Schlecht war das Marktangebot nicht, wenn auch nur zehn Stände ihre Waren in Neuweiler feilboten. Aber die Besucher strömten nicht gerade. Foto: Schabert

Nicht mehr als zehn Stände kamen beim Neuweiler Sommermarkt vor Kurzem zusammen. Auch der Besucherandrang hielt sich in engen Grenzen. Dabei hatte man noch vor einigen Jahren teils um die 50 Stände zu verzeichnen. Man hofft auf Besserung.

Neuweiler - Nur zehn Stände waren es, die zum Sommermarkt in Neuweiler entlang der Marktstraße vor Kurzem ihre Angebote machten. Auch die Menschen strömten nicht gerade in Richtung Markt. War es das unsichere Wetter, war es Corona oder liegt es im Zug der Zeit, dass alles in kleinem Rahmen blieb? Die Gaststätten "Adler", "Goldenes Lamm" und "Krone" nahe der Marktstraße hatten noch vor drei oder vier Jahrzehnten Hochbetrieb, wenn sich am frühen Nachmittag die Marktgassen leerten und die Beschicker ihre Stände abbauten.

Die Wirtschaften gibt es alle nicht mehr, nachdem sich auch Gerda Stufft (78) entschlossen hat, ihr Traditionslokal "Adler" nach der Corona-Schließung als letztes der vor 40 Jahren noch drei Lokale im Ortsinneren nicht mehr zu öffnen.

Seit dem 19. Jahrhundert

Ein wenig in die Bresche sprang der Schwarzwaldverein Neuweiler, der im Heimatmuseum neben der Kirche sein Museumsstüble geöffnet hatte. Zwar gab es keine Kutteln und keinen Rostbraten. Aber einen Plausch bei einem Vesper und etwas zu Trinken ließen sich doch eine ganze Reihe Marktbesucher – von Marianne und Herbert Noe für den Verein in Diensten serviert – nicht entgehen.

Natürlich wurde an den Tischen auch die Frage diskutiert, wie es wohl mit dem seit 1867 oder 1868 regelmäßig angebotenen Freiluft-Kaufhaus in Neuweilers Marktstraße und auf dem Rathausplatz weiter geht. Optimisten vertraten die Meinung, dass nach Corona der Besuch sowohl von Anbietern wie Besuchern wieder besser wird.

Allerdings gab es auch die Auffassung, dass ein Vormittagsmarkt auch in einer Landgemeinde, wo der Markttag einst fast ein Feiertag war, einfach nicht mehr richtig funktioniert. Was sich seit längerem eingespielt und auch dieses Mal wieder ausgezeichnet geklappt hat, ist die Verkehrsführung.

Mit Ampelbetrieb führte die Umleitung reibungslos über den Wildbader Weg und die Rathausgasse einmal in nördliche und einmal in südliche Richtung.

Bleibt abzuwarten, wie es mit dem Herbstmarkt am Vormittag des 21. Oktober wird. Ordentlich war bislang der Zuspruch zum Weihnachtsmarkt, der am 4. Dezember von 15 bis 21 Uhr geplant ist; an einem Samstagnachmittag haben eben die Leute eher Zeit als am Donnerstagvormittag. Außerdem gibt es ein kleines, aus örtlichen Vereinigungen heraus organisiertes Programm.

Hinweis auf Maskenpflicht

Was Corona wohl bis dahin zulässt und wie sich die Menschen locken lassen? Das wird sich erst im Winter zeigen. Am Zugang zum Sommermarkt wurde dieser Tage jedenfalls deutlich auf die Maskenpflicht und die gut einzuhaltenden Abstandsregelungen hingewiesen. Warteschlangen gab es lediglich am Imbissstand mit den Zeiten angemessenen Abständen unter den Wartenden. Sonst war das Geschäft recht verhalten.

Schon Anfang der 1970er-Jahre diskutierte der Gemeinderat von Neuweiler einmal, ob der Markt noch zeitgemäß sei und beibehalten werden soll. Zeitweise kamen damals nur noch sieben oder acht Stände und ein Schweinehändler als Anbieter. Man entschied sich damals für die Fortsetzung der Tradition und erlebte vor nicht allzu langer Zeit wieder Märkte mit rund 50 Ständen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: