lauschten hinter ihrer Schutzmaske mit Sicherheitsabstand alle bewegt dem Geschehen aus dem Lautsprecher. Aber nicht nur Corona machte die von Pfarrer Tobias Lehmann gehaltene Trauerfeier zu einem Abschied besonderer Art.

"Herr lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden", sei ein Wort, das er den Menschen bei solchen Anlässen vermittle, sagte er. Damit verbunden sei, sich der Situation zu stellen und die verbleibende Zeit zu nutzen. Dies sei Heinz Burkhardt, sei der Familie gelungen. "Trösten Sie die Gemeinde", habe Ehefrau Anita Burkhardt ihm mit auf den Weg gegeben. Im Kreis der Familie habe man Dankbarkeit für das Gewesene fühlen können. Noch am Sterbebett sei zu spüren gewesen, wie Heinz Burkhardt und seine Angehörigen sich den Gegebenheiten stellten und die verbliebene Zeit nutzten, ganz nach dem Wort: "Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann." Der Geistliche hatte den Trauergottesdienst unter den Psalm 23, "Der Herr ist mein Hirte", gestellt.

Heinz Burkhardt hatte 1956 in seinem Heimatort im "Goldenen Lamm" das Licht der Welt erblickt. Der gleichnamige Vater war Gründer des vom Sohn und seiner Frau Anita mächtig weiterentwickelten, zertifizierten Unternehmens. Es hat als Spezialfirma für geologische und hydrologische Bohrungen aller Art sowie für Erdwärmeheizungen einen Namen. Die Eltern, Heinz und Maria Burkhardt, führten zusätzlich noch lange das Gasthaus, in dem der Verstorbene mit Schwester Helga zusammen aufwuchs. Außer Ehefrau Anita und den beiden Söhnen hinterlässt der Verstorbene fünf Enkel.

Familienmensch und Freundschaften pflegender Kamerad

Besonders im Bereich des Bohrbrunnenbaus und der Erdwärmenutzung galt Heinz Burkhardt und gilt Sohn Frank, dem er 2017 die Geschäftsführung übergab, als führender Fachmann. Nach einer Fehlbohrung durch ein anderes Unternehmen beispielsweise im Stuttgarter Raum entwickelten beide 2014 ein in der Stuttgarter Tages- sowie von der Fachpresse viel gelobtes und Kosten sparendes Verfahren, um Schäden durch undichte Erdbohrungs-Sonden zu beheben. Heinz Burkhardt hat Bauingenieurwesen studiert. Nach einer Tätigkeit in einem Ingenieurbüro in der Landeshauptstadt trat er in den elterlichen Betrieb ein. Diesen übernahm er 1990 und blieb auch bis zuletzt an der Seite seines diesen weiterführenden Sohnes.

In einem von Pfarrer Tobias Lehmann verlesenen, beeindruckenden Nachruf unterstrich Sohn Heiko Burkhardt, dass sein Vater ein ebenso geselliger Familienmensch wie alte Freundschaften pflegender Kamerad war. Noch am Tag vor seinem Tod freute sich Heinz Burkhardt über den Besuch der Wandergruppe, mit der er gerne auf Schusters Rappen unterwegs war. Bewegend waren die niedergeschriebenen Worte von Enkelin Cecilia über den Opa, "der immer für uns da war", wie Lehmann weitergab. Moderne Liedaufnahmen zu Beginn über die Liebe und am Ende zu Trost und Lebenskreis umrahmten das Geschehen. Mitglied war Heinz Burkhardt im Zylinderchor. Das Singen im Gottesdienst hatte anstelle der Trauergemeinde Pfarrer Tobias Lehmann – seine klare Stimme auf der Gitarre begleitend – mit "Meine Zeit steht in Deinen Händen" und "So nimm denn meine Hände" ­übernommen.

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