Auch Ende der 1930er-Jahre genoss die Agenbacher Jugend schon die damals noch schneereicheren Winter, wie das alte Bild aus der Ortsmitte zeigt. Foto: Schwarzwälder Bote

Wintersport : Vor 40 Jahren wurde Eckhard Wolf Deutscher Juniorenmeister / SV Agenbach bald 60

Im Sommer nächsten Jahres besteht der am 30. Juli 1962 gegründete SV Agenbach (SVA) 60 Jahre. Inzwischen ist er im nordischen Skisport weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt.

Neuweiler-Agenbach. Vor 40 Jahren, 1981, konnte der SVA erstmals einen deutschen Einzelmeister stellen: Eckhardt Wolf ließ bei den bundesdeutschen Juniorenmeisterschaften alle anderen hinter sich und mischte einige Jahre in der deutschen Spitzenklasse mit.

Im Nationalteam

Im darauf folgenden Winter wurde er in die Nationalmannschaft berufen. Schon acht Jahre vorher hatte Siglinde Kling den Namen des Dorfes und ihres Vereins ins Land hinausgetragen. Mit der Staffel des Schwäbischen Skiverbandes hatte sie die deutschen Staffelmeisterschaften gewonnen. Dass dem Siege bei Kreis-, Verbands- und Landesmeisterschaften vorausgingen, versteht sich fast von selbst.

Ebenfalls 1981 errang Axel Kummer den zweiten Platz bei den deutschen Jugendmeisterschaften. 1982 landete Dorothee Neuweiler auf Rang eins bei den Behinderten-Weltmeisterschaften. Zwei Jahre später hieß der deutsche Jugendmeister Holger Fink vom SV Agenbach. Es folgten weitere Siege und ausgezeichnete Platzierungen auf Landes- und auch Bundesebene. Holger Fink, Eckhard Wolf, Werner Wolf und Axel Kummer belegten 1986 den fünften Rang bei den deutschen Vereins-Staffelmeisterschaften. Eva Wolf knüpfte 2008 als deutsche Schülermeisterin und später mit guten Platzierungen als Stützpunktathletin an diese außerordentlichen Erfolge eines kleinen Vereins mit großen Leistungen an.

Aus der Not heraus

Begonnen hatten die Wintersport-Erfolge eigentlich in der Agenbacher Ein-Klassen-Schule, wo der Anfang des Jahres verstorbene Lehrer Kurt Neuweiler (wir berichteten) aus der Not eine Tugend machte: Die Schüler beschäftigte er mangels einer Turnhalle im Winter mit Skiilaufen im Sportunterricht, was letztlich in die sportlichen Erfolge des SVA mündete. Immer wieder gelangen Agenbacher aus der guten Jugendarbeit ihres Vereins heraus zu besonderen sportlichen Ehren. Als Organisator von Meisterschaften bis auf Landesverbandsebene hat der Verein ebenfalls einen guten Namen. Die Wintersportfreunde des Landes blickten schon manches Mal bis hin zu bestens organisierten überregionalen Meisterschaften mit bis zu 400 Teilnehmern in das einwohnermäßig ungefähr gleich große Agenbach.

Guten Besuchs erfreuten sich immer wieder auch die vom SVA ausgetragenen Duathlon-Wettkämpfe und die Fleckenfeste mit dem "Spiel ohne Grenzen", verschiedensten Spielen und Geschicklichkeits-Vergleichen. Auch das passt zum SVA, denn in den Anfangszeiten pflegte er auch Leichtathletik, das Faustballspiel und Tischtennis. Aber am besten entwickelte sich eben der Wintersport.

Ein Problem haben die Skisportler aus dem Höhenortsteil der Waldgemeinde und ihre Vereinschefin Silvia Schumacher in den vergangenen Jahren mit den Schneeverhältnissen. Aber sie geben nicht auf: Aus dem einst über Wochen schneesichere Agenbach wurde mit dem Nachwuchs und den Aktiven der weißen Pracht immer wieder hinterher gefahren.

Schnell verflüchtigt

Hoffnungsvoll liefen im Januar die Vorbereitungen zu einer DSV-Nachwuchs-Challenge über dem Kleinenztal, die wegen Schneemangels kurzfristig wieder abgesagt werden musste. Die endlich üppig vorhandene weiße Pracht verflüchtigte sich im Januar allzu rasch wieder. Man hat ja früher schon den restlichen Schnee zu einer ordentlichen Loipe zusammengeschaufelt. Aber dies war heuer nicht möglich. Der coronabedingte Abstand hätte – wie Ewald Schumacher als Organisator zuvor dem Schwarzwälder Boten erläuterte – leicht eingehalten werden können.

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