Die Teilnehmer eines großen Seeger-Familientreffens stellten sich 2010 zum Gruppenfoto bei der Zwerenberger Kirche zusammen. Foto: privat Foto: Schwarzwälder Bote

Familienbande: Urvater ist der 1815 geborene Johann Georg / Erinnerungen an großes Fest der Dorfgemeinschaft Zwerenberg

Alle zwei Jahre findet normalerweise ein Seeger-Treffen in Zwerenberg statt. Dieses wurde 2020 coronabedingt verschoben. Und auch der Ersatztermin April 2021 wird wohl gecancelt werden. Organisiert wird alles von Ulrich Seeger, der vielen über den Neuweiler’ Ortsteil hinaus als Leiter der Zwerenberger Kirchenkonzerte bekannt ist.

Neuweiler-Zwerenberg. Der Urvater der sich begegnenden Nachfahren war der 1815 geborene Johann Georg Seeger. Über diesen, seinen Ur-Ur-Großvater, ist Ulrich Seeger mit dem Missionar Johann Michael Seeger verwandt, der in Ghana erfolgreich wirkte. Sein Urgroßvater Johannes Seeger war ein Bruder dieses Missionars und des im gleichen Aufgabenfeld in Afrika wirkenden Matthäus Seeger, erklärt der in Friedberg wirkende Kantor, Dirigent und Komponist. Es gab zwei weitere Brüder des Urgroßvaters: Ulrich Seeger hat sich in Ebershardt und Peter Seeger in Herzogsweiler niedergelassen.

In die Reihe der Missionarsverwandten und Nachfahren von Johannes Seeger vom Zwerenberger Jörgleshof gehört neben Ulrich Seeger auch Martin Seeger. Er hat sich als Heimatforscher einen Namen gemacht. Auf ihn geht die Gründung der Dorfgemeinschaft Zwerenberg (DGZ) zurück. Sie feierte vor zehn Jahren mit einem großen Fest den Nachweis der Besitzer der 31 alten Zwerenberger Höfe über 500 Jahre hinweg. Nicht nur das ganze Dorf – viele als Gastgeber und Akteure eingespannt – sondern die ganze Umgebung war auf den Beinen, als vor zehn Jahren im September die dreitägige Veranstaltung über die Bühne ging.

Rechtzeitig noch zwei Bücher fertiggestellt

Lange vorher galt es in Sitzungen, Versammlungen und Besprechungen von Arbeitsgruppen der DGZ als Trägerin des Großereignisses die Vorbereitungen zu treffen. Schon im Winter und Frühjahr war die heiße Organisationsphase angebrochen. Dies umso mehr, als rechtzeitig auf den Termin auch noch zwei Bücher fertiggestellt sein sollten: Als "historisches Gedächtnis" des Dorfes kann der Band "Zwerenberger Jubiläen 2011" betrachtet werden. Verbunden mit der Höfe-Geschichte sind darin auf 440 Seiten alle bekannten Fakten zur Vergangenheit Zwerenbergs zusammengetragen. Etwas ganz Besonderes ist ja, dass der Ort – in einem Staatsvertrag geregelt – bis 1604 zu zwei Herrenhäusern, dem badischen und württembergischen, gehörte.

Das Fest eröffnet wurde 2011 mit einem heimatgeschichtlichen Vortrag umrahmt vom Kirchenchor in der "Schwarzwaldkathedrale". Vorgestellt wurde das erwähnte Buch, das auch Abschnitte unter den Themen "150 Jahre Templer" und "60 Jahre Veyhl" beinhaltet. Weiter konnte ein rasch vergriffenes Druckwerk von Margret Bauschert mit dem Titel "Zwerenberger Küche – Damals und Heute" präsentiert werden. In Bildern zeigte als Fotograf mit einem besonderen Auge Günter Klink bei der Auftaktveranstaltung seinen Heimatort.

Während des Festes gab es Rundgänge auf dem damit seiner Bestimmung übergebenen Dorfgeschichtenpfad. Ein Scheunengottesdienst fand auf dem Jausenhof in der Lindenstraße, ein Scheunentanz auf dem Hansenhof im Waldeckweg statt. Am Schlusstag lud das Programm des Jubiläumsfestes im September 2011 zu vielen Besichtigungen und Vorführungen ein. Als Ziele standen ein Flachsacker und die Verarbeitung der Pflanze zum Stoff im Angebot. Der Schmied konnte in Aktion beobachtet werden. Dieter Dürr präsentierte in der ehemaligen Molke erstmals sein kleines Dorfmuseum. An vielen Plätzen wurden alte land- und forstwirtschaftliche Geräte sowie Gegenstände des Handwerks gezeigt, teils frühere Arbeitsweisen demonstriert und Einkehrmöglichkeiten geschaffen.

Mit Vorträgen, gemeinsamen Unternehmungen oder der Betreuung des durch Leader geförderten Geschichtenpfads pflegt die DGZ Dorfleben und Heimatgeschichte fort.

Mit einem Rundschreiben haben sich gerade der heutige Vorsitzende, Richard Bauschert, und Schriftführerin Anne Rau an die Mitglieder gewandt. Sie hoffen, dass vielleicht doch nach der Corona-Pause in diesem Jahr wieder ein Flohmarkt, bald auch das regelmäßige Dorfkränzle und die anstehende Hauptversammlung veranstaltet werden können.

In der Nachricht an die DGZ-Mitglieder schreiben Vereinschef Richard Bauschert und Schriftführerin Anne Rau Folgendes (Auszug):

"Wir alle sehnen uns danach, dass wieder Normalität einkehrt und wir uns wieder treffen können. Nun bleiben wir einfach noch eine Zeit lang vorsichtig und hoffen, vollends gut durch die Pandemie zu kommen.

Dringend sollten wir auch wieder eine Hauptversammlung durchführen. Es steht die Wahl der gesamten Vorstandsmitglieder an."

Eine digitale Hauptversammlung sei nur schwer vorstellbar, schreiben die Verfasser. Deshalb müsse wohl noch eine Weile zugewartet werden.

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