Kommunales: Architekt und Rat Jochen Lörcher diskutieren

Neuweiler. Eigentlich ging es gegen Ende des Vergabenpaketes zum Um- und Anbau der Waldschule (wir berichteten) noch kurz um die geplante Heizungsart. Eine Luftwärmepumpe mit angeschlossener Fußbodenheizung sei als Heizvariante angedacht, erklärte Architekt Friedrich Großmann dem Gremium. Acht Varianten gibt es in Summe, da müsse man sich mal in einer Sondersitzung zwei Stunden Zeit nehmen, um alle Varianten durchzusprechen.

Doch das Grundproblem, fuhr der Architekt fort, seien die uralten Gebäude. "Die müssen alle saniert werden. Das ist schwierig bis unmöglich", lautete das niederschmetternde Fazit von Großmann zum 50 Jahre alten Schul- und Hallenkomplex. An jedem Gebäude müsse man Dach, Wände und Fenster sanieren, sagte er.

Dass Großmann die Gebäude in Neuweiler gar so niedermachte, hörte Gemeinderat Jochen Lörcher nicht gerne. "Da muss ich jetzt einschreiben. Sie haben gesagt, dass das innen nicht schlecht aussieht", bezog sich Lörcher auf eine Begehung der alten Gebäude mit dem Technischen Ausschuss. Großmann widersprach dieser Darstellung umgehend: "Das habe ich so nie gesagt, die Gebäude sind eben 50 Jahre alt."

Kollegen des Bauausschusses bleiben stumm

Der Schlagabtausch der beiden ging noch um einige Wortmeldungen weiter. Skurril an der Szenerie: Kein Kollege Lörchers, die ebenfalls im Bauausschuss vorhanden sind, meldete sich in der Diskussion zu Wort.

Schlussendlich griff die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Hammann ein und stellte fest: "Wir müssen uns da nichts vormachen. Die Gebäude sind 50 Jahre alt und wir haben da nicht viel investiert."

Deshalb müsse man nun auch den Kindergarten heizungstechnisch abkoppeln vom Rest der Gebäude, damit dieser autark sei. Und klar sei auch, so Hammann, dass man die Gebäude irgendwann grundlegend sanieren müsse, denn "nur eine neue Heizung einbauen und dann zum Fenster rausheizen" sei ja kontraproduktiv. Da waren sich dann wieder alle einig.